Beiträge von ExilRoter

    Nach Naroditski (hatte ich weiter oben mal allgemein empfohlen) macht jetzt ein weiterer GM einen "speed-run", bei dem er auf Lichess gegen Spieler spielt und die Spiele kommentiert. Es handelt sich um "Ginger GM" Simon Williams. Ich habe gerade mal reingeguckt und man kann nicht nur viel lernen, er hat auch einen hohen Unterhaltungswert.


    Englisch.


    Ein letztes Mal: Ich werde auf jemand, der mich als "Impf-Gegner" bezeichnet hat, als Antwort auf ein Post, in dem ich von meiner 2. BionTech berichtete, nicht antworten. (Und ich empfinde es als besonders krass, dass er die Traute hat, ausgerechnet bei diesem Thema zu versuchen, so zu tun, als sei nichts geschehen.)


    Ich plädiere klar dafür, dass wir diese Diskussion _nicht_ "stscherer"-Style führen. Mir zumindest ist das viel zu Ernst und zu wichtig, und die Gefahr ist sehr groß, dass das unsachlich wird. Bislang war diese Runde zum Thema auch zivil, bleibt das nicht so, bin ich raus. Dieser Thread entgleitet regelmäßig und unter den Umständen habe ich echt besseres zu tun, wohingegen ich an einer sachlichen Diskussion durchaus interessiert bin.


    Für heute bin ich auch erstmal raus, weniger wegen Euch, sondern weil ich jetzt an meinem Billiard arbeite.

    Was machst du eigentlich wenn die STIKO die Impfempfehlung für Jugendliche in nächster Zeit ausspricht bzw. würde das deine Einstellung ändern?


    Lustig, vor 2 Monaten oder so ist mustermann auch schon davon ausgegangen, dass die Stiko 'bald' eine Empfehlung ausspricht. "Komischerweise" noch nicht passiert. Die Gegenfrage wäre eigentlich: Was meint ihr eigentlich, warum? Denn der Nicht-Empfehlung wird ja von vielen nicht mehr Beachtung geschenkt als "Nur eine Frage der Zeit", aber es scheint dann doch nicht so einfach zu sein. (Wovon ich für meinen Teil nicht überrascht bin.)


    Es würde meine Einstellung ändern, definitiv. Ich würde mir _dann_ den Fall auch nochmal vorlegen und recherchieren. Eine geänderte Einstellung heißt aber nicht automatisch, dass ich dann Befürworter der Impfung werde. Zur Kenntnis zu nehmen, dass die Stiko den gesundheitlichen Nutzen als gegeben ansieht, ändert aber natürlich die Einstellung zur Impfung.


    Letztlich entscheidet meine 14-jährige selber, d.h. wenn sie sich impfen lassen will, werde ich meine Bedenken äußern und dann die Entscheidung unterstützen. Wenn sie sich nicht impfen lassen will, unterstütze ich das auch.

    Stand jetzt ist: Sie will sich nicht impfen lassen. Hatte ich schon das letzte Mal ausführlicher geschrieben. Sie nimmt die Situation ziemlich so wahr, wie ich, dass nämlich diese Gesellschaft ihre Generation für gesellschaftliche Zwecke impfen möchte. Und dass sie diesen Eindruck bekommen hat, ändert sich nicht durch eine geänderte Impf-Empfehlung. Sie sieht mit wachen Augen, was hier passiert und wir als "Gesamtheit der Erwachsenen" geben allgemein kein gutes und speziell kein vertrauenswürdiges Bild ab.

    Die Impfung gegen Gürtelrose ist bspw. generell zugelassen, aber wird von der Stiko für <50J nicht empfohlen. Da ich schon eine Gürtelrose hatte, aber nicht Ü50 bin, überlege ich dennoch mich impfen zu lassen, weil ich sowas nie wieder erleben will.


    Ja, genau. Und das ist Deine eigene Entscheidung und die Entscheidung, die Du triffst, triffst Du in Abwägung des Risikos und in eigener Verantwortung.


    Deswegen schrieb ich ja oben: Der politische und mediale Druck auf dieser Generation (auch in Form von "positiven Anreizen", wie, dass man wieder in den Urlaub fahren kann) ist das Hauptproblem.


    In der Theorie sieht das toll aus: Es gibt ein Aufklärungsgespräch und dann entscheidet jeder, sich freiwillig impfen zu lassen oder halt nicht.


    In der Praxis liegt aber auf dieser Generation ein ziemlich hoher Druck, sich impfen zu lassen, der eben nicht durch ihre gesundheitlichen Interessen (entlang derer die Stiko-Empfehlung erfolgt), sondern durch gesellschaftliche Zwecke ausgeübt wird.


    Unterm Strich finde ich einfach nicht in Ordnung, für "die Herdenimmunität" (hinter der sowieso ein großes Fragezeichen steht) dieser Generation sowas auch noch zuzumuten, solange es nicht nach bestem Wissen und Gewissen in ihrem eigenen gesundheitlichen Interesse ist.


    Und nur, bevor mich hier der nächste als "Impfgegner" bezeichnet: Ich bin selber geimpft. (Meine Kinder sind entlang der Empfehungen der Stiko komplett durchgeimpft.) Ich wäre wahrscheinlich auch geimpft, wenn die Stiko es für mich nicht empfohlen hätte. Aber als Vater sage ich: Ich tue das gerade auch für meine Kinder. Mit Heranwachsenden sollte man da vorsichtiger umgehen.

    Ja, okay.


    Ich schon.


    Und andere Impfungen interessieren mich jetzt nicht. Tatsächlich auch, weil ich das Thema gar nicht ausweiten will. (D.h. ich will sagen: Wenn ich das höre, denke ich schon, dass man das problematisch sehen kann.)


    Aber das Problem hier ist, wie gesagt, dass politisch und medial Druck gemacht wird gegen die gesundheitlichen Interessen dieser Altersgruppe.

    Natürlich hat die Politik versagt. Keine Frage. In dem von dir verlinkten Artikel steht aber eigentlich nur, dass man jetzt für alle willigen 12-17 -Jährigen eine Impfmöglichkeit garantiert. Ich sehe den Skandal nicht.


    Einen Skandal sehe ich da auch nicht. Dennoch bin ich bei chrititius. Ich sehe da schon ein Problem.


    Wenn die entsprechende Impfung nicht von der Stiko empfohlen wird, ist es quasi eine Impfung gegen ärztlichen Rat. (Und natürlich gibt es Ärzte, die trotzdem impfen. Aber die Stiko ist das höchste fachliche Gremium, oder nicht? Und entsprechend habe ich neulich auch einen Deutschlandfunk-Beitrag gehört, in dem beschrieben wurde, dass viele Ärzte offensichtlich nicht in der Altersgruppe ohne besondere Implikation impfen.)


    Das Problem besteht darin, dass die Impfung dieser Bevölkerungsgruppe, für die nach Einschätzung der Stiko weiterhin das Impfrisiko das Erkrankungsrisiko überwiegt, offensichtlich politisch gewollt ist, um die Durchimpfung der Gesellschaft gesamt voranzubringen.


    Und das ist ein Problem. Das Problem hatte ich vor x Seiten hier schonmal beschrieben und habe kaum Bock, das offensichtliche nochmal auszuschreiben, weil mich das ernsthaft ankotzt, aber bitte: Diese Gruppe soll nicht zu ihrem Schutz geimpft werden, sondern für... da kann sich jeder aussuchen, woher der Druck kommt. (Und auch hier stimme ich christitius explizit zu, dass man damit u.a. Schulöffnungen erreichen will. Teilweise wird das auch ausdrücklich gesagt. Und was hier nicht sitmmt, ist, mit der Impfung Schüler zu gefährden, statt Schulöffnungen mit anderen Mitteln möglich zu machen und insoweit das nicht geht, Fernunterricht massiv zu verbessern, auszubauen etc.)


    Die Medien machen dieses Spiel überwiegend mit.


    Eine rationale Impfpolitik sieht anders aus. Das wurde auch an anderen Punkten deutlich, war letztlich aber nicht so wichtig. Aber in diesem Fall finde ich ziemlich krass, wie hier mit den Heranwachsenden umgegangen wird.

    Freitag das erste Konzert seid 100 Jahren, 1,5 Jahren... Frittenbude und Pöbel MC im Ricklinger Bad.


    Das war aber sowas von überfällig.


    Schau meiner Toleranz weiter beim Verbluten zu

    Und sie blutet, sie blutet, sie blutet

    Mache auf Kopf kaputt, ihr macht auf weiter so

    Einfach weiter so, einfach weiter so

    Wenn alles dunkel wird, steigt niemals ohne Axt ins Boot

    Niemals ohne, niemals ohne

    Weil Rudern gar nichts bringt, wenn die Idioten kommen

    Die Idioten


    thefireraven: Wie ich oben schrieb: Die Kontruktion eines Feindbildes statt die Thematisierung von Politik. (Das Beispiel mit Laschet und der Braunkohle finde ich immer noch lahm, aber es ist wenigstens politisch.)

    Hui, du bist ja fast so aufgebracht wie diverse AfD-Ottos, die das Plakat zur Anzeige gebracht haben.


    Lies es mal als Aussage, nicht als Aufforderung.


    Anzeige habe ich jetzt nicht erstattet. Und meine Sympathie für die AfD beziffert sich nach wie vor auf exakt 0.


    Wenn ich das als Aussage lese, wird es nicht besser, sondern schlimmer und genau das ist der Punkt. Zizek wirft ja Hitler (und, unter anderem, Heidegger, etc.) bekannterweise vor, nicht radikal genug gewesen zu sein: Statt auf die Erkenntnis hin, dass der moderne Kapitalismus die Gesellschaft kaputt macht, den modernen Kapitalismus anzugreifen, mit den Juden dafür einen Sündenbock zu schaffen, um dann einen "gesunden", "harmonischen" Kapitalismus zu propagieren, der natürlich judenfrei gemacht werden muss.


    Vor dem Hintergrund ist es nicht weit von "Nazis töten" zu "die Juden sind unser Unglück". Ist derselbe Mechanismus.

    "Die Partei" plakatiert "Nazis töten"? Ernsthaft?


    Was für Vollidioten.


    EDIT: Bevor hier jemand kommt mit "Satire". Dem würde ich antworten: Genau da ist das Problem, dass die ernsthaft denken, das sei lustig.

    Alte Liebe, Du unterschätzt mE das militärische Potenzial Chinas. Auch ist China durchaus die militärische Option zuzutrauen. Das Risiko wird als durchaus real eingeschätzt. Xi Jinping möchte den Anschluss Chinas wohl noch während seiner Amtszeit umsetzen.


    Der Punkt ist: Es kann niemand verhindern, sofern der Wille in Bejing, den Konflikt einzugehen, gegeben ist. Die USA könnte wahrscheinlich nicht mal die Invasion Taiwans verhindern. China selber militärisch zu schlagen ist praktisch ausgeschlossen, da die USA nur bis ca. 500km hinter der Küste Lufthoheit etablieren könnte. (Wenn überhaupt, also dauerhaft.)


    Es wurden von Seiten der USA eine Reihe von Planspielen durchgeführt, in denen sich das oben skizzierte grob als Ergebnis herausgestellt hat:


    "In simulated combat in which China attempts to invade Taiwan, the results are sobering and the United States often loses, said David Ochmanek, a former senior Defense Department official who helps run war games for the Pentagon at the RAND Corp. think tank." Quelle: NBCnews.


    China müsste einen sehr hohen Preis zahlen und es ist eine offene Frage, ob es dafür bereit ist. Aber generell liegt, wie gesagt, der Ball bei China.

    Und mal Eines: da sass mal ein 15jähriges Mädchen irgendwo in Skandinavien mit einem selbstgebastelten Schild, beschriftet mit ungelenken Buchstaben, schweigend vor einem Parlament, ganz allein, und es dachte, es könne sowieso nichts bewegen, aber es müsse halt das tun, was es tun konnte...


    Denk mal darüber nach.


    Das ist so ein Mythos.


    Greta war und ist eine Kampagne, eine Inszenierung.


    Das diskreditiert nicht ihr Handeln, ihren Mut oder das dadurch reale Effekte erzielt werden. Aber diese naive Mythenbildung hilft der Sache auch nicht.


    Greta ist _auch_ eine Foto-Op für VIPs aller Couleur um den Eindruck zu erwecken, dass sie das Thema ernst nehmen oder was tun. (Wenn etwas an Greta dem Problem angemessen ist, ist es meiner Meinung nach ihr Alarmismus, d.h. die Sichtbarmachung des Handlungszwanges, unter dem wir stehen, der aber politisch mE nicht aufgenommen wird.)

    Die ganze Diskussion hat hier wegen der Blödelei ganzschön den Kurs verloren.


    Die "Blödelei" kann man natürlich auch interpretieren, etwa, dass wir zwar das Ritual der Bundestagswahl durchführen (was wir auch unbedingt sollten), dass aber die Möglichkeiten, die diese bietet, irgendwie grotesk unzureichend wirken ob der Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind. (Und da kommt der Klimawandel ganz weit vorne, die Opposition "Klimawandel vs. soziale Gerechtigkeit" ist also mE eine falsche.)


    Eine Systemdiskussion (mit halbwegs seriösem Anspruch) wäre wahrscheinlich im PolZoff-Thread besser aufgehoben.


    Aber einen Punkt hätte ich dann doch noch: Was soll man über "China, USA, Russen, Indien, Canada, Brasilien" reden, wenn in dieser Bundestagswahldiskussion praktisch gar nicht über die EU-Strategie geredet wird? Denn in der EU haben wir massiven Einfluss. Dann ist gerade sowas passiert wie der Brexit und auch davon abgesehen haben wir ja genügend Probleme in der EU.


    Aber irgendwie findet eine Strategie-, Wirtschafts- und Klimadebatte mit Hauptbezugspunkt EU gar nicht wirklich statt, oder täusche ich mich?

    So wie ich das verstehe, gehört Taiwan historisch zu China, mehr noch als etwa Tibet oder Xinjiang.


    Das gibt eine sehr gute Grundlage für chinesische Ansprüche, zudem hat China inzwischen auch die Mittel, diesen Anspruch (militärisch) durchzusetzen oder hat diese Fähigkeit in den nächsten Jahren.


    Es ist also in erster Linie dasselbe "Mackergehabe", welches wir Geopolitik nennen und seit jeher kennen. Es braucht keine weiteren Gründe. Man könnte jetzt noch viel über chinesischen Nationalismus schreiben oder darüber, dass ein Regime in einer Krise sich über äußere Konflikte profilieren kann, der Punkt ist letztendlich, dass China hier in der starken Position ist und die reale Möglichkeit besteht, dass deswegen entsprechend gehandelt wird.


    Wenn überhaupt stellt sich die Frage nach den wirtschaftlichen Folgen. Aber auch hier ist die realistischste Einschätzung meinem Eindruck nach, dass China (irgendwann) zum Schluß kommt, dass 'der Westen' stärker von internationalen Produktionsketten abhängig ist, als China selber. (Eventuell auch militärisch.)


    Ich fürchte also, letztlich hängt somit von China selber ab, und nicht mehr von "uns", was da passiert. "All options on the table."