• Wichtiger Beitrag von Lobo zur aktuellen Lage. Falls wir den noch nicht hatten.

    Fand ich nicht. Was hat Dir gefallen?

    Ich zum Beispiel folgendes:

    Zitat

    Es ist nicht asozial, auch an die Zeit nach Corona zu denken


    In einer liberalen Demokratie sind die meisten gesellschaftlichen Fragen Abwägungsfragen, und der diskursive Prozess der Abwägung ist legitim. Auch wenn er in diesem Moment nicht in das eigene Aufregungskorsett hineinpasst. Denn es geht nicht nur bei Corona darum, dass man Leben retten könnte, wenn man sich nicht um Grundrechte schert, sondern etwa alle in Grund und Boden überwacht. Das war bei der Debatte um Terrorismus oder Gewaltkriminalität ebenso. Es ist nicht asozial, auch an die Zeit nach Corona zu denken und an den Zustand der liberalen Demokratie.

    Und die Leichtfertigkeit mit der gerade mit Grundrechtseingriffen von einer durch, wie von ihm so genannten, "Vernunftpanik" geleiteten Politik um sich geworfen und auch noch beklatscht wird finde ich zumindest mal hinterfragenswert. Siehe jetzt eilig die Handydaten aller Bewohner zur Auswertung zur Verfügung zu stellen etc.. Das sind in der Tat Dammbrüche die es so vorher noch nicht gegeben hat und die auch nach der Krise Auswirkungen auf unsere Freiheit haben können und werden. Die Freiheit die uns ja angeblich so wichtig ist.


    Was passiert hier den gerade eigentlich, auch hier im Thread? Da wird von einem subjektivem Gefühl heraus nichts anderes gesagt wie: "Die Leute können nicht mit ihrer Freiheit umgehen, nehmt ihnen diese Freiheit weg!". Und das obwohl von Medizinern gesagt wird, dass eine Ausgangssperre nur zweifelhaften Nutzen hat (mit dem Hinweis auf die Entwicklung in Italien trotz Ausgangssperre).

  • Ok, das ist ein Punkt. Es muss darum gekämpft werden, dass die Freiheiten wieder selbstverständlich sind, wenn die Krise vorbei ist. Ist auch relevant, sollte die Bundeswehr auf einmal zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit eingesetzt werden. können.

    Nicht, dass eine alternative Regierung es dann plötzlich leicht hat....


    Ansonsten fand ich Lobo eher schwach, denn seine Definition der 'Vernunftpanik' z.B. kann ich so nicht teilen.


    // edit:

    Eine Ausgangssperre ist nur so gut, wie sie auch eingehalten wird. Und wie sie überwacht werden kann. Wir haben im Westen zu Glück wenig Erfahrung damit mittlerweile.

  • Was passiert hier den gerade eigentlich, auch hier im Thread? Da wird von einem subjektivem Gefühl heraus nichts anderes gesagt wie: "Die Leute können nicht mit ihrer Freiheit umgehen, nehmt ihnen diese Freiheit weg!". Und das obwohl von Medizinern gesagt wird, dass eine Ausgangssperre nur zweifelhaften Nutzen hat (mit dem Hinweis auf die Entwicklung in Italien trotz Ausgangssperre).

    Na ja, in Italien war der Drops schon vor der Ausgangssperre gelutscht.

  • Viel Erfolg bei Deinem Vorhaben:respekt:

  • Schöne Anekdote auf Twitter.


    Zitat

    Ein dänischer Supermarkt geht genial kreativ gegen Hamsterkäufe(r) vor: Für eine einzige Flasche Desinfektionsmittel werden lediglich 40 Kronen (5,50 Euro) verlangt – für zwei Flaschen jedoch 1000 Kronen (134 Euro) pro Flasche. Besser hat der Markt wohl noch nie geregelt!

    Geht man halt mehrfach Einkaufen. Oder mit der ganzen Familie und jeder kauft eine Flasche. Das hat letzten Endes leider nur eine kleine positive Auswirkung. Wer will, der bekommt trotzdem die gewünschte Menge. Sofern denn überhaupt vorhanden.

    Es ist die Idee, die hier zählt, und die Botschaft/ das Signal, das ausgesendet wird.

  • in italien gibt es momentan ca 35000 nachgewiesene fälle mit rund 3000 toten.

    in deutschland gut 12000 fälle mit 35 opfern.

    wie kann ich mir diese doch recht heftige prozentuale differenz erklären?

  • in italien gibt es momentan ca 35000 nachgewiesene fälle mit rund 3000 toten.

    in deutschland gut 12000 fälle mit 35 opfern.

    wie kann ich mir diese doch recht heftige prozentuale differenz erklären?

    Auf die schnelle: Gesundheitssystem nur mittelmäßig im EU vergleich, dazu höchster Altersschnitt in der EU und man kannte Patient Zero nicht.


    In England wird es richtig lustig werden mit deren Gesundheitssystem.

  • Ok, das ist ein Punkt. Es muss darum gekämpft werden, dass die Freiheiten wieder selbstverständlich sind, wenn die Krise vorbei ist. Ist auch relevant, sollte die Bundeswehr auf einmal zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit eingesetzt werden. können.

    Panorama brachte vor kurzem die Einschätzung, dass 15 bis 20 % der Bundeswehr-Soldaten rectsextrem sein sollen. Schon von daher könnte ein Einsatz der Bundeswehr zur Wahrung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit problematisch werden.


    https://www.tagesschau.de/investigativ/panorama/mad-121.html


  • Hinzu kommt wohl von den Zahlen her, dass Italien nicht flächendeckend aus den Arztpraxen heraus, sondern vorwiegend bis ausschließlich die bereits schweren Fälle in den Krankenhäusern testet. Deshalb ist die Gesamtzahl so "niedrig" (die milden bis mittelschweren Verläufe werden gar nicht mitgezählt) und sind hiervon ausgehend auch die Todesfälle derart hoch. Zudem eben die Sache, dass auch jeder Verstorbene nachträglich getestet wird und sobald der Virus gefunden wird, das in die Todesstatistik einfließt, ohne Unterscheidung, ob das auch wirklich die Ursache war. Ein wenig erklärt bis angerissen wird das etwa hier:


    https://www.faz.net/aktuell/ge…entdeckt-16681450-p2.html


    Dennoch sieht man ja jetzt auch für Deutschland, dass sich trotz der noch niedrigen Todeszahlen, diese sich in kurzer Zeit verdoppelt haben. Dass man an die italienischen Zahlen herankommt, ist aber hoffentlich bis wahrscheinlich unwahrscheinlich.

  • in italien gibt es momentan ca 35000 nachgewiesene fälle mit rund 3000 toten.

    in deutschland gut 12000 fälle mit 35 opfern.

    wie kann ich mir diese doch recht heftige prozentuale differenz erklären?


    Unterschied absolute Zahlen: Die sind uns vier Wochen voraus. (Drosten.)


    Unterschied Todesrate:

    - (Noch, wird sich teilweise anpassen) schlechtere Versorgung mit Tests in Italien im vgl. zu Deutschland, so dass die schweren Fälle/Todesfälle in den bekannten Zahlen verhältnismäßig überrepräsentiert sind, zudem, natürlich:

    - In Italien ist die Kapazität an Intensivbetten örtlich gesprengt, deswegen sterben deutlich mehr Leute, weil nicht alle behandelt werden können.

  • San

    in italien gibt es momentan ca 35000 nachgewiesene fälle mit rund 3000 toten.

    in deutschland gut 12000 fälle mit 35 opfern.

    wie kann ich mir diese doch recht heftige prozentuale differenz erklären?

    in Italien wird auch nach Tod auf Corona getestet und wenn positiv, ist es die Ursache... hier wohl nicht.

  • Was passiert hier den gerade eigentlich, auch hier im Thread? Da wird von einem subjektivem Gefühl heraus nichts anderes gesagt wie: "Die Leute können nicht mit ihrer Freiheit umgehen, nehmt ihnen diese Freiheit weg!". Und das obwohl von Medizinern gesagt wird, dass eine Ausgangssperre nur zweifelhaften Nutzen hat (mit dem Hinweis auf die Entwicklung in Italien trotz Ausgangssperre).

    Na ja, in Italien war der Drops schon vor der Ausgangssperre gelutscht.

    Alles, was die sub 30 und die Rentner von der Strasse, aus den Parks und den Cafes bringt ist gut.


    Wir sind heute morgen in die Feldmark gefahren, um mit der Hündin keinen zu treffen. Hat prima geklappt, da war niemand. Die B1 und die B3, die sich bei uns kreuzen, praktisch leer und wen, dann fast ausschließlich Lastwagen. So weit, so gut.


    Auf dem Rückweg per PKW durch Elze waren um etwa 8:30 Uhr nur Menschen über 65 unterwegs, einer sogar samt Beatmungsgerät.


    Heute nachmittag wird dann wieder die hoffnungsvolle Jugend und die Muttis mit Kinderwagen unterwegs sein.


    #Ausgangssperrejetzt

  • UK hat doch bisher eine prima Strategie gehabt :ahnungslos:


    https://www.sueddeutsche.de/ku…ntheater-brexit-1.4848352

  • prickelpit96 ,das, was juk96 gesondert zitiert hat, fand ich extrem wichtig!


    Seine Definition von Vernunftpanik war in der Tat eher schwach. Bedenkenswert finde ich hierbei dennoch den Aspekt, dass viele, die jetzt hochmoralisch gegen andere argumentieren es sich eben auch leisten können.


    Sein überspitztes Beispiel von der Wirkung einer Ausgangssperre in einer 9 Zimmer Wohnung und einer 2 Zimmer Wohnung der Alleinerziehenden trifft es schon. Für den einen gut machbar, für die andere ein wirklich schimmer Zustand.


    Ums nochmal deutlich zu sagen: bitte keine Spaßveranstaltungen in größeren Gruppen. Aber doch bitte auch kein totaler Einschluss. Hier MUSS ein Zwischenweg gefunden werden!

  • Mit Verlaub, auch der Verbleib in einer Zwei-Zimmer-Wohnung während einer Ausgangssperre ist ein absolutes Luxusproblem. Es geht gerade um ganz andere Dinge.

  • Wie muss ich mir das jetzt vorstellen, stscherer: Du denkst bei einem Ausgang über eine Ausgangssperre für die anderen Bürger nach ? ;)

  • Dazu mal eine platte Frage: Wenn man unter Quarantäne gestellt wird, was macht denn dann eigentlich der Rest der Familie?


    Das hängt natürlich davon ab, welches Konzept man hat und wie das durchgesetzt wird.


    Quarantäne heißt idealerweise, dass nicht nur die Erkrankten bzw. Infizierten sondern ihre Kontakte auch unter Quarantäne fallen. Familienangehörige, mit denen man zusammenlebt, ganz bestimmt.


    Da war gestern schon so eine Vorstellung von Dir, wo ich mir dachte: So ganz geht die Rechnung nicht auf, und zwar, als Du von einer Trennung von Personen im Haushalt sprachst. Im selben Haushalt ist eine Übertragung praktisch nicht zu vermeiden, wie Dir wohl jeder mit Familie bestätigen wird. (Der Erfahrungwert wird dadurch etwas verschleiert, dass ich natürlich nicht notwendig auch Grippe kriege, wenn meine Familie das kriegt, unter Umständen bin ich einfach fitter, als die Mutter meiner Kinder, z.B. Die Regel aber ist, dass wenn ein Kind was einschleppt, auch beide Eltern krank werden, idealerweise nicht gleichzeitig. Die Geschwister natürlich sowieso. Das läuft praktisch immer gleich ab.)

    Einmal editiert, zuletzt von ExilRoter ()

  • Dazu mal eine platte Frage: Wenn man unter Quarantäne gestellt wird, was macht denn dann eigentlich der Rest der Familie?


    Solange nicht feststeht, ob der eigentlich (Erst-)Betroffene die schon angesteckt hat, muss ja eigentlich jeder für sich in Quarantäne, aber wie soll das gehen? Und wenn es dann feststeht, dass man sich angesteckt hat, kann man wohl gemeinsam die Quarantäne begehen, aber wenn nicht? Dann muss man darauf hoffen, dass man Verwandte mit Gästezimmer hat oder Geld fürs Hotel?

    Da geht es dann wohl um die potentielle Infizierung nach Graden. Ein Bekannter von mir ist gerade in Quarantäne, da bei ihm im Büro jemand Covid-19 hat(te). Da er aber keinen direkten Kontakt mit ihm hatte ist er potentieller Gefährder 3. Grades (mir fällt gerade das richtige Wort dafür nicht ein).... das heißt seine Freundin ist Gefährder 4.Grades. Für sie zählt die Quarantäne nicht und sie kann im gemeinsamen Haushalt ein und aus gehen.


    Das würde sich dann natürlich ändern, wenn er auch anfangen würde Sympthome zu zeigen und positiv getestet würde. Dann wäre er 1. Grad, sie 2. Grad und wäre dann auch von der Quarantäne betroffen.

  • Mit Verlaub, auch der Verbleib in einer Zwei-Zimmer-Wohnung während einer Ausgangssperre ist ein absolutes Luxusproblem. Es geht gerade um ganz andere Dinge.


    Sehe ich anders. Es ist ein praktisches Problem.


    Ein Freund von mir wohnt mit Freundin und drei Kindern in einer Dreizimmer-Wohnung. Natürlich wird denen eher die Decke auf den Kopf fallen, als jemand mit Villa in Waldhausen oder aber Einfamilienhaus mit Garten in Gehrden, sie werden eher rausgehen. Denen fällt schon im "Normal"-Alltag ohne Corona regelmäßig die Decke auf den Kopf. Und das ist ja keine Maßnahme für einen Tag, sondern für Wochen.