• Solche Ratschläge sind doch eh wurscht. Er rät sicher auch dazu, nicht so viel zu saufen. Macht aber auch jeder so wie er gerade lustig ist oder werden will.


    Was mir persönlich nur auf den Sack geht sind diese gut gemeinten Alternativ-Ratschläge wie "man kann auch im Inland Urlaub machen", oder wie im Frühjahr "man kann auch zu Hause mit dem Partner tanzen". Sowas kann er kleinen Kindern erzählen (selbst das wäre pädagogisch zweifelhaft), aber so geht man doch nicht mit der Bevölkerung um. Tschuldigung, gehört eher in die Politik als in Corona.

  • Fairerweise weiß ich nicht ob es Dich betrifft (und ist jetzr auch nicht auf Dich gemünzt), aber was mir auffällt ist, dass die meisten bei dem Thema immer erst die Linie ziehen wenn es sie selbst aus Ihrer großen Wohnung/Haus mit sicherem Einkommen mal wirklich auch stärker einschränkt....aber ansonsten aus der eigenen bequemen Position immer das moralische Solidaritätshorn blasen.

    Einmal editiert, zuletzt von juk96 ()

  • Fernab meines sozialen und wirtschaftliche Gefüges geht es mir vor allem um inhaltliche Schlüssigkeit. Die Ausdifferenzierung der problematischen Reiserückkehrer in den letzten Wochen erschien mir durchaus plausibel, die Umkehr zum Pauschalismus jetzt eher nicht. Ob es mich betrifft oder eigentlich eher nicht hat Rick Linger eigentlich schon ganz gut beantwortet. Spahn produziert mit seiner Empfehlung aber einen Nährboden für eine völlig absurde Stigmatisierung für jeden, der sich eine eigentlich ziemlich AHA-konforme Alternative zum NordOstseegedränge sucht.


    Genauso ergeht es mir im Übrigen zurzeit mit der Diskussion über eine allgemeine Maskenpflicht im öffentlichen Raum, die teilweise draussen auch mit Abstandsgewährleistung pauschal gelten soll. Das hat aber nichts mit moralischem Hornblasen zu tun, sondern widerspricht einfach den gewonnenen Erfahrungswerten im Umgang mit der Pandemie der letzten Monate.

  • Spahn hat im Endeffekt nur den Inhalt der Reisewarnungen widergegeben, vor nicht notwendigen, touristische Reisen in viele Länder wird nun mal gewarnt.

    Was man Ihm sicher vorwerfen kann/muss, ist das in Bezug auf das Ausland zu pauschal war, es gibt ja immer noch Länder ohne Reisewarnung oder mit einer sehr regionalen Reisewarnung.


    Die Reisewarnung selber mag auch zu pauschal sein, diese auf das individuelle Verhalten einzugrenzen, finde ich allerdings auch schwierig, vor allem wenn es um Massnahmen geht, die bei der Rückkehr gelten.

  • Nun ja, es ergibt im Ergebnis aber eben genau den sozialen Sprengstoff (oder auch nur Knallfrosch, um es sprachlich runterzudampfen), der hier schon mehrfach auf anderen Gebieten angemerkt wurde, darauf aber teils rigoros mit dem Bodysnatcher-Finger beantwortet wurde. Und der ergibt sich eben genau aus der Mischung "wirklich persönliche" Einschränkung, innere Unlogik sowie Alles-über-einen-Kamm und Form der Ansprache.


    Irgendwann kommt dann eben für jeden der Punkt, ab dem es heißt: "Okay, wenn ich das jetzt also so mache wie geplant, dann verstoße ich gegen die klaren Empfehlungen. Habe ich sonst immer vielen vorgworfen, was mache ich denn jetzt?" Und dann kommt man ins Grübeln und kommen die Abwehrhaltungen. Und auf einmal merkt man, wie "die" eigentlich mit einem reden. Vorher haben sie genau so zu anderen geredet, aber damit war ja nicht ich gemeint, also hatten sie recht damit, aber nun ... meinen ... sie ... etwa ... mich?


    Wenn dann also eine Expertenrunde im Fernsehen bestehend aus Wissenschaftsjournalist, Weltärztepräsident und Psychologin darüber deliriert, dass man doch gewiss noch ein gepflegtes Glas Rotwein trinken kann irgendwo auf Abstand, dann fasst es selbst das treffend zusammen. Denn darauf, dass man "aus Solidarität" zu all den "Ich-hänge-lieber-mit-Humpen-am-Tresen-rum, geht aber nicht so gut zur Zeit oder kommend" vielleicht auf sein gepflegtes Glas Rotwein verzichtet, kommt man dann auch nicht. Der VT-Ingo in mir sagt, dass das auf eine Verschiebung des gesamten Kultur- und Gesellschaftslebens in Richtung Großbürger-Fantasia-Land hinausliefe, während Ranga Yogeshwar danebensteht und mit verächtlichem "Tsstsstss" den Kopf schüttelt. Recht hat er sogar, passt dann nämlich doch nicht so ganz...

  • Hier wurde schon mehrfach von Nord/Ostseegedränge geschrieben. Da muß ich nun doch mal dagegenhalten. Die Bilder die viele bei "Gedränge" im Kopf haben sind nicht repräsentativ. Da handelt es sich um Überlastungen der "festlandnahen" Strände an einzelnen Wochenendtagen. Ich war im Sommer zur absoluten Hochsaison (gleichzeitig NDS, NRW und diverse andere bundesländer Ferien) auf Rügen. Da war keinerlei "Gedränge"! Klappt ja auch garnicht, denn dort ist zu jeder Hochsaison jedes Quartier belegt, mehr als alles belegt geht nicht. Und klar, Restaurants mußte man wie in jeder anderen Hochsaison dort vorher reservieren, aber die Strände waren genauso streßfrei und leer wie immer.

  • Gleiches hörte ich, nebenbei bemerkt, auch von den Balearen mitten im Hochsommer. Hier Mallorca und Menora. Ibiza wollte ich ja hin. Bin ich aber nicht wegen 24/7 Maskenpflicht und Reisewarnung.


    Die Bilder aus Bergamo vom Ballermann waren entweder eine mehr oder weniger einmalige Ausnahme oder tendenziös so aufgenommen. Oder beides.


    Ist schon hart, wie sehr (Auslands-)Reisen moralisch verpönt sind mittlerweile... Da hängen, hier wie dort, abertausende Existenzen dran. Und eine Bedrohung dadurch hat sich schlichtweg nicht realisiert, TROTZ vieler Reisen in ebendiese Gebiete in den vergangenen Monaten.


    WDJ_Lasse einfach machen! Hinfahren!

  • Die steigenden Fallzahlen vermitteln nicht nur eine schlechte Nachricht, sondern leuchten auch die aktuelle Situation der Fälle. Nach der Pandemie hat sich unser gesamtes Leben verändert. Vor allem unser Umgang mit unseren Mitmenschen leidet darunter. Die Maskenpflicht ist kaum zu ertragen, die ganzen Regeln begrenzen uns in einem bestimmtem Ausmaß. Ich habe das Gefühl, als ob ich ständig unter Kontrolle wäre. Ich frag mich schon, wann sich alles wieder im positiven Sinne verändern wird.

    Einmal editiert, zuletzt von fanatiker8841 ()

  • Die steigenden Fallzahlen vermitteln nicht nur eine schlechte Nachricht, sondern leuchten auch die aktuelle Situation der Fälle. Nach der Pandemie hat sich unser gesamtes Leben verändert. Vor allem unser Umgang mit unseren Mitmenschen leidet darunter. Die Maskenpflicht ist kaum zu ertragen, die ganzen Regeln begrenzen uns in einem bestimmtem Ausmaß. Ich habe das Gefühl, als ob ich ständig unter Kontrolle werde. Ich frag mich schon, wann sich alles wieder im positiven Sinne verändern wird.

    Wo kann ich am besten wetten abschließen? Hast du da einen Link?

  • ich sage es mal extra etwas überspitzt....also entweder wir haben eine Pandemiesituation katastrophalen Ausmaßes die die Einschränkungen (die immer noch Grundrechte berühren) rechtfertigen, dann sollten Urlaube eigentlich doch auch kein Thema sein....oder eben halt nicht.