• Meine Güte was ein Kindergarten hier teilweise. Dieser (ausschließliche) Austausch persönlicher Nettigkeiten ist dermaßen nervig.


    Bronco


    Bei uns haben sich meistens die Betroffenen selbst dagegen entschieden nochmal ins Krankenhaus zu gehen. Viel zu groß war die Angst davor, alleine im Krankenhaus zu sterben. So war wenigstens noch etwas vertraute Umgebung vorhanden. Besuch zur Sterbebegleitung war auch gestattet. Ansonsten haben es dann meist die Notärzte mit den Angehörigen besprochen. Aber auch da sind die wenigsten dann dafür gewesen, das es nochmal zu einer KH-Einweisung kommt.

    Bei uns war die Quote vielleicht 10% gewesen, die nochmal einer Behandlung im Krankenhaus zugestimmt haben. Zurückverlegt wurde von denen dann leider nur ein äußerst geringer Teil.

  • Naja. Aus eigener Erfahrung muss ich sagen, das es leider viel zu selten so ist. Das kommt dann oft auf die Kooperation der Hausärzte und auch Sanitätshäuser an. Leider scheitert es meistens an den Hausärzten. Sauerstoffkonzentratoren können verschrieben werden und dann auch zügig vom Sanitätshaus geliefert werden. Machen viele Häusärzte aber nicht.

    Ebenso keine adäquate Schmerztherapie. Brückenteams sind da immer ne super Sache, aber die waren auch ohne Corona schon komplett ausgelastet.

  • Danke für den Erfahrungsbericht, siggi1896 Schön zu hören, dass das (zumindest bei euch) zu klappen scheint. Wenn diese ganze Sache etwas "Gutes" hat, dann vielleicht, dass etwas mehr Bewusstsein für Entscheidungen am Lebensende bei allen Beteiligten entsteht. Meine Erfahrungen aus Prä-Corona-Zeiten sind da leider häufig sehr frustrierend.


    Und ja. Die (haus-)ärztliche Versorgung Sterbender in Pflegeeinrichtungen aber auch im häuslichen Umfeld ebenso wie die Erreichbarkeit und das "Verständnis" bei Angehörigen oder Betreuenden ist ein riesiges Problem und man steht dann da, wenn es soweit ist und fragt sich, wie kann das bitte sein?

  • Brückenteams

    Was ist das bitte?

    Mobile Hospizteams quasi. Das sind Teams bestehend aus Ärzten und Pflegern (meist einem Krankenhaus zugehörig), die sich um die ambulante medizinische Versorgung Schwerstkranker (oft Krebspatienten) kümmert. Gerade was eine würdevolle Schmerztherapie angeht, sind die da nicht so zurückhaltend, wie viele Häusärzte. Und sie sind 24/7 erreichbar und reagieren sehr sehr schnell.

  • Naja. Aus eigener Erfahrung muss ich sagen, das es leider viel zu selten so ist. Das kommt dann oft auf die Kooperation der Hausärzte und auch Sanitätshäuser an.1) Leider scheitert es meistens an den Hausärzten. Sauerstoffkonzentratoren können verschrieben werden und dann auch zügig vom Sanitätshaus geliefert werden. Machen viele Häusärzte aber nicht.

    2)Ebenso keine adäquate Schmerztherapie. Brückenteams sind da immer ne super Sache, aber die waren auch ohne Corona schon komplett ausgelastet.

    1) warum nicht ?! geht es um geld ?

    2) warum nicht ?! Arbeitsüberlastung ?

  • 1) Ja unter anderem. Viele Hausärzte haben Angst um ihr Budget, was sie zur Verfügung haben. Verordnungen für Hilfsmittel (was ein Sauerstoffkonzentrator ist) fallen da aber gar nicht rein. Dann gibt es auch noch Ärzte, die der Meinung sind das Sanitätshäuser, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten usw reinste Geldmacherei ist. Das betrifft vor allem die alte Garde der Hausärzte.

    Zu 2.) Für die Schmerztherapie sind auch die behandelnden Ärzte verantwortlich. Wir als Pflegepersonal setzen das nur um. Wenn die Schmerztherapie größtenteils gut wäre, würde das einiges an Überlastung für uns reduzieren.

  • ja , die medikation wird ärztlich festgelegt, ihr setzt es um, das ist mir klar.


    scheuen die ärzte davor zurück, ausreichend hoch dosierte schmerzmittel zu geben , aus angst man könnte ihnen sterbehilfe unterstellen, falls es zu einer überdosierung kommt ?

  • Ja, ist auch ein Grund. Oftmals ist es aber leider auch Ignoranz.

    Will nicht wissen wie oft ich schon den Satz gehört habe, man möchte doch bitte mal schauen wie alt der Mensch doch schon ist. So nach dem Motto "lohnt nicht mehr".

    Mittlerweile bin ich da lange genug dabei und auch selbstbewusst genug, da den Ärzten meine persönlichen Kommentar zu kundzutun, aber das trauen sich leider nicht so viele.

  • Der Artikel den ich gestern gepostet hatte sich ja auch mit der derzeitige Lage in den Heimen beschäftigt und greift ein paar der Punkte auf die Ihr aus der Praxis erläutert habt. Danke für Eure erste Hand Berichte ...


    Die Autoren versuchen dann darzulegen wo die Probleme schon außerhalb der Pandemie sind/waren und was das für die Situation in einer Pandemie bedeutet. Sie versuchen auch Verbesserungsvorschläge zu machen ... wohingegen es sicherlich keine "einfache" Lösung gibt, sonst hätte man das ja auch schon längst durchgesetzt...es herrscht Fachkräftemangel. Sie bringen bei einem Ausbruch mobile Teams, verstärkte technische Kontaktmöglichkeiten und Angehörige die sich für Ihre Verwandten engagieren wollen ins Spiel. Da fand ich folgende Sätze einprägsam: "Wer im hohen Alter erkrankt ist, für den sind Basismaßnahmen wie die regelmäßige Flüssigkeitszufuhr, die auch mal Stunden dauern kann, und die sichere Medikamenteneinnahme essenziell – aber ebenso auch soziale Zuwendung. Ohne sie gibt es weder Aussicht auf (in der Mehrzahl mögliche) Heilung, noch Palliation."


    Ich habe selbst schon den Tot von nahen Angehörigen (einmal auf einer Intensivstation) begleitet, die Vorstellung, dass mir das nicht möglich gewesen wäre, dass man diese Menschen teilweise Wochen- und monatelang von ihren Angehörigen isoliert dahinsiechen und sterben gelassen hätte, empfinde ich als grausam und unmenschlich...und eben irgendwie weiterhin nicht als alternativlos und mehr Schlagzeilen wert. Denn nur wenn das Thema verstärkter in der öffentlichen Wahrnehmung ankommt wird sich vielleicht etwas ändern.


    Was haben wir auf die Schweden geschimpft, dass sie haben Ihre Alten in den Heimen haben sterben lassen. Wir tun gerade genau dasselbe ... was die prozentuale Verteilung der Toten auf die Wohnform Heim anbelangt sind wir bereits soweit.

  • In der Schweiz werden die Zügel ab Montag wieder strenger angezogen, unter anderem mit einer Pflicht zu Homeoffice und Treffen von höchstens fünf Personen statt bisher zehn. Wo Homeoffice oder von anderen getrenntes Arbeiten nicht möglich ist, müssen Risikopersonen bezahlt freigestellt werden. Das bedeutet wohl, dass ich ab Montag auch wieder zu Hause bin.


    Die Regelungen mit den geschlossenen Geschäften betrafen meinen Kanton bisher schon, jetzt müssen die anderen nachziehen. Das gilt alles erstmal bis Ende Februar.


    Quelle


    Am Mittwoch habe ich einen Arzttermin, da werde ich dann auch gleich die Impfung ankurbeln.

  • Tag 1 der ersten Quarantäne 2021. Wir dürfen täglich von 7 bis 8.30 Uhr an der frischen Luft Sport treiben. Ich bin eine halbe Stunde zum Joggen draußen gewesen. Im Park waren viele Leute unterwegs: zum Joggen, Gymnastik, mit Kindern, mit Hunden oder auch einfach nur, um in Ruhe zu kiffen. Alles um 7.30 Uhr.


    Gestern haben wir uns mit einer Freundin noch ein Abschiedsbier in der Kneipe gegönnt. Es war wie ein Abschied vom Urlaub. In den nächsten vier Wochen (mindestens!) ist das nicht mehr möglich. Morgens darf man zum Sport raus, danach kann man sich zweimal pro Woche einen Schein holen. Sommer 2021 ist irgendwie nicht so toll.

    Einmal editiert, zuletzt von Florian ()