Beiträge von ExilRoter

    Wäre schön, wenn wir diesen Gegensatz aushalten und die persönlichen Anfeindungen reduzieren können.


    Du beschreibst den Gegensatz schon richtig (meiner Meinung nach), und ich habe das mehrmals hier geschrieben: Ich finde, wir _schulden_ aufgrund unserer Verstrickung mit Russland der Ukraine 100% Solidarität in diesem Krieg.


    Ich kann Leute, die die Kapitulation der Ukraine wiederholt gefordert haben von daher tatsächlich nur formal respektieren. (Das heißt nicht, dass ich jeden, der eine solche Aussage mal gemacht hat, auf der 'falschen Seite der Geschichte' sehe. Aber einige wenige schon, aufgrund Frequenz und Zeitpunkt.)


    Da steckt noch viel mehr dahinter, insbesondere die Frage, wie sich Deutschland nicht nur zur Ukraine sondern auch zu seinen östlichen Nachbarn und Russland positioniert. Aber der Widerspruch, den Du beschreibst, der ist real. Und ich sehe nicht, wie ich einen Kompromiss machen könnte.

    Ich habe nicht Deinen Beitrag gemeint sondern 5396.


    Danke für den Hinweis. Ich sehe tatsächlich eher eine große inhaltliche Distanz meinerseits zu den meisten Diskussionsteilnehmern hier. Mein Verständnis zu beurteilen, überlasse ich natürlich Euch.

    Ich habe den Eindruck, seit Donnerstag ist das Diskussionsniveau hier ziemlich gefallen. Irgendwann wurde da persönliche Giftigkeit wieder hoffähig gemacht.


    Ich finde ja, das tut der Diskussion nicht gut, aber das ist natürlich nur meine Meinung.

    Endlich mal wieder ein sachlicher Beitrag.


    Ich sehe das anders mit a) Verweis auf stscherers Argumentation, der ukrainische Fachwissenschaftler heranzieht und b) mit dem allgemeinen Hinweis, dass das - entsprechend meiner Argumentation oben - unter den Umständen völlig unangebracht ist und die Ukraine sich um ihr Nazi-Problem selber kümmern muss. (Wenn sie dann nach Hilfe anfragen, okay, aber das wird aufgrund der Geschehnisse wohl nicht passieren, die werden sich deutsche Ratschläge länger verbitten.)


    Und in der Tat sehe ich keinen anderen Grund, der diese komische Diskussion erklären könnte, als dass die russische Nazi-Verunglimpfung aufgenommen wird. Sicher in vielen Fällen mit guten Absichten. Aber das finde ich sehr einfältig. Es geht darum, welche Funktion diese Argumentation im Gesamtdiskurs hat.


    Hat die Ukraine im Augenblick ein Problem mit rechter Gewalt? Ja, durch die Russen und momentan ausschließlich damit. Das sagen in jedem Fall die Ukrainer, die ich lese. Wissenschaftler, Journalisten, Aktivisten, Juden, etc. Etwas differenzierter sieht es bei tatsächlichen Antifaschisten aus, aber auch die erwarten eher nach dem Krieg Probleme damit. Ich hab' da aber noch keinen gegen die Verteidiger von Mariupol Stimmung machen sehen. Insofern ich solche Leute im Feed habe, stehen die hinter diesen Verteidigern.

    Ich weiß nicht, ob meine Assoziation zu obigem hier tatsächlich angebracht sind, D2K, entscheide das selber.


    Aber eine meiner Kernerfahrung mit Depression ist: Sie kommt in Wellen. Wenn man aus der eigentlich Episode rauskommt, kommt sowohl die Verbesserung als auch mit Sicherheit wieder ein Loch in Wellen mit tendenziell ansteigender Frequenz.


    Leider hört das meiner Erfahrung nach auch nicht auf. Die Hochs mitnehmen, sich aber darauf vorbereiten, dass auf den Wellenberg das -Tal folgt.


    Also momentan genießen. Von den Wellenbergen kann man positives mitnehmen, etwa, dass kognitive und andere Fähigkeiten tatsächlich komplett zurückkehren, und daran zweifelt man ja gerne im Loch.

    Ich bin nach wie vor kein Bellizist.


    stscherer hattest Du nicht konkret genannt. Ich werde doch nicht ewig rumgrübeln, wen Du meinst, Dich aus irgendwelchen Gründen um klare Aussagen drücken zu müssen.


    Wenn Du hier Sprachkritik betreiben willst, würde ich empfehlen, am konkreten Text zu arbeiten. Ich habe mich nirgendwo bellizistisch ausgedrückt.


    Ich sehe hier durchaus einige auf der falschen Seite der Geschichte.

    Ah, da sind wir inzwischen angelangt. Hauptsache Gift und Geie speien, never mind the Kontext.


    Dieses kategorische Urteil, dass das Heroische komplett und undifferenziert zu verbannen ist, ja, eventuell sogar zum Nazi-Sein qualifiziert, ist meiner Meinung nach einfach falsch.


    Oben hatte ich schon Zizek zitiert, der begründet, warum wir unser Verhältnis zum Heroismus überdenken sollten. Denn ohne heroische Taten kommen wir auch nicht mehr aus der Klimakatastrophe, z.B.


    Aber im Kern geht es hier darum, wer wen worüber zu belehren hat und wie sich das in den Diskurs um den Krieg einführt, d.h. welche Funktion es hat.

    Danke für diesen profunden Beitrag.


    Natürlich habe ich ein Recht, moralische Urteile zu fällen. Nach Kant sogar die Pflicht. Aber Nazi-Verunglimpfung von Ukrainern im Sinne russischer Völkermörder halte ich in der Tat für einen Deutschen noch unangebrachter als von jemand anderem.


    Es mag ja sein, dass diese Art von Sprachkritik, die Menschen wegen z.B. Heldenverehrung zu Nazis erklärt, in Deutschland Sinn ergibt, also auf die deutsche Gesellschaft selber bezogen. Klar, die Sprache ist das Problem, nicht, dass in Deutschland über Jahrzehnte Nazis in Spitzenposten aller Sparten waren.


    Auf andere aber, die sich tatsächlich in einem heroischen Kampf befinden, diese verkorksten Sprachregelungen und -maßstäbe anzuwenden, diese mit tatsächlichen Nazi-Zitaten (s.o.) in Verbindung zu bringen, weil sie während eines Verteidungskrieges von "Helden" sprechen, das finde ich wieder komplett "out of line".


    In Asovstal kämpfen übrigens auch rund 40 Juden. (Quelle, englisch.)

    Man merkt diesem Beitrag Deinen Beruf an. ;)


    Geht das nicht einfacher? Jemand - ich weiß gerade nichtmal, um wen es geht - aus einer Nation mit Nazi-Vergangenheit, deren Nazis Europa mit einem genozidalen Vernichtungskrieg mit Abermillionen von Toten und industrieller Vernichtung von Menschen überzogen, wirf einer Nation, die ein Hauptopfer dieser faschistischen Aggression war, vor, Nazi zu sein und schiebt ihnen die Worte der echten Nazis unter.


    Wenn jemand hier nicht geeignet ist, Nazi-Jäger zu spielen, und zwar aus einer ganzen Reihe von Gründen, ist das Deutschland. Das ist hochnotpeinlich und extrem unangebracht. Meine Meinung.


    In Mariupol stehen:


    36. Marineinfantriebrigade

    Nationalgardeneinheit Asow-Battalion

    Küstenwache- und Polizeieinheiten.


    Poltische Aktivität ist den Soldaten der Ukraine gesetzlich verboten.


    Während Russland einen genozidalen Krieg führt, ein Begriff, der übrigens geschaffen wurde, um den deutschen Vernichtungskrieg präziser zu benennen, wird hier einer abstrakten Person vorgeworfen, Nazi zu sein wegen Nazi-Sprech. Noch dazu von - wenn ich mich nicht täusche - einem Deutschen.

    Prognose von Generalmajor Kyrylo Budanov, Chef des ukrainischen militärischen Nachrichtendienstes: Die russischen Truppen werden ab August einbrechen, die letzten Kampfhandlungen werden gegen Ende des Jahres beendet werden, in Russland wird bereits an einem Coup gearbeitet. Sky News, Original englisch. Übersetzt mit deepl:


    Zitat

    Die baltische Region war am Deutschland-freundlichsten. Das Vertrauen zu Deutschland ist nun gleich Null. Eine deutsche Ostseepolitik gibt es nicht. Wenn Deutschland nicht will, dass dieses Vertrauen in Misstrauen umschlägt, muss sie ihre Politik grundlegend ändern.


    Artis Pabriks, lettischer Verteidigungsminister. (Twitter, zitiert von Justyna Gotkowska, Original englisch. Pabriks eigener Account ist durchaus auch interessant.)


    Ist Euch egal, ich weiß. ;)

    Zitat

    Ich habe dieses Lied einmal meiner Mutter gewidmet, und als der Krieg ausbrach, bekam das Lied eine ganz neue Bedeutung.


    Obwohl in dem Lied kein einziges Wort über den Krieg vorkommt, assoziierten viele Menschen das Lied mit Mutter Ukraine. Außerdem begann die Gesellschaft, es als Hymne unseres Krieges zu bezeichnen!


    Aber wenn Stefania jetzt die Hymne unseres Krieges ist, möchte ich, dass es die Hymne unseres Sieges wird.

    (deepl-Übersetzung des YT-Textes.)


    In "Empfehlenswerte Lieder" kann ich das nicht mit gutem Gewissen posten... Aber irgendwie ist es geil.


    Dzidzio hab' ich über "Diener des Volkes" kennengelernt, aber das hier hab' ich gerade erst entdeckt.


    Erstens bin ich kein Bellizist.


    Zweitens habe ich nur eine Aufforderung zurückgegeben, die mir schon mehrmals hier gemacht wurde.


    Drittens werden die Argumente der Kriegsseite hier von Euch widergekäut.


    Möchtest Du uns nochmal erklären, wie der Krieg die Kriegsverbrechen begeht, und nicht russische Soldaten? Ich bin sehr interessiert an Neusprech und seiner Weiterentwicklung.

    Guardian, original Englisch, Content-Warnung: Gewalt. (Deswegen Spoiler.) Aber lasst uns lieber darum kümmern, dass die Ukrainer was in Bezug auf Entnazifizierung lernen.


    ‘I didn’t believe stories of atrocities in Ukraine. But then I saw the photos’. Auszug.