• Ein Lockdown des Lockdowns wegen ist halt auch scheiße, er muß erkennbar der Eindämmung des Viruses dienen.

  • @Florian


    Diese ganze "Problematik" stellt sich für mich sehr komplex und multikausal dar.


    Ein wichtiger Punkt ist, dass die Rechten hierzulande (vermutlich auch in mindestens gleichem Ausmaß im Sonstewo, da weiß ich aber nicht viel Konkretes drüber) einige zentrale linke Kritikpositionen übernommen haben. Paradebeispiel ist für mich die Medienkritik, die jahrezehntelang ein beinahe ausschließlich linkes und dabei zu weiten Teilen akademisches Terrain war, das durch einige Jahre lauthalses Lügenpresse-Gebrüll beinahe komplett an den rechten Rand gewandert ist. Ergebnis: Setzt Du heute zu einer etwas fundamentaleren Medienkritik an, denkt wirklich jeder Dir zuhörende oder -lesende Kopf spontan erstmal: "Ah, die Medien, so wie bei den Rechten, ein Rechter also." Mit der Grundskepsis gegenüber staatlichen Machtbefugnissen ist es ganz ähnlich. Es ist ganz klar, dass der Staat, solange er kein rechter ist, von diesen Rechten bekämpft wird (Reichsbürger et al.). Doch auch die Linke ist in ihrer Kritik gegenüber dem kapitalistischen System und der Verflechtung mit einem westlichen Staatsmodell natürlich nie zimperlich gewesen. Doch auch dieser Diskurs ist zu weiten Teilen nach rechts gewandert. Es sei denn, Du hast ein Mao-Shirt an, dann weiß mutmaßlich jeder, dass Du eher nicht den rechten Staat als Alternative meinst.


    Hinzu kommt, dass sich mittlerweile auch und vor allem die demokratische Mitte nicht mehr integrativ, sondern ebenso abgrenzend definiert wie der linke und der rechte Rand. Das wiederum resultiert aus einem komplexen, meiner Wahrnehmung auch ebenfalls von rechts angestoßenen Prozess, der die Art der Debattenführung nach dem Schmittschen Freund-Feind-Schema bis in die Mitte gedrückt hat. Deshalb flippt die demokratische Mitte etwa auf Twitter stets gegenseitig aus, führt keine Debatte mehr im grundsätzlichen demokratischen Konsens, sondern legt es darauf an, den jeweiligen Gegner aus der eigenen Mitte wegzudefinieren, dann eben gerne ins rechte Außen. Das Mittel zum Zweck ist hier häufig die "Vernunft". Jeder meint, die Vernunft diktiere einzig und allein dies oder das, bist Du also dagegen, bist Du gegen die Vernuft und wer ist sonst so gegen die Vernunft? - richtig, die Rechten.


    Womit als ein Drittes eben die sozialen Medien hinzukommen, die vorrangig bis ausschließlich auf eine derartige, eskalierende Debattenkultur gemünzt sind. Das ist deren Geschäftsmodell, das begünstigen sie und das formt nach Jahren irgendwann auch die Gehirne nach diesen Maßgaben um.


    Zumindest diese drei Prozesse befinden sich dann eben in einer sich selbst verstärkenden Schleife. Und diese Schleife nützt gar niemandem, außer eben den Rechten - weil sich mehr und mehr Lager bilden, die sich alle so verhalten und so miteinander sprechen, als seien sie selbst Rechte, nur mit anderen Inhalten. Das ist, neben der persönlichen Kränkung, die Du beschreibst und die ich gut nachvollziehen kann, die eigentliche Kacke dabei.


    Aber natürlich sehr offtopic alles, sorry dafür.

    Einmal editiert, zuletzt von Zackzack ()

  • Gerade bei der Medienkritik empfehle ich mal die Auseinandersetzung mit dem Klassiker "Die Realität der Massenmedien" von Niklas Luhmann. Man findet in dem Buch doch vieles, was in diese Zeit passt. (In Chile gehören die Massenmedien ausschließlich der rechten Oberschicht, weshalb sie hochgradig manipulativ sind. Lügenpresse = la tele miente, El mercuro miente gehört hier genauso zum Alltag)


    Interessant im Rahmen der Pandemie sind übrigens die Fallzahlen. Die steigen und fallen wie überall auch. Ausgerechnet vor konsumfreudigen Feiertagen wie Kindertag, Weihnachten, Valentinstag und Muttertag fallen sie aber, damit Lockerungen ermöglicht werden. Anschließend steigen sie wieder. Vor allem vor traditionellen Protesttagen wie dem 27. März, weshalb Unruhestifter zuhause bleiben müssen.

  • ...

    Das Wetter ist prima, die Menschen sind nett und die Landschaft ist faszinierend. Der Rest betrifft meinen Alltag normalerweise selten.


    Ganz OT: So Gott will, Corona vorbei ist und ich fit bin, dann gehts nach Patagonien :herz: Irgendwo drauf muss man sich ja freuen...

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    Das Wetter ist prima, die Menschen sind nett und die Landschaft ist faszinierend. Der Rest betrifft meinen Alltag normalerweise selten.


    Ganz OT: So Gott will, Corona vorbei ist und ich fit bin, dann gehts nach Patagonien :herz: Irgendwo drauf muss man sich ja freuen...

    Da ist das Wetter dann allerdings anders prima.

  • https://www.zeit.de/wissen/ges…%3A%2F%2Fforum.mods.de%2F


    Die deutschen Gesundheitsämter
    haben dem Robert Koch-Institut (RKI) im Laufe des Mittwochs 20.407 Neuinfektionen gemeldet. Das sind etwa 3.900 Fälle weniger als vor
    einer Woche, als das RKI 24.300 Neuinfektionen innerhalb eines Tages
    verzeichnete. Die Zahlen sind jedoch wegen der Meldepause über die Osterfeiertage weiter unzuverlässig und verzerrt. So ergaben Recherchen von ZEIT
    ONLINE
    , dass am Mittwoch nur 336 von 401 Kreisämtern – das entspricht knapp 84 Prozent – überhaupt neue Zahlen veröffentlichten. Am Ostermontag übermittelten sogar nur 234 ihre Statistiken.

  • Gerade bei der Medienkritik empfehle ich mal die Auseinandersetzung mit dem Klassiker "Die Realität der Massenmedien" von Niklas Luhmann. Man findet in dem Buch doch vieles, was in diese Zeit passt. (In Chile gehören die Massenmedien ausschließlich der rechten Oberschicht, weshalb sie hochgradig manipulativ sind. Lügenpresse = la tele miente, El mercuro miente gehört hier genauso zum Alltag)

    Japp, ich bin wahrlich kein Systemtheoretiker, aber "Die Realität der Massenmedien" ist auch davon unabhängig einfach ein kluges, kompaktes Buch.

  • die Hausärzte haben auch nur 80 % der erhaltenen Dosen verimpft. Eine schlechtere Quote als in den Impfzentren. Und das am ersten Tag. Wenn das so weiter geht, liegen demnächst Millionen Dosen bei den Hausärzten und Millionen Dosen in den Impfzentren. Hauptsache den Lockdown verlängern.

    (vorsichtshalber: dies sollte ein Scherz sein)

  • Mein Vater hat in Hannover studiert, meine Mutter kommt aus Hameln, meine Großeltern haben lange in Springe gewohnt, dann in Hannover. Ich bin Ostfriese, sind dann 2000 allesamt nach Hannover gezogen und 96 hat dann mit Rangnick um den Aufstieg mitgespielt. Ich war aber schon unter Ehrmantraut ein kleiner Fan. Es war einfach logisch, es kam kein anderer Verein in Frage, vorher gab es für mich nur die Nationalelf. Und die hat mal gegen Albanien schlecht gespielt als Lala dort war und mein Opa meinte er spielt für Hannover 96.

  • Mein Vater hat in Hannover studiert, meine Mutter kommt aus Hameln, meine Großeltern haben lange in Springe gewohnt, dann in Hannover. Ich bin Ostfriese, sind dann 2000 allesamt nach Hannover gezogen und 96 hat dann mit Rangnick um den Aufstieg mitgespielt. Ich war aber schon unter Ehrmantraut ein kleiner Fan. Es war einfach logisch, es kam kein anderer Verein in Frage, vorher gab es für mich nur die Nationalelf. Und die hat mal gegen Albanien schlecht gespielt als Lala dort war und mein Opa meinte er spielt für Hannover 96.

    .oO(geht mal den Corona-Bezug suchen) *lächel*