Energiewende/Erneuerbare Energien

  • Geil Holzpellets, sind so ziemlich das uneffizienteste was er zur Energieerzeugung gibt. Der Heizwert von diesen Teilen ist absolut unterirdisch, das kannste benutzen um zuhause den Kamin anzufeuern, mehr aber auch nicht.

  • Ich kenne nur die letzte Seite - ist aber seit Edathy nicht mehr erreichbar... Kurbel Du mal schön die Wirtschaft an und kauf Dir eine C-Klasse. Wäre dann aber natürlich besser, wenn das eine Neuwagen und kein Gebrauchter wäre.


    Das ist der Werbetext eines Lobby-Verbands. Da wundert es natürlich nicht, dass mit Zahlen und Aussagen (teilweise) falsche Eindrücke erweckt werden sollen. Nur muss man hier nicht wirklich tief in die Materie einsteigen; denn mehrere Widersprüchlichkeiten erschließen sich bereits aus der einfachen Lektüre des Textes.


    Edit: Staatliche Agentur??? Der erste Link geht zur "Agentur für Erneuerbare Energien". Was soll an der staatlich sein? Im "Über Uns" definiert sie sich wie folgt: "Die Agentur für Erneuerbare Energien e.V. (AEE) leistet Überzeugungsarbeit für die Energiewende. Ihre Aufgabe ist es, über die Chancen und Vorteile einer Energieversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien aufzuklären - vom Klimaschutz über eine sichere Energieversorgung bis hin zur regionalen Wertschöpfung. Die AEE wird getragen von Unternehmen und Verbänden der Erneuerbaren Energien. Und selbst wenn die AEE staatlich wäre. An der entsprechenden Stelle wird doch einfach die Presseerklärung des DEPV (Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V.) unverändert und unkommentiert übernommen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Giftzwerg ()

  • mal aus dem Vegetarierstrang hierhin geholt


  • Geil Holzpellets, sind so ziemlich das uneffizienteste was er zur Energieerzeugung gibt. Der Heizwert von diesen Teilen ist absolut unterirdisch, das kannste benutzen um zuhause den Kamin anzufeuern, mehr aber auch nicht.


    Also ich habe 2004 umgestellt von 63kw Ölheizung auf 15kw Pelletszentralheizung mit 9m² Solarthermie aufs Dach und 800l Pufferspeicher.
    Meine Bude (Einfamilienhaus 160m²) ist Baujahr 1963 und wird mit 5 Pers. bewohnt.
    Vorher habe ich ca. 6000l Öl im Jahr durchgejuckelt, heute tanke ich 10 Tonnen (15m³) Pellet und reiche damit 2 Jahre.
    Von April/Mai bis Oktober bleibt die Heizung ganz aus, da reichen die Kollektoren.
    Ich bin jetzt keiner der Fanatiker, die mit Wärmemesser und Stopuhr die Effizienz und Verluste und Kosten/Nutzenrechnung sich nachts dran aufgeilen, wieviel Energie CO2 und was weiß ich noch gespart haben.
    Gefühlt ist jedenfalls eine Ersparnis da.
    Ich bestelle die Dinger bei einem Lieferanten im Sauerland, kann zwar den P. nicht ansehen, wo sie herkommen, glaube aber nicht, das sie aus Nutzholz aus der Ukraine oder Rumänien sind. Heute zahle ich 196€ die Tonne, 2004 haben sie 170€ gekostet.

  • habe ich auch schon von gehört, selber aber noch keine Probleme mit gehabt.


    Die Heizung ist sicherlich nicht so pflegeleicht wie Gas/Öl, da aber alles mechanisch ist,
    ist es für einen halbwegs begabten Schrauber kein Problem. Reinige 2mal im Jahr die Kiste,
    habe 3-4 mal im Jahr, das die Pellets nicht zünden. Dann wird halt nochmal auf Starten gedrückt und
    die Kiste läuft.
    Was absolut faszinierend ist, ist die Ascheausbeute, also 5 tonnen (7,5m³) ergeben 2-3 Eimer Asche

  • Geil Holzpellets, sind so ziemlich das uneffizienteste was er zur Energieerzeugung gibt. Der Heizwert von diesen Teilen ist absolut unterirdisch, das kannste benutzen um zuhause den Kamin anzufeuern, mehr aber auch nicht.


    Die Antwort aus der Praxis auf diesen Beitrag kam ja schon weiter oben.
    Ich füge hinzu: Der Brennwert/Heizwert von Holzpellets liegt etwas unter dem von Braunkohle, grob erreicht er wohl 80-90%.
    Wo siehst Du hier die Ineffizienz, wenn der Brennstoff praktisch automatisch als Restprodukt anfällt? Braunkohle muss unter großen Umweltzerstörungen aus der Erde geholt werden. Und frag' mal Menschen in Tagebaugebieten, die ihre Ortschaften(=Heimat!) verlassen mussten. Traurig, dass so etwas in Deutschland immer noch möglich ist.
    Außerdem wird bei Holzverbrennung CO2 freigesetzt, was in den Jahren/Jahrzehnten zuvor der Atmosphäre entzogen wurde. In der Bilanzierung wird das logischerweise mit "0" angesetzt. Kohle hingegen setzt CO2 frei, das in Jahrmillionen angesammelt und verdichtet wurde...

  • Giftzwerg
    Du hast Recht, da habe ich wohl die Institution verwechselt.
    Ich suche gerne weiter nach genehmen Quellen, weiß aber immer noch nicht, was Dich an den Zahlen zweifeln lässt?

  • Außerdem wird bei Holzverbrennung CO2 freigesetzt, was in den Jahren/Jahrzehnten zuvor der Atmosphäre entzogen wurde. In der Bilanzierung wird das logischerweise mit "0" angesetzt. Kohle hingegen setzt CO2 frei, das in Jahrmillionen angesammelt und verdichtet wurde...


    Das ist ja nun Augenwischerei. Ob das alte CO2 in der Kohle bleibt und das neue aus dem Holz freigesetzt wird oder das neue CO2 im Holz bleibt und das alte aus der Kohle freigesetzt wird, kann in Summe keinen Unterschied machen.


    Ein Unterschied würde sich erst dann ergeben, wenn für die gleiche Wärmeerzeugung aus Holz und Kohle unterschiedlich viel CO2 freigesetzt würde (ist vielleicht der Fall - da weiß ich nicht gut genug bescheid). Oder wenn entsprechend dem verbrannten Holz neu aufgeforstet wird - aber das könnte man ja theoretisch auch entsprechend der verbrannten Kohle tun.

  • Der Unterschied liegt m.E. darin, dass CO2 aus Holz praktisch Bestandteil der aktuellen Atmosphäre ist (mal im Holz, mal in der Luft). CO2 aus Kohle aber zusätzlich von Menschenhand in diesen Kreislauf eingebracht wird, obwohl es einst zu ganz anderen Zeiten abgelagert wurde und eigentlich auch dort verbleiben würde, wenn nicht der Mensch...

  • Dann versuche ich mal zu erklären, was mich an der Presseerklärung des Verbandes stört: Es ist eben genau eine typische Presseerklärung eines Verbandes. Ich gehe davon aus, dass alle Einzelzahlen soweit korrekt sind (habe ich nicht überprüft). Es werden aber die Zahlen (und einzelne Aussagen) so ausgewählt und benutzt, dass ein Gesamteindruck vermittelt wird, der m.E. nicht zutreffend bzw. in eine bestimmte Richtung zielend ist.


    Bei der Presseerklärung des DEPV soll m.E. folgender Eindruck vermittelt werden: Holzpellets sind umwelt- und klimafreundlich, effizient bzw. qualitativ hochwertig, billig und quasi unbegrenzt verfügbar - es ist noch erhebliches Wachstum möglich. Und sie werden - das ist wohl der wichtigste Aspekt - aus "Müll" (bisher ungenutztem Material) gefertigt.


    Mal einige Beispiele für die "Irreführung":


    "Deutschland hat mit rund 3,6 Mrd. m³ die größten Holzvorkommen in Europa." Bitte mal den Wert für Russland (bis zum Ural) angeben.
    "Jährlich wachsen weitere 120 Mio. m³ Holz hinzu." Das ist der Brutto-Wert; entscheidend wäre aber der Netto-Wert. Soweit mir bekannt, gibt es in den letzten Jahrzehnten lediglich einen ganz leichten positiven Trend im Gesamtbestand.
    "Lediglich rund 70 Prozent des Holzes, das jährlich nachwächst, wird überhaupt wirtschaftlich genutzt." Deutschland hat bereits den oder einen der höchsten Nutzungsgrade weltweit. Der auch - guten Gewissens - kaum mehr steigerbar ist, eben weil der Wald auch noch viele andere Funktionen erfüllt - Aspekt der Nachhaltigkeit; z.B. Urwälder in Nationalparks, Nahrungsgrundlage für Tiere, Heimstätte zur Pilze etc.


    Noch problematischer als des Erwecken des Anscheins, der Wachstum der Holzpelletproduktion (in Deutschland) nahezu beliebig möglich sei (siehe vorstehende Punkte) ist m.E. das "Abfall"-Argument. Also dass das Material für die Pelletproduktion sowieso da sei (und ansonsten quasi Müll): "Hauptproduktionsgrundlage waren mit knapp 90 Prozent Sägeresthölzer, also die in den Sägewerken anfallenden Späne und Hackschnitzel." geht vielleicht gerade noch so. Aber bei "Zur Herstellung von Holzpellets werden ausschließlich Reste aus der Holzverarbeitung verwendet. In der Sägeindustrie zum Beispiel bleiben von jedem verarbeiteten Baum bis zu 35 Prozent in Form von Spänen und Sägemehl ungenutzt. Dieser Anteil kann für die Pelletproduktion verwendet werden." wird es m.E. unlauter. Geh mal in irgendein Sägewerk (das keine Pellets herstellt). Die schmeissen - natürlich - die Späne und das Sägemehl NICHT weg. Kurz gesagt werden aus dem Material - unter Zusatz von Leim - Spanplatten gemacht. Und diese Spanplatten werden ja durchaus benötigt. Hätte man keine Spanplatten mehr (oder weniger davon), müsste man mehr Holz einschlagen.


    Der Vorsitzende des DEPV nennt vier Aspekte/Vorteile für die Holzpeletts:
    a) Effizienz
    b) Komfortabilität
    c) Kohlendioxid-Einsparung
    d) Günstigkeit


    zu a) Der Energiegehalt des Pellets ist deutlich niedriger (ca. 4,8 KW/h je kg) als beispielsweise von Heizöl (ca. 11,5 KW/h je kg). Man muss also viel mehr Material bewegen/ausliefern - das spricht eher für einen ineffizienteren Energieträger.
    zu b) Wahrscheinlich sind die Holzpellet-Verfeuerungs-Anlagen recht robust und ggf. sind sie auch nicht soooo unkomfortabel. Manuelles Reinigen mehrmals im Jahr, eimerweise Asche und zeitweiliges Nichtzünden hören sich allerdings nicht so wahnsinnig komportabel an.
    zu c) Die vermutlich größte Unwahrheit. Wie schon vom musketeer ausgeführt: Wenn deutlich mehr Holzpellets nachgefragt werden, dann wird entweder der Holzeinschlag steigen oder weniger Spanplatten zugunsten von Holzpellets produziert. Da hier eine c.p.-Betrachtung anzusetzen ist, führt beides dazu, dass beim Verfeuern von Pellets zusätzlich Kohlendioxid in der Atmosphäre landet. Und dann kann man genauso gut Kohle verfeuern und das Holz in den Wäldern lassen.
    zu d) DIe einzige - derzeit - offenbar tatsächlich zutreffende Aspekt (Preisvorteil gegenüber Heizöl im vergangenen Jahr angabegemäß 35 %). Allerdings Preissteigerung im letzten Jahr von 15,7 %. Und zwar mit der Begründung: "partiell schwierigere Versorgung mit den zur Produktion notwendigen Sägespänen." Aha, wir sind also nicht in einer Welt, wo die Materialen ungenutzt (quasi als Abfall) rumliegen. Was passiert im nächsten Jahr? Die Pellet-Menge soll um 4 % steigen; die Zahl der Anlagen um 15 %. Wie sich da wohl der Preis entwickeln wird?


    Mein Fazit ist, dass das Nutzen von Holz-Pellets zum Heizen eine sinnvolle Sache ist bzw. sein kann. Sofern dort wirklich billige Reste aus den Sägewerken verarbeitet werden. Das funktioniert aber nur so lange wie die Zahl der entsprechenden Anlagen klein ist. Wenn jedoch die Zahl der Anlagen - angereizt über eine staatliche Förderung - deutlich steigt, dass werden als erstes die Pellets teurer und es muss als zweites zusätzlich Holz eingeschlagen werden. Dass ist für keine Seite (Besitzer von bereits bestehenden Pellet-Heizungen, Staat, Umwelt) eine sinnvolle Lösung; ausgenommen die Holzwirtschaft - weil die Preise für Späne und Sägemehl und in der Folge auch für Holz insgesamt steigen werden. Und das spricht m.E. deutlich gegen staatliche Subventionen für diese Technologie. Denn wenn sie sich weiter verbreitet, zerstört dies ihren einzigen Vorteil.


    kgm: Ich finde Deine Ausführungen zu dem Verbrauch sehr interessant: Die Energiegehalt von 1 Tonne Holzpellets beträgt bekanntlich (knapp) weniger als die Hälfte als von 1.000 Liter Heizöl. Dann sparst Du mit der neuen Anlage offenbar ca. 60 Prozent Energie ein. Das scheint mir aber ein gewaltiger Wert zu sein. Bringt denn die Solarthermieanlage so viel?


    Edit: Einige Fehlerkorrekturen.

    Einmal editiert, zuletzt von Giftzwerg ()

  • "Im britischen Kraftwerk Drax, einem der größten Kohlekraftwerke weltweit, sollen ab 2016 12.5 Terawattstunden p.a. mit aus Kanada eingeführten Holzpellets produziert werden.[3] Die zustehenden Subventionen belaufen sich auf £45 pro Megawattstunde und werden Drax voraussichtlich 550 Millionen Pfund jährlich einbringe"
    und alle werden ganz korrekt darauf achten, dass da wirklich nur Pellets genommen werden, die aus sonst nicht verwertbaren Schwachholz gewonnen werden. Sischer datt. ;)


    Bei den Briten würde ich da auch nicht drauf wetten :-) Die wollen schließlich auch wieder AKWs bauen.
    Dass die zufüttern müssen, ist klar. Die Insel ist ja praktisch abgeholzt (vermutlich weil sie, wie die Spanier, ihre Übersee-Flotte damit gebaut haben?). Deutschland hat ungefähr viermal so viel Wald. Und wenn diese Zufütterung dann noch aus Kanada kommt, ist es vermutlich eher frisches Urwaldholz. Ökologisch extrem kontraproduktiv.

  • Schön zusammengefasst, Giftzwerg. Bei den Argumenten handelt es sich - wie Du ja selber gesagt hast - um Verkaufsargumente, also um Werbung. Allerdings ist Nachhaltigkeit auch ein Argument, zumindest so lange bis für die Produktion von Pellets Bäume gefällt werden müssen oder aber andere nachgefragte Produkte nicht mehr aus dem Abfallprodukt hergestellt werden können.

  • Wenn es Euch stört, dass das die Veröffentlichung eines Verbandes ist, guckt doch mal nach den wissenschaftlichen Artikeln. Die Bescheinigen auch eine große Menge an Waldrestholz. Hier z.B. etwa ca. 15 Millionen Tonnen pro Jahr. (Abbildung S. 4, 22% von 70 Mio. t biogener Reststoffe insgesamt, Google scholar findet noch mehr Studien.) Ich will gar nicht sagen, dass es keine Nebenwirkungen hat, aber zu bestreiten, dass es da ein großes, ungenutztes energetisches Potenzial gibt, ist ignorant.


    Außer zu Pellets kann das Zeug auch zu Slurry verarbeitet werden.

  • Kann man eine Pelletheizung (ggfs mit kleinem Umrüstungsaufwand)auch mit gehacktem Holz betreiben oder ist man auf die Pellets beschränkt?

  • Muss ich widersprechen. Lt. Wikipedia ist slurry eine Aufschlämmung. Also Kallamatsch.


    Ach so: Welcome back, prickel :winken: