• Der Wahnsinn, dass Deutschland auf jede Krise mit Kaufanreizen für Autos - von allen Dingen - reagiert, macht mich sprachlos.

    :idee:

    Zu niedrige Impfquote? Volle Dröhnung Biontech/Moderna und gratis dazu 10k€ Zuschuss fürs neue Auto!

  • Ich war neulich auf einem Geburtstag hier in der Region, da ist ein Gast aus Frankfurt angeradelt. Mit Hänger. Über die Kassler Berge. :lookaround:


    Und ein alter Handwerker in Barsinghausen hatte mir mal erzählt, wie sie nach dem Krieg das Baumaterial per Bollerwagen und zu Fuß aus Wennigsen (meine ich) holen haben müssen.

  • Solange man sich bei Aldi für Fleisch zum Preis von 1 Euro pro Kilo und auch beim Strom die paar Cents einsparen will und deshalb bewusst auf Ökostrom verzichtet, wird es mit Energiewende nicht klappen. Denn die Wende beginnt in den Köpfen der Bevölkerung und bestimmt am Ende den Bedarf/Ertrag.

    Zu Satz1: Ja, aber nein. Seit dem Gammelfleischskandal und mehr Mindestlohneinführung haben die Fleischpreise bei den Discountern angezogen. Das Billigfleisch kostet nicht mehr 5-6 Euro das Kilo, sondern 7-8. Das ist immer noch viel zu wenig, um irgendetwas im Bereich Tierhaltung, Nahrungs-/Futtermittelverwendung, Umwelt oder gute Ernährung zu erreichen. Aber ein gutes Argument muß man nicht mit 1 Euro verwässern.


    Zu Satz2: Das stimmt nicht. Der Kunde kauft immer nur das, was im Regal ist. Niedrige Preise sind per se attraktiv. Doch sobald es das 8 Euro-Billigfleisch nicht mehr zu kaufen gibt, wird die Zahl der Käufer von 8 Euro-Billigfleisch auf Null fallen. Die Wende beginnt also auf der anderen Seite der Nahrungskette: Bei der Politik, die unhaltbare Zustände fördert, zuläßt oder verbietet. Bei den Handelsriesen mit ihrer Marktmacht. Bei den Landwirten, deren Arbeits- und Marktbedingungen.


    Mit Appellen und Aufklärungen erreicht man niemals genug Leute. Niemals. Man kann damit ein Bewußtsein schaffen oder das Verständnis fördern. Aber nicht das Handeln von genug Leuten. Der Katalysator kam nicht in die Karren, weil der Kunde gesprochen hätte. Die Glühbirne ist nicht verschwunden, weil der Kunde gesprochen hätte. Das FCKW verschwand nicht aus dem Kühlschrank, weil der Kunde gesprochen hätte. Asbest verschwand nicht als beliebter als feuerfester Dämmstoff, weil der Kunde gesprochen hätte. Die Arbeitsbedingungen in den großen Schlachthöfen sind nicht so schlecht, weil der Kunde gesprochen hätte. Der Kunde hat nicht über die Arbeitsbedingungen abgestimmt, sondern er hat angebotenes Billigfleisch in den Einkaufskorb gelegt.


    Nein, es ist genau andersherum. Und genau andersherum sind diese unglaublichen Zustände ja erst entstanden. Das Schreddern der männlichen Küken. Das Ertränken der Felder mit Gülle. Das Stocken des Ausbaus der Erneuerbaren. Das Auslagern ganzer Branchen. Das Lohndumping. Die langen Transportwege. Das war nicht vom Kunden gewollt. Das war stattdessen vom Erzeuger und/oder der Politik gewollt.

  • Spannend, wenn auch persönlich nicht überraschend, finde ich Biogas vs. Erdgas.

    Ansonsten zeigt die Grafik in meinen Augen eindrucksvoll den Sinn von Gas als temporäre (!) Brückentechnologie im Sinne von Gas ist besser als Kohle.

  • Was hat der Handwerker mit Kaufanreizen für private PKW zu tun?

    Bei der Förderung steht nicht "privat".


    Und wenn Gas die "Umweltkosten" (gemeint ist damit dann wohl die Monetarisierung der Umweltbelastung) halbiert, so hemmt der Ausbau doch trotzdem die Dekarbonisierung. Und wir haben leider nur noch 18 Jahre. Irgendwann müssen wir mal von der Brücke kommen.


    Ich habe gestern einen Bericht über Mieterstrom und PV - Genossenschaften gesehen: das wäre zB. ein Weg. Aber die haben über die Hindernisse berichtet: Wahnsinn!


    Aber man sollte einfach mal überlegen: 1.000 Balkons können bis zu 150 Familien mit Ökostrom versorgen...

    2 Mal editiert, zuletzt von stscherer ()

  • Nur mal als kleines Beispiel: wir brauchen für rund 300qm und 4 Personen in 2 Haushalten bei den derzeitigen Temperaturen etwa 150kWh, davon wiederum maximal 40kWh in den Nachtstunden für die Beheizung. Unsere BEV haben 128kWh Speicherkapazität, könnten also locker die Nachtstunden überbrücken, wenn sie bidirektional laden dürften. Mit einer intelligenten Steuerung könnte ich so billigen Überschussstrom aus erneuerbaren Quellen zwischenspeichern und dann einsetzen. Das wäre gut für die Umwelt, gut für meinen Geldbeutel... aber schlecht für Industriekonzerne. Ich erhoffe mir von der neuen Bundesregierung, dass da nun sehr schnell Hemmnisse fallen, und Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt.


    Und vielleicht wäre da intelligente Software-Ingenieurskunst sinnvoller eingesetzt als im Bereich des autonomen Fahrens. Bei allem Respekt, aber in einem Land, in dem man besser Ladekarten als Apps verwendet, weil nur an einer begrenzten Zahl von Ladesäulen stabiles 3G anliegt, sollte man nicht davon ausgehen, dass man in den nächsten 20 Jahren auf dem Dorf von einem autonomen Taxi zum Theaterbesuch abgeholt werden wird - dazu braucht es nämlich mindestens 5G flächendeckend und redundant, damit das Taxi nicht im Strassengraben aufgrund eines "Funklochs" landet. Und eine Chance auf so etwas wie "flächendeckender ÖPNV ausserhalb der Ballungszentren" würde ja nur so funktinieren.


  • Wir haben heute 2 von 4 Modulen des BKW installiert... ein winziger Tropfen auf den riesigen Stein, aber wer nichts tut, der hat schon verloren.

  • nochmal hierzu. Die Fraunhofer Studie bezieht sich übrigens mit einem Kapitel auf den Gesamtenergiebedarf und zieht dazu auch ein Fazit.

    Irgendwie überrascht es aber nicht, dass du die Quellen nach denen du schreist nicht mal liest.

    Ich warte weiterhin auf deine Quellen und würde mich freuen sie zu lesen.

  • Hier trifft sasa den Punkt, wo ich dann regelmäßig abbiege:

    Es ging hier aber doch erstmal um die technische Machbarkeit und nicht darum, dass der Mensch zu doof sein wird, um die Welt zu retten.

    Deine ( thefireraven) Quellen sind super, und wir brauchen keine anderen.

    "Technisch machbar" finde ich toll, auf der anderen Seite steht aber, ob es wenigsten theoretisch umsetzbar wäre.

    In keinem Bereich der dazu nötigen Bereiche wird das Ziel auch nur annähernd erreicht werden. Das wären ja bis 2030 folgende Bereiche:

    - Nord/Süd Stromtrasse

    - 30 x mehr PV-Strom

    - Ausbau Windenergie - besonders im Süddeutschland

    - massiver Einsatz von Wärmepumpen/Geothermie

    - Wärmespeichersysteme

    - Stromspeichersysteme

    - Aufbau der kompletten Wasserstoffkette

    - Umstellung der Landwirt (Einlagerung von Co2, und Erzeugung Biofuel, Abkehr von der industriellen Fleischerzeugung)

    - Massive Abkehr vom Individualverkehr/ Ausbau ÖPV

    -energetische Gebäudesanierung

    - Umbau der Zement-, Metall-, Chemieindustrie


    Hakt es an einem der Punkte, ist das Ziel nicht umsetzbar, und ich behaupte, daß nicht ein einziger auch nur annähernd real umsetzbar ist.


    Wir bräuchten schon heute einige Gigafabriken für Solartechnik, und Energiespeicher und diese Elektrolysedinger, es ist aber bis heute nichts nennenswertes in Planung, dass den erforderlichen Maßstäben Rechnung tragen würde. Und für alles, wo sich in Zukunft vielleicht ein mächtiger Investor finden wird, wird die praktische Umsetzung Jahre dauern. Und das ja auch zurecht, weil solche Anlagen nunmal auch Unmengen an Infrastruktur (Wasser, Strom, Verkehrsanbindung) benötigen.


    Ich möchte um Entschuldigung bitten, für meine Unsachlichkeit!

    Bei hab da Triggerpunkte, denen ich leider nicht entkomme, hier war es: "Aber wir haben doch schon in der ersten Hälfte 2019 die Hälfte des Stroms regenerative erzeugt."

    Ich dreh dann, zu meinem eigenen Bedauern regelrecht durch! - weshalb ich den Punkt nochmal aufgreife: Es geht bei der Energiewende um 18% regenerative erzeugter Energie 2019, und nach hochfahren der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens, sowie einem schlechten Windenergiejahres, ist diese Quote 2020 eher geringer.


    Ansonsten bin ich da nah bei ExilRoter, das die Ressourcen gravierend falsch eingesetzt werden, und die Förderung des Elektromobils als gutes Beispiel dient.

  • Wieso gilt es bei der Frage, ob der gesamte Energiebedarf umweltverträglich zu decken ist, stets als unantastbares Prinzip, jedweden Energiebedarf auch vollumfänglich befriedigen zu müssen? Es wird ja in der allgemeinen Diskussion offenbar noch nicht einmal erwogen, im Falle einer nicht ausreichenden umweltverträglichen Deckung Versorgungslücken hinzunehmen.


    Der Ausbau erneuerbaren Energien ist doch vielleicht auch deshalb so stockend, da niemand, der sich z.B gegen ein Windrad in seiner Nachbarschaft oder eine neue Stromtrasse wehrt, befürchten muss, demnächst nur noch Montags, Mittwochs und Freitags Licht zu haben; da bei seinem Erfolg eben einfach die alte Energieversorgung dann doch weiterbetrieben würde.


    Ausgerechnet im Lausitzer Braunkohlerevier hat man doch schon vor nunmehr fast 25 Jahren gar kein Problem darin gesehen, das Licht ausgehen zu lassen...

  • geht nicht, ist wie mit Tempolimit.


    UNMÖGLICH, gegen jede hiesige Logik.


    Corona lehrt uns doch, das Grundrecht ungebremster Konsum steht dagegen.

  • Ansonsten bin ich da nah bei ExilRoter, das die Ressourcen gravierend falsch eingesetzt werden, und die Förderung des Elektromobils als gutes Beispiel dient.

    Man sollte also lieber die 70 Milliarden Subventionen für fossile Energieträger beibehalten?


    https://www.zeit.de/wirtschaft…als%20er%20derzeit%20ist.


    Dagegen sind die 4 Milliarden für BEV natürlich gravierend falsch, die im Jahre 2021 365.000 Fahrzeuge auf die Strassen gebracht haben, die beim Betrieb keine Schadstoffe mehr ausstossen.


    Und zur Umsetzung: man könnte ja mal anfangen mit der persönlichen und systemischen Energiewende. Wann sehen wir uns bei FFF?

  • Hier geht es lang

    Zitat

    Die neue Generation von Atomkraftwerken benötigt bis 2050 Investitionen von 500 Milliarden Euro, sagt die EU. Atomkraft müsse daher als nachhaltig eingestuft werden.

    ...

    Ein "grünes Label" für Atom- und Gaskraftwerke ist aus Sicht des Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Michael Roth, nicht mehr abzuwenden. Das sagte der SPD-Politiker der Bild am Sonntag: "Deutschland setzt sich für mehr Mehrheitsentscheidungen in der EU ein. Das bedeutet dann aber auch, dass wir im Falle des Falles anerkennen müssen, dass wir bei einigen Entscheidungen keine Mehrheit für unsere Position haben." In der Taxonomie-Debatte sehe er nicht, "wie sich das noch abwehren ließe".


    https://www.zeit.de/wissen/umw…n-nachhaltige-energieform

    Einmal editiert, zuletzt von mustermann ()

  • Es wurde aus Fehlern gelernt, heute werden (trotz erheblicher Mehrkosten) überwiegend rostfreie Fässer verwendet. Vielleicht kann man das sogar verbindlich regeln. ;)

  • Für mich bleibt festzuhalten, dass zig verlinkte Quellen und Studien falsch sind, weil man was anderes "glaubt". Für diesen Glauben sind aber keine Quellen nötig. Das macht die Diskussion für mich leider uninteressant.