Beiträge von Schneppe

    Worauf er hinaus will: Das uneingeschränkte Weisungsrecht haben sich DFB und DFL als verbandsrechtliche Regelung ausgedacht und ausgestaltet. Unternehmen wie eine AG oder GmbH & Co. KGaA unterliegen aber eigentlich dem Unternehmens- bzw. Gesellschaftsrecht.


    Da sieht er für die Geschäftsführer solcher Unternehmen einen rechtlichen Konflikt. Denn Martin Kind fühlt sich als Geschäftsführer des DFL-Lizenznehmers Hannover 96 GmbH & Co. KGaA an die Weisungen der ihm gegenüber unternehmensrechtlich weisungsbefugten Organe jener Gesellschaft gebunden. Diese Organe (Hauptversammlung und Aufsichtsrat) repräsentieren komplett oder mehrheitlich die Kapitalseite. Ich kenne die Satzung der Hannover 96 GmbH & Co. KGaA jetzt nicht im Wortlaut, aber m. W. bestimmt ausschließlich die Kapitalseite, der bekanntlich auch 100 % der Anteile der Hannover 96 GmbH & Co. KGaA gehören, den Haushalt und alle mit dem Lizenzspielbetrieb zusammenhängenden Entscheidungen. Beispielsweise auch, ob man innerhalb der DFL für einen Investoreneinstieg stimmt.


    Der Geschäftsführer ist da gesellschaftsrechtlich in der Haftung und sitzt quasi zwischen den Stühlen, wenn er von Kapital- und Vereinsseite zwei miteinander unvereinbare Weisungen erhält. An welche Weisung hält er sich nun? Unser GF hält sich „im Zweifelsfall“ (also immer) an die Weisungen, an er sich gesellschaftsrechtlich gebunden fühlt und das haben seine Anwälte offenbar auch dem e. V. mitgeteilt. Wahrscheinlich hat der Geschäftsführer Martin Kind einfach die berechtigte Sorge, dass der Mehrheitsgesellschafter Martin Kind ihn andernfalls auf Schadenersatz verklagt. ;)


    Dass man mit verbandsrechtlichen Regelungen nicht zwingend das Gesellschaftsrecht aushebeln kann, haben wir ja leider auch 2022 gemerkt. Da hat das verbandsrechtliche 50+1 dem e. V. vor Gericht auch nicht weitergeholfen. Die Instanzen haben die Abberufung von Martin Kind allein gesellschaftsrechtlich bewertet. Mit bekanntem Ausgang.


    BTW: Der BGH wird sich noch zeitnah mit der Abberufung befassen. Er hat die Revision vorgestern zugelassen.

    US-Supreme-Court befasst sich mit Immunität von Trump
    Der Oberste Gerichtshof der USA will sich mit der Immunität von Ex-Präsident Trump beschäftigen. Damit ist der Hauptprozess gegen den Republikaner vorerst auf…
    www.tagesschau.de


    Hm, das ist blöd.

    Zitat

    Die Richter erklärten zudem, dass vor dem Hintergrund dieser Prüfung der ursprünglich für den 4. März angesetzte Prozess gegen Trump wegen des Vorwurfs der Wahlfälschung im Jahr 2020 vorerst auf Eis gelegt werde.

    Habe die Podcasts jetzt nochmal nachgehört. Ist einfach 'ne krasse Story.


    Legion
    Entführungen, Morde, Anschläge: Die Rote Armee Fraktion (RAF) war die brutalste Terrorgruppe der Bundesrepublik. Bis heute sind nicht alle Fälle aufgeklärt und…
    www.ardaudiothek.de


    Da will sich entweder jemand wichtig machen, die Podcaster trollen und hat einfach sein Gedächtnis schlecht sortiert bzw. falsche Zusammenhänge hergestellt.


    Seine vermeintliche Daniela Klette, die er in Köln bei Anonymous-Treffen kennengelernt hat, ist jedenfalls doch nicht Daniela Klette.


    Auf dem Weg zu dieser Erkenntnis kontaktieren die Journalisten des Podcasts unter anderem einen Experten von Bellingcat (Michael Colborne), der Bilder der vermeintlichen Daniela Klette aus Köln per KI-Tool mit über 30 Jahre alten Originalbildern von Daniela Klette abgleicht. Ergebnis der Software: Keine Übereinstimmung.


    Aber Colborne macht auch noch was anderes. Er lässt KI die uralten Originalbilder mit allen im Netz frei verfügbaren Fotos abgleichen (wobei mit Fotos auf Social Media kein Abgleich möglich ist). Die KI findet nun nicht hunderte oder tausende ältere Frauen mit Ähnlichkeit, sondern exakt eine, die laut KI Daniela Klette ist. Eine Frau, die auf vielen Fotos der Homepage eines Capoeira-Vereins in Berlin auftaucht.


    Sie fahren zum Verein, aber da ist sie schon seit ein paar Jahren nicht mehr aktiv. Zugleich finden sie das Facebook-Profil der Frau aus Berlin. Eine gewisse Claudia Ivone. Aber sie gehen der Spur nicht weiter nach, weil sie sich nicht vorstellen können, dass eine abgetauchte RAF-Terroristin Capoeira im Verein macht (und sich dabei zigmal freimütig für die Homepage fotografieren lässt), gemäß den Fotos auf Facebook außerdem verschiedene Länder bereist hat und überhaupt so ganz banal auf Facebook unterwegs ist.


    Nun stellt sich heraus, dass die KI tatsächlich die richtige Person gefunden hat. Bellingcat scheint da einfach besser aufgestellt, als unsere Strafverfolgungsorgane.

    Daniela Klette in Berlin festgenommen worden nach 30 Jahren.

    Ende des Jahres habe ich einen Podcast gehört, dort recherchierten die Redakteure weil jemand behauptete, Daniela Klette bei einem Anonymustreffen kennengelernt zu haben. U.a. war dort die Rede davon, sie sei in einem Carpueratanzkurs gewesen.

    Jetzt lese ich in der Überschrift des Spiegel+ Artikels, dass sie tatsächlich so einen Kurs besucht habe.

    Und der Typ aus dem Podcast könnte tatsächlich recht gehabt haben. Die Geschichte war so abgefahren und die Redakteure waren sich am Ende sehr unsicher ob er glaubwürdig sei oder nicht. Irre, wenn evtl. der Podcast sogar ausschlaggebend für die Festnahme wäre. Die haben sie nämlich sogar besucht und interviewt.

    Das war ein bisschen anders. Zunächst wurde im Podcast dieser Anonymous-Spur aus Köln nachgegangen, die sich nicht bestätigt hat. Damals hatten sie auch einen Experten hinzugezogen, der Bilder von der vermeintlichen Daniela Klette mit einem KI-Programm analysiert hat und zu dem Schluss kam, dass die Dame aus Köln (im Podcast Monika genannt) höchstwahrscheinlich nicht Daniela Klette ist. Die Dame wurde vom Podcast-Team auch tatsächlich in Köln besucht.


    Der Experte hat aber noch ein anderes Programm bemüht, wo mit den Originalbildern von Daniela Klette das Internet nach Übereinstimmungen abgesucht wurde. Dabei wurde eine Frau aus Berlin gefunden, die jahrelang Capoeira in einem Berliner Verein gemacht hat. Damals haben die Podcaster allerdings diese Frau in Berlin nicht ausfindig machen können. Sie waren nur im Verein, wo sie nun bereits nicht mehr aktiv war. Allerdings haben die Podcaster u. a. das auch Facebook-Profil der Frau gefunden. Eine gewisse Claudia I. (im Podcast aus Datenschutzgründen Felizia genannt). Bei dieser Claudia I. hat es sich nun tatsächlich um die gesuchte Daniela Klette gehandelt.

    Du hast vor allem schlecht über Stauder geredet. Möchte in Essen nicht von dir in Schlägereien verwickelt werden.


    Pfui Daibel! Stauder kann man doch nichtmal unter Zwang trinken... :kotzen:

    Sozusagen das Wolters des Westens.

    Nachdem am Freitag das Zweitligatopspiel in Hannover sehr vergnüglich war, ging es am Samstag zum Drittligatopspiel nach Essen. Dabrowskis Schützlinge zogen gegen die Ulmer Spatzen allerdings den Kürzeren, so dass meine Wunschrelegation S04 vs. RWE wieder etwas unwahrscheinlicher geworden ist.


    Mit einem Abendbummel auf der Rü, einer längst überfälligen Visite der Zeche Zollverein und einem feinen neuen Ground am Sonntag, war der Ausflug dennoch eine runde Sache.


    Essen 02/2024
    17.02.2024 Rot-Weiss Essen – SSV Ulm 1846 0:2 3.Liga (III) Stadion an der Hafenstraße (Att: 17.047) Besser hätte das Jahr 2024 für die Menschen in Essen nicht…
    schneppetours.com

    Ich habe ihm bereits geschrieben, dass ich seine Auftritte bei der NDR Redezeit und Hart, aber fair weniger schlimm, als erwartet fand und ich beim nächsten Wiedersehen wahrscheinlich doch nicht seinen Bart anzünden werde. Ich denke mit noch mehr Anerkennung kann er nur schwer umgehen.

    Uwe von Holt tippt sich bestimmt schon die Finger wund.


    Welche Ungeheuerlichkeit der DFL es ist, dass man Martin Kind jetzt das Scheitern eines Milliardendeals in die Schuhe schieben will, bloß weil die DFL-Spitze sich nicht so mutig wie Martin Kind dieser bärtigen Bestie aus Osnabruck und den anderen Fanchaoten in den Weg stellen will.

    Schnell ist er ja…


    Watzke unter Druck – wird 96-Boss Kind jetzt zum Sündenbock für die DFL?
    Der Investorendeal der Deutschen Fußball-Liga ist geplatzt, 96-Profichef Martin Kind hatte das so kommen sehen. Die Fanproteste sind beendet, nun suchen die…
    www.haz.de

    Uwe von Holt tippt sich bestimmt schon die Finger wund.


    Welche Ungeheuerlichkeit der DFL es ist, dass man Martin Kind jetzt das Scheitern eines Milliardendeals in die Schuhe schieben will, bloß weil die DFL-Spitze sich nicht so mutig wie Martin Kind dieser bärtigen Bestie aus Osnabruck und den anderen Fanchaoten in den Weg stellen will.

    Am besten spürt Martin Kind zügig den zügellosen Zorn des wütenden Watzke, indem die DFL jetzt doch wieder die 50+1-Regel bei 96 durchsetzt.


    Watzke in der DFL-Mitteilung:

    Zitat

    Das Präsidium ist auch in Würdigung aller rechtlichen Aspekte zu der Überzeugung gekommen, dass etwaige weitere Abstimmungen keine Lösung des Problems bringen würden. Ausgangspunkt ist dabei die Abstimmung am 11.Dezember 2023, die eine 2/3-Mehrheit für ein Abschlussmandat des Präsidiums ergeben hat. Dieses Votum wird innerhalb des Präsidiums und nach Einschätzung der Juristen als rechtswirksam angesehen. Gleichwohl darf nicht verkannt werden, dass es diesem Votum aufgrund der Vorgänge um Hannover 96 an breiter Akzeptanz fehlt. Darüber hinwegzugehen, darf vor dem Hintergrund des hohen Guts, das wir mit der 50+1-Regel in unseren Händen halten, nicht unser Ansatz sein. Das DFL-Präsidium steht einmütig zur 50+1-Regel.

    Und heute Abend beim Sportclub im Interview (kurz,nehme ich an)


    Martin Kind: "Fußball-Arenen sind kein rechtsfreier Raum"
    Der 96-Profiboss im großen NDR Interview über die DFL-Abstimmung, Fan-Proteste, den Zwist ums Weisungsrecht und die sportliche Lage der "Roten".
    www.ndr.de

    Kurzer Abriss:


    Bei der von 96 für die Ausgliederung gewählten Rechtsform GmbH & Co. KGaA muss der e. V. (Mutterverein) gemäß 50+1-Regel über 50 % der Stimmenanteile zuzüglich mindestens eines weiteren Stimmenanteils in der Versammlung der Anteilseigner verfügen.


    Verfügt der Mutterverein lediglich über 50 % oder weniger der Stimmanteile (in Hannover mittlerweile 0 % der Stimmanteile), muss der Mutterverein oder eine von ihm zu 100 % beherrschte Tochter (in unserem Fall die Hannover 96 Management GmbH) die Stellung des Komplementärs bei der GmbH & Co. KGaA innehaben und sichergestellt sein, dass dem Mutterverein, respektive der vom ihm zu 100 % beherrschte Tochtergesellschaft die Vertretungs- und Geschäftsführungsbefugnis uneingeschränkt zusteht.


    In Hannover ist mittlerweile festgestellt, dass dem Mutterverein die Vertretungs- und Geschäftsführungsbefugnis nicht uneingeschränkt zusteht. Der e. V. konnte Kind 2022 nicht entlassen, womit die 50+1-Regel offenbar nicht mit dem gegenwärtigen hannoverschen Modell vereinbar ist.


    Die DFL prüfte den Fall und kam am 11.10.2022 zu folgender Einschätzung, warum das hannoversche Modell auch ohne uneingeschränkte Vertretungs- und Geschäftsführungsbefugnis mit ihren Lizenzbedingungen vereinbar ist:


    Mit einfachen Worten: Ihr bestimmt zwar nicht, wie in der 50+1-Regel gefordert, uneingeschränkt über den Geschäftsführer, aber weil der Geschäftsführer uneingeschränkt all eure Weisungen erfüllen muss, sehen wir dennoch eine Stellung des Muttervereins, die mit dem Geiste der 50+1-Regel irgendwie noch konform ist.


    Nun behauptet die DFL in ihrer jüngsten Stellungnahme, dass der Umfang des Weisungsrechts des e.V. gegenüber dem Geschäftsführer der Kapitalgesellschaft nicht interpretationsfrei geregelt ist. Also besteht offenbar für die DFL doch Unklarheit, ob der e. V. gegenüber dem Geschäftsführer Martin Kind uneingeschränkt weisungsbefugt ist. Ist dem so, kann in Hannover doch unmöglich weiterhin 50+1 erfüllt sein und die DFL hätte schon längst darauf hinwirken müssen, dass das hannoversche Modell wieder konform mit ihren Lizenzauflagen wird.