Beiträge von Pokalheld

    Pokalheld


    Das sind jetzt mal ganz viele praktische Ansätze. Tatsächlich kann ich 96% davon unterschreiben. Bei Gelegenheit aber dazu sicherlich mehr.


    Allerdings fehlt es immer noch an den Ansätzen, wie man das Ganze so finanziert, dass es auch für diejenigen erträglich ist, die derzeit 1,5 Nettomonatsgehälter für ein Lastenfahrrad ausgeben müssten.

    Ist Autofahren billiger/preiswerter/kostengünstiger als Radfahren? Ich wäre verblüfft.

    • Das Konzept kostenfrei parken ist angesichts der Immobilienpreise und des knappen Raums in Frage zu stellen.
      Eine klare Radfahrinfrastruktur, die immer eindeutig ist. Je nach Straßentyp, Geschwindigkeit, Nutzerzahlen: http://www.copenhagenize.com/2…cycle-planning-guide.html
      -> kein Videospiel mehr
    • Anonyme Meßstationen, die den Radverkehr und somit die tatsächlich nachgefragten Strecken erfassen. Desire lines. Dann weißte Bescheid. Nicht was bauen, was die Leute dann gefälligst akzeptieren und nutzen sollen. Sondern bauen, was gebraucht wird.
      -> 1 von 10 Geheimtips aus Kopenhagen
    • Grüne Welle für Radfahrer auf den Hauptverkehrsachsen. 1 Möglichkeit der Umsetzung. 1 andere Möglichkeit.
    • Zur Radfahrinfrastruktur gehören auch Abstellplätze, Parkhäuser an Bahnhöfen und in Innenstädten, mit Werkzeugkästen, vielleicht mit Werkstattservice, z.T. auch gerne bewacht. Vielleicht Mülleimer für Radfahrer.
    • Bauauflagen für das Filialgewerbe: Bei mir umme Ecke haben Aldi, Netto, Lidl, Möbel Boss & Co. in jüngster Zeit neu gebaut oder umgebaut. Mit riesigen PKW-Abstellflächen für bis zu 150 Fahrzeuge. Und dann gibt es so Alibi-Fahrradständer ("Felgenkiller") für null bis zehn Fahrräder. An einer Gewerbestraße zwischen Innenstadt und Stadtrand. So lockt man natürlich PKW-Kunden an. Das Mindeste ist eine Installation von vernünftigen Fahrradbügeln für mindestens 20 Drahtesel. Gerne überdacht, damit keiner auf einen regennassen Satten steigen muß. Die Einkaufswagen sind ja auch überdacht. Die Technik ist also bekannt.
    • Verbot des Mißbrauchs von Parkstreifen als kostenlose Werbefläche. Symbolbild.
    • Prekäre Arbeitsverhältnisse en masse sind durch Gesetze des Bundesarbeitsministeriums entstanden (Bertelsmann, VW-Hartz & Co. haben geholfen), sie sind auf gleichem Wege abzuschaffen.
    • Güter von der Straße auf die Schiene wird überall gemacht. Hier wurde es immer nur erzählt. Machen! Die Niederlande und die Schweiz z.B. warten s-e-h-n-s-ü-c-h-t-i-g auf den Lückenschluß. Ist immerhin der Zugang von der Nordsee mit seinen Riesenhäfen durch die Alpen nach Südeuropa.
    • Die Dienstautoförderung langsam drosseln. Fahrräder, Lastenfahrräder, Dienstfahrräder und Monatstickets stärken.
      Neue Ökosteuer a la 6 Pfennig pro Jahr
    • Da man ja nun herausgefunden hat, daß die Pendelstrecke zwar wächst, die Pendeldauer aber konstant bleibt: Es muß auch wieder attraktiver gemacht und gestärkt werden, daß gar nicht so viele so weite Pendlerstrecken entstehen. Also auch zusätzliche Arbeitsplätze auch ins Dorf bringen. Mit Kindergärten, Supermärktchen und Paketdiensten. Das Konzept größer und größer und noch eine Mall auf der grünen Wiese und noch eine Filialschließung und noch eine Schulzusammenlegung und noch eine IGS hat ausgedient zu haben.
    • Wer aus Überzeugung auf dem Land leben möchte, kann das sehr gerne tun. Wer aber aufs Land gezwungen wird, etwa weil die Mieten in der Stadt unerschwinglich werden, der ist gekniffen. Eine anständige Wohnungsbaupolitik muß her. Die Anstalt zeigte hier in einer Folge den Weg. Es darf auch nicht sein, daß an der Küste die Hälfte der Wohnungen für Feriengäste reserviert sind und das halbe Jahr über leer stehen, während die Einheimischen nicht wissen, wohin.
    • Wer glaubt, so ein Umbau der Städte wäre nicht machbar, der irrt. Städte sind nie fertig gebaut. Sie werden sowieso laufend verändert, erneuert, erweitert. Für die Zukunft aber bitte mit einem gewissen Ziel. Utrecht ist mit 400.000 Einwohnern die am schnellsten wachsende Stadt in den NL. Sie bauen neue Stadtteile aus dem Nichts. Die Verkehrspolitik dazu: Das letzte, was wir brauchen, sind mehr Autos. Also bieten wir andere Möglichkeiten.
      -> man folgt generell leicht einem Vorbild. Vielleicht sollten wir uns künftig die Vorbilder etwas besser aussuchen und auch nach Kosten-/Nutzenverhältnis bewerten. Vielleicht ist LA kein Vorbild für uns. Vielleicht sind es Utrecht oder Kopenhagen eher. Bei gewissen Dingen, die dort gut für die Allgemeinheit funktionieren.


    Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Der Thread kann noch viele Seiten bekommen.

    Pokalheld:


    Wie ermöglichst Du denn nun der Hälfte der Gesellschaft, die nicht in die Ballungszentren ziehen will oder ziehen kann, diejenige gesellschaftliche Teilhabe, die ihnen derzeit die individuelle Mobilität ermöglicht? Und wie verhinderst du, dass durch noch mehr prekäre Arbeitsverhältnisse entstehen? Und dies Alles in einem Zeitfenster von 10-15 Jahren?

    Auch von mir alles Gute zum Geburtstag!


    Mr. Mo hat es genau richtig gesagt, push und pull ist der Weg. Ein bißchen Gegenwind fürs Auto, ein bißchen Rückenwind für die Alternativen. Schritt für Schritt. Aber auf Dauer.

    • Viele Dörfler können einfach weiterfahren und sich darüber freuen, daß weniger Städter die Stadtstraßen verstopfen und Parkplätze blockieren (mit dem Punkt dringen wir immer noch nicht so richtig durch, oder?)
    • Es hat eh keiner was gegen individuelle Mobilität. Es steht ein Fragezeichen hinter der motorisierten individuellen Mobilität (der Punkt dringt auch noch nicht so richtig durch, oder?). Weil sie jetzt nach 60 Jahren als Nichtlösung identifiziert ist. Das Auto ist der Mobilität im Wege. Zu groß. Zu laut. Zu gefährlich. Zu teuer. Zu schmutzig. Nicht das Einzelauto, sondern alle Autos zusammen. Jeder Stau und jede Parkplatzsuche, jeder vollgeparkte Rad- und Fußweg, die Lärmkarte einer Stadt und die Unfallzahlen samt -folgen sind doch Beweis genug.
    • Das Auto kann Teil der näheren Zukunft bleiben. Aber nicht mehr im heutigen Ausmaß. Car Sharing, E-Autos, Kleinstwagen und kleinere Lieferwagen sind dabei besser als Diesel-SUVs und LKWs.
    • Herausfinden, wo die Elzer denn oft hinfahren. Bahnoptionen prüfen und verbessern. Es soll zwei Bahnverbindungen geben: Hannöversche Südbahn vielleicht morgens und nachmittags mit zusätzlichen Zügen ausstatten. Abends am Wochenende vielleicht öfter fahren lassen. Die Weserbahn ggf. wieder stärken (Wikipedia: "Die Strecke hatte früher als Teil der Hauptstrecke von Berlin über Hildesheim, Elze, Löhne, Osnabrück, Rheine und Almelo nach Amsterdam große Bedeutung auch für den Güterverkehr. Anfang der 1980er Jahre wurde die vormals zweigleisige Hauptbahn auf ein Gleis zurückgebaut. [...] Zahlreiche Bahnhöfe und Haltepunkte, besonders zwischen Hameln und Vlotho, wurden geschlossen, von denen eigentlich auch heute einige für die Erschließung des oberen Wesertales bedeutend sein könnten (Fischbeck, Eisbergen, Veltheim)."
      -> Da ist doch offensichtlich, daß die Bahn schon mal stärker war als heute. Kann man rückgängig machen, sollte es Nachfrage geben. Und elektrifizieren, das Ding.
    • Die S-Bahn besser mit dem Fahrrad vernetzen
      Art: http://www.copenhagenize.com/2…increase-after-bikes.html
      Grund: https://wsd-pfb-sparkinfluence…06/mode-table-768x434.png
      -> natürlich mit ausreichend Abstellplätzen und gescheiten Radwegen zum Bahnhof hin
      -> Fahrradmitnahme kostenlos machen. Der Ticketpreis an sich hält zwar eigentlich keinen Kunden ab, aber es ist dennoch eine Hürde, eine Unannehmlichkeit, die dann erstaunlich viele nicht nehmen wollen
    • Allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung innerorts auf 30 km/h. Ausnahmen für die eine Durchfahrtsstraße im Dorf bzw. für 5, 6, 7 Hauptverkehrsstraßen der Großstadt denkbar. Der Grund liegt schon wieder auf der Hand: Es sind die Unfallfolgen in Abhängigkeit zur Aufprallgeschwindigkeit.
    • Verbot der LKW-Durchfahrt durch Städte und Dörfer, nur um Autobahnmaut zu sparen. LKW gehören auf die Autobahn. Gewerbegebiete gehören an die Autobahn. Assistenzsysteme fürs Abbiegen, kann man machen. Beifahrer fürs Abbiegen, kann man machen. Erlöschen der innerörtlichen Betriebserlaubnis für Fahrzeuge mit derart großem totem Winkel, kann man machen! Wenn's nicht in die Stadt paßt, muß es raus.
    • Schaffung von zusätzlichen Einbahnstraßen in Wohngebieten für Autos, durchlässig für Fußgänger und Radfahrer.
    • Räumliche Trennung von Fußgängern, Radfahrern und motorisiertem Verkehr. Die erste Priorität müssen Fußgänger bekommen. 2 Gründe: 1) Sie sind die Schwächsten im Verkehr 2) Vor der Eingangstür ist jeder Fußgänger. Die zweite Priorität müssen Radfahrer bekommen. Sie sind die zweitschwächsten und haben den zweitleichtesten Zugang zu Hauseingängen. Das Auto muß sich hinten anstellen. Es können eh nicht 10 oder 50 Autos direkt vor derselben Tür parken. Sie sind zu groß.
    • Neuaufteilung des vorhandenen Platzes auf die Verkehrsträger. Autofahrbahnen streichen, verengen. Straßenbahn, Busse, Radfahrer und Fußgänger müssen mehr Platz bekommen. Sie nutzen ihn effektiver. Change the question. Nicht, wie viele Autos kommen pro Stunde durch die Straße. Sondern wie viele Menschen.
    • Die vorhandenen inoffiziellen Rennstrecken müssen entgradigt werden. Den Grund hatte ich neulich schon gepostet. Es ist generell so: Wenn nur ein Schild die Höchstgeschwindigkeit vorgibt, bringt das nichts. Das Straßendesign entscheidet darüber, wie schnell oder langsam tatsächlich gefahren wird.
    • Langsame Reduzierung der Fahrbahnparkplätze. Ich finde den Link nicht mehr: Aber in einer niederländischen Stadt gibt es einen Anhänger mit 4 Fahrradbügeln drauf. Mit Rampe. Dieser Anhänger wird im Wohngebiet auf einen freien Parkplatz am Straßenrand gestellt. Es gibt lautes Gebrüll des Entsetzens, aber der Anhänger bleibt da ein Jahr stehen. Die Leute merken, da wurden aus einem Autoparkplatz acht Fahrradstellplätze gemacht. Sie fangen an ihn zu nutzen. Nach einem Jahr kommt der Anhänger weg, und vier Fahrradbügel werden einbetoniert. Die Leute freuen sich. Der Anhänger kommt in ein anderes Wohngebiet und wird dort auf einen freien Parkplatz gestellt. Es gibt lautes Gebrüll des Entsetzens, aber der Anhänger bleibt da ein Jahr stehen...
      -> Kopenhagen reduziert die Zahl der Parkplätze jedes Jahr um 3%. Das merkt kaum einer. Aber über die Zeit bringt das eine ganze Menge
      -> Zürich hat vor langer Zeit schon die Bauauflage erlassen, wer einen neuen Parkplatz baut, muß dafür sorgen, daß woanders in der Stadt ein Parkplatz verschwindet
      -> auch das ist weltweit state of the art: https://www.theguardian.com/ci…inating-car-parks-parking

    Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schreibt (Stand 15.05.):

    Zitat

    In Quarantäne muss, wer ein hohes Risiko hat, sich angesteckt zu haben. Dies ist der Fall, wenn man innerhalb der letzten 14 Tage engen Kontakt zu einem laborbestätigten COVID-19-Patienten hatte. Ein enger Kontakt bedeutet, dass man mindestens 15 Minuten mit dem Erkrankten gesprochen hat, bzw. angehustet oder angeniest worden ist, während dieser ansteckend gewesen ist,

    Wenn man beispielsweise in den letzten 14 Tagen nur im gleichen Raum mit einem COVID-19-Erkrankten war und keinen engen Kontakt hatte, wird keine Quarantäne angeordnet, da dann ein geringeres Ansteckungsrisiko besteht.


    Wer Kontakt zu einer Person in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis hatte, die wiederum Kontakt zu einem im Labor bestätigten COVID-19-Patienten hatte, aber völlig gesund ist, muss ebenfalls nicht in Quarantäne. In diesem Fall ist man keine Kontaktperson und hat kein erhöhtes Risiko für eine COVID-19 Erkrankung.

    Stand Ende April:

    Zitat

    Wie bei Influenza und anderen Atemwegserkrankungen schützen Abstand zu anderen Personen (mindestens 1,5 Meter), das Einhalten der Husten- und Niesregeln und eine gute Händehygiene vor einer Übertragung des Coronavirus SARS-CoV-2. Auch auf das Händeschütteln sollte verzichtet werden.

    Zitat

    Seit Ende April 2020 gilt in allen Bundesländern für bestimmte Situationen im öffentlichen Raum die Pflicht, Mund und Nase zu bedecken (Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung). Dies betrifft insbesondere Situationen, in denen mehrere Menschen in geschlossenen Räumen zusammentreffen und der Abstand von mindestens 1,5 m zu anderen Personen nur schwer eingehalten werden kann (z. B. bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und in Einkaufssituationen). Die konkreten Umsetzungen können in den einzelnen Bundesländern etwas unterschiedlich sein.

    [...]

    Wichtig bleibt, um sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 zu schützen, das Abstandhalten von anderen Menschen (mindestens 1,5 Meter), die Selbstisolierung bei Erkrankung, eine gute Händehygiene sowie das Einhalten von Husten- und Niesregeln.


    Zitat

    Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung darf jedoch auf keinen Fall ein trügerisches Sicherheitsgefühl erzeugen.


    Die Bedeckung schützt nicht die Trägerin oder den Träger, sondern das Gegenüber. Und nach wie vor sind die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen zum Eigen- und Fremdschutz das Einhalten der Husten- und Niesregeln, eine gute Händehygiene und das Abstandhalten (mindestens 1,5 Meter) von anderen Personen.

    Die 15 Minuten Kontakt auf 14 Minuten zu verkürzen, muß einen nicht unbedingt gesund halten. Es ist nur eine Grenze zu einer Quarantänemaßnahme. Es führt wohl kein Weg dran vorbei: Man soll tatsächlich Abstand halten. Trotz Maske. Und kein Händeschütteln, kein Bussi und keine Umarmung.

    Tröpfchen bleiben in geschlossenen Räumen bis zu 15 Minuten als Wolke in der Luft, bevor die Schwerkraft sie zu Boden zieht. Da kommt die Empfehlung her, glaube ich? Aerosole verbleiben länger in der Luft. Draußen wird alles weggeweht. Räume lüften wird daher empfohlen. Luftzug erzeugen. Eine kurze Begrüßung mit Bussi oder Umarmung mit einer infektiösen Person sollte man demnach lieber lassen. Leider weiß die infektiöse Person oft selbst nicht mal, daß sie es hat.


    Drosten schätzte neulich, Schmierinfektionen würden rund 10% der Ansteckungswege ausmachen. Der Rest würde sich recht gleichmäßig auf Tröpfchen und Aerosole verteilen. Alles ungefähr und Pi mal Daumen. Aber vor Bargeld braucht man halt eher keine Angst zu haben, und Flächendesinfektionen können dann auch nicht viel bewirken. Abstand halten schon.

    Rocee

    Könnte ich mir schon vorstellen. Aber nur mit Abstand zwischen den Personen, damit der Wind eine Chance hat, die Tröpfchen und Aerosole wegzupusten. Und damit man sich nicht ins Gesicht des anderen beugt für Bussis oder Gespräche ins Ohr bei Musiklautstärke oder so.


    Aktivitäten draußen sind super. Menschenansammlungen nicht so. Die "Großveranstaltungen" würde ich daher auch in Gänsefüßchen setzen. Entweder weniger Leute pro m² oder x-fache Fläche wie sonst. Ob das dann noch 'ne Großveranstaltung sein kann?

    Na klar, guntingel

    Zitat

    Nach Untersuchungen in deutschen Großstädten führen 40-50 % der Autofahrten über eine Strecke von weniger als fünf Kilometer Länge. Sie liegen damit in einem Entfernungsbereich, in dem das Fahrrad sogar das schnellste Verkehrsmittel ist.

    https://www.umweltbundesamt.de…rteile-des-fahrradfahrens


    Zitat

    Erstaunlich finde ich auch dieses Mal wieder die Verkehrsmittelwahl nach Entfernungsklassen. 36 Prozent der Wege zwischen einem und drei Kilometern werden mit dem Auto zurückgelegt. Bei den Wegen zwischen drei und fünf Kilometern sind es sogar mehr als die Hälfte (52 Prozent). Bei den Entfernungen wäre man mit dem Fahrrad schneller und unkomplizierter am Ziel.

    http://itstartedwithafight.de/…hr-in-osnabrueck-legt-zu/

    Schade, stscherer . Du liest nur das, was Du willst. Ich schreibe über Stau, und Du schreibst von Deinem Auto im Stau. Ich schreibe über Stadt und Provinz, und Du schreibst nur, daß nicht alle in der Stadt leben. Ich schreibe, wie Autoverkehr erzeugt wird und wie er wieder eingedämmt wird. Du beschreibst, wie bei Dir Autoverkehr erzeugt wird. Du bringst es immer auf Deine persönliche Schiene, und das es mir dann ziemlich schwer, nicht auch persönlich zu antworten. Dabei kann und möchte ich gar nicht jeden einzelnen Lebensentwurf und Pendlerweg durchanalysieren.


    Ebenso wenig will ich Autos verbieten. Seit Jahren (kann wutzi96 nicht wissen, wenn er erst seit einem Jahr dabei ist) schreibe ich darüber, daß die Hälfte des innerstädtischen Autoverkehrs wegen Entfernungen von maximal 5 Kilometern zurückgelegt wird. Was für ein Reduzierungspotential. Du schreibst, als wolle ich Dir Deine Karre eigenhändig wegnehmen. Anstatt die Chance zu sehen, wie gut Du durch die Stadt kommen könntest, wenn viele andere auf andere Verkehrsträger umsteigen würden. Park + Ride, da gehste gar nicht drauf ein. Wünsche über Wiedereröffnung von kleinen Kindergärten oder Supermärkten auf dem Lande, da gehste gar nicht drauf ein.


    Die wurden in den letzten Jahrzehnten dichtgemacht, um Kosten zu sparen. Natürlich werden dadurch überhaupt keine Kosten gespart. Sie werden bloß umgeschichtet. Es ist Deine Fahrzeit, die da erzeugt wird. Es ist Dein Auto, das gekauft, unterhalten und betankt werden muß (auch die Ökostromanlage fiel vermutlich nicht kostenfrei vom Himmel auf Dein Dach. Die Sonne schon, die Auffangtechnik nicht). Gilt für alle betroffenen Arbeitnehmer, Kunden und Schüler genauso. Durch so geschaffene Wegstrecken wird das Unfallrisiko erhöht. Die Anwohner haben den Lärm. Und kostenfreie Parkplätze am Straßenrand sind durch die umliegenden Immobilienpreise ebenfalls schlecht zu erklären. Auch ist Dein Sohn dann von Dir als Fahrer abhängig, er hat offenbar kaum die Möglichkeit, selbständig unterwegs zu sein. Es ist bewundernswert, daß Du so viel auf Dich nimmst, um Deinem Sohn das alles zu ermöglichen. Mein Gott, versteh mich bloß nicht schon wieder falsch. Aber ist es nicht traurig, daß das nötig ist? Ich hatte auch ein Video aus NL gepostet, als jemand sturmbedingt (Zugausfall) 55km mit dem Drahtesel nach Hause fahren mußte. Bis auf 1 km war alles beleuchtet. In der Provinz.


    Es wären so viele Dinge möglich, Aber es kommt so viel "will man nicht" und "kann man nicht". Fehlt nur noch, daß einer von seiner Omma erzählt, die Hüfte hat und deswegen gefahren werden muß. Als Gegenargument zur Verkehrswende! Kann man sich nicht ausdenken. Ist halt bloß schade.

    Ich hoffe mein Eindruck ist falsch. Aber mein Eindruck ist, daß eine vernünftige Forderung nach Reduzierung des Autoverkehrs von manchen als persönliches Autoverbot mißverstanden wird. Und dann kommen emotionale Beißreflexe.


    Wenn ich schreibe, das ist state of the art, dann meine, daß das tatsächlich in etwa weltweit so gemacht wird. In Deutschland heißt es oft, das geht nicht. Das weiß der Rest der Welt offenbar nicht, denn sie machen es trotzdem, und das nicht erst seit gestern. Unabhängig von der Ortsgröße. Beispiele:

    Wegweisend für die Zürcher Verkehrspolitik war das „Blaubuch zur Verkehrspolitik der Stadt Zürich“ aus dem Jahr 1987, welches auf den verkehrspolitischen Grundsätzen von 1974 basiert. Grundpfeiler des Blaubuchs waren die Förderung des öffentlichen Verkehrs, die Reduktion und Kanalisierung des Pkw-Verkehrs, die Verkehrsberuhigung von Wohngebieten, keine weitere Vergrößerung des Parkplatzangebots (für jeden neuen Parkplatz muss ein bestehender stillgelegt werden) sowie die Sicherung der umweltfreundlichen Mobilität zu Fuß und mit dem Fahrrad.1

    Eine Tour mit dem Fahrrad ersetzt oft eine Fahrt mit dem Auto, das weiß man in Wien schon lange. Und weniger Autos in der Innenstadt bedeuten: weniger Staus, weniger Abgase, weniger Lärm, weniger zugeparkte Flächen, damit mehr öffentlichen Raum. In den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten hat Wien eine pragmatische Verkehrspolitik betrieben: Es ging und geht nicht gegen das Auto, wie man im Wiener Rathaus betont, sondern um das bessere Verkehrskonzept, das mehr Lebensqualität verspricht. So viel Auto wie nötig, so wenig Auto wie möglich. Nicht Verbote stünden im Vordergrund, sondern Angebote, heißt es in der Stadtverwaltung.


    Frühzeitig haben Politiker erkannt: Es genügt nicht, Autofahrern mit Parkplatzverknappung, teuren Parkgebühren, Tempolimits und anderen Regeln das Leben schwer zu machen, sondern man muss gleichzeitig attraktivere Alternativen bieten. Wer in Wien unterwegs ist, soll nicht in erster Linie das Gefühl haben, der Besitz eines Autos wäre unattraktiv, vielmehr soll sichtbar sein: Das Auto ist entbehrlich. Ziel ist es, heißt es in der Stadtregierung, das Gehen, das Radfahren und die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln so effizient miteinander zu verknüpfen, dass das Auto überflüssig wird.

    Copenhagenizing the City of Almetyevsk

    Solch eine Stadt gibt es: in den Niederlanden. Ihr Name ist Houten, eine Gemeinde mit 50.000 Einwohnern in der Nähe von Utrecht. Die Kleinstadt wird häufig von Fachleuten besucht: Sie gilt international als Modell für ein Verkehrskonzept der Zukunft. Hier passiert wirklich alles mit dem Fahrrad, Autos sieht man nur selten: Die Stadt ist ganz auf Fahrradfahrer ausgerichtet, das Zentrum ist sogar komplett autofrei. In keiner Stadt der Welt werden so viele Wege mit dem Rad zurückgelegt wie hier.

    When I had a meeting on a location in Hilversum the other day I went by bicycle. Hilversum is about 70 kilometres (about 43 miles) from my home but that is no problem in the Netherlands. [...]


    Let’s compare my travel time with that of a hypothetical car (because I don’t own one, so it is not really an alternative to me). The full 70km trip by car would be 50 minutes (according to the route planner by ANWB, not counting congestion time or parking time). So in reality it would take about 20 minutes more, seeing that the nearest parking space from my home would already be a 5-minute walk, I would have to pass busy Utrecht in traffic and at the end destination parking would also not be possible in front of the building. Meaning I would have to circle the area to find a spot and then walk to the end-destination. The train ride itself takes 49 minutes. I need to walk 8 minutes to the train station and I need to be 5 minutes earlier at the station to catch the train on time. The bike ride is 1.3km or 5 minutes and there are the 3 minutes to get from the train to the bike. All that makes the car trip a total of 1 hour and 10 minutes and my bike-train combination the exact same total of 1 hour and 10 minutes. I consider the latter to be much more convenient, especially since I can do other things those 49 minutes on the train which I wouldn’t be able to do while driving.

    But even in a town with a population of 7000, bike usage is high and the bike lanes are a vital artery and these smaller snowploughs clear the snow and spray fine gravel.

    Provincal - Bicycle Infrastructure

    Vorfahrt für Fahrräder: Metropolen setzen in der Coronakrise auf neue Verkehrskonzepte

    Meet Mexico City's First Bike Mayor


    Mexico City falls far short of the cycling infrastructure that bike activists dream of: as many residents say, it’s no Amsterdam. Although only 30 percent of daily trips in the city are made via private car (the other 70 percent are made by public transportation, by bike, or on foot), Mexico City is known for some of the worst traffic in the world and nearly toxic levels of pollution. Since 2006, there have been over 1,600 cyclist deaths. [...]


    Mexico City has a long way to go before it’s truly bike-friendly, but now, the city has a bike mayor—the first in all of Latin America.

    How Paris became a cycling success story—and built a roadmap for other cities

    New York City to 'break car culture' and build more than 250 new bike lanes

    Oslo verbannt die Autos aus der Innenstadt

    Die Parteispenden aus der Autoecke zeigen den Weg, der hier noch weitgehend gegangen wird.


    Leider gibt es nur einen kleinen Ausschnitt von Andersens Vortrag in und über Hannover bei Youtube. Sein Vergleich mit einem Videospiel (a la Super Mario) finde ich sehr treffend. Mit dem Fahrrad durch eine deutsche Stadt zu fahren, ist ein lächerliches Videospiel. Mal auf einem Radweg, mal auf der Straße, mal nix, mal kaputt, mal nicht geräumt, mal zugeparkt, mal mit durchgezogener Linie, mal mit gestrichelter Linie, mal absteigen und schieben. Radfahrer werden nicht ernst genommen. Sie werden hier leider immer noch weitgehend als Freaks behandelt, die ein extremes Hobby haben. Lebenskünstler sind. Ihr Spielzeug ausfahren. Dabei ist es ein integratives Verkehrsmittel für alle Altersklassen, Geschlechter, Berufsgruppen und alles.


    Das zieht sich durch alles durch. Sogar die StVO ist immer noch autozentriert. Sie ist nur entstanden, um die Stadt und ihre Bürger autokompatibel zu machen. Vor Erfindung des Autos gab es keine StVO. Und auch kein Bedürfnis für sie.

    An Geschwindigkeit gewöhnt man sich. In der ersten Fahrstunde erscheint die Autobahn schon bei 100 sehr schmal. Wer sich an 160 gewöhnt hat, dem geht das offensichtlich nicht mehr so. Man kann sich aber auch entwöhnen. Und wer den Geschwindigkeitskick braucht, um nicht vor Langeweile am Steuer einzuschlafen, der hat am Steuer eh nichts verloren. Fahren ist auch Verantwortung. Es könnte keiner rechtfertigen, wenn ein Berufsfahrer (Taxi, Bus, Bahn, Flugzeug) wegen ausbleibendem Thrill einschlafen würde. Nur bei einigen Privatfahrern gilt das als Argument. Ist aber kein gutes.

    In der Schweiz haben sie eine Eisenbahn geschaffen, mit der man vom hintersten Dorf in die nächste Großstadt kommt. Im Stundentakt, glaube ich. Hier wurde die Bahn so scheiße gemacht, daß sie nur noch als Gespött taugt. Die Strecke wurde verkürzt. Weichen wurden entfernt. Provinzbahnhöfe geschlossen. Dank Mehdorn, dank Schröder, dank der letzten Verkehrsminister. Das erzeugt natürlich den Anschein, man sei aufs Auto angewiesen. Weil die Alternative kastriert worden ist.


    So etwas wie auf das Auto angewiesen sein gibt es ziemlich selten. Die wenigen Ausnahmen taugen nicht, um den status quo zu verteidigen. Der Autoanteil muß drastisch sinken.


    https://twitter.com/fietsprofe…39231076524679168/photo/1

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    https://media.treehugger.com/a….860x0_q70_crop-scale.jpg

    https://twitter.com/VisionZero…68212255870504962/photo/1

    https://twitter.com/BrentToder…77550610313519104/photo/1

    https://twitter.com/Tuxiterano…43092854438420480/photo/1

    https://twitter.com/colvillean…78935245523083264/photo/1


    (All die Sachen wiederzufinden, macht keinen Spaß. Festplatte voll, Lesezeichen voll, Internet voll.)

    Man muß nicht glauben und nicht zweifeln. Man hat es ja schon ausprobiert und die Wirkung abgewartet. Die Umsätze fallen nicht, wenn man Straßen für den Autoverkehr verknappt und Autoparkplätze wegnimmt. Rad fahrende Kunden kaufen kleiner ein, aber öfter. Unterm Strich geben sie mindestens genauso viel Geld im Monat aus wie Auto fahrende Kunden. Exakt dieselbe Diskussion gab es schon in den 50er und 60er Jahren, als die neuartige Idee der "Fußgängerzonen" aufkam. Dann bleiben ja die Kunden weg! Falsch. Es kommen mehr Kunden, weil das Auto stört. Ist das Auto weg, kann man ruhig spazierengehen, Schaufensterbummel machen, sich draußen ins Café setzen, ein Eis essen oder normal einkaufen gehen. Was eigene Erfahrungen besonders ins Grübeln bringen sollte: Einzelhändler unterschätzen massiv den Anteil ihrer Rad fahrenden Kundschaft. Zum Ausgleich überschätzen sie den Anteil ihrer Auto fahrenden Kundschaft.


    https://cyclingfallacies.com/d…isierte-kunden-angewiesen

    https://usa.streetsblog.org/20…ivers-for-local-business/

    https://www.clevere-staedte.de…ringt-einzelhandelsumsatz

    https://www.theguardian.com/en…anes-and-why-theyre-wrong

    http://itstartedwithafight.de/…dreht-sich-was-im-handel/


    Der achtspurige Cityring ist ja schon da. Ein Ausbauwunsch wäre ja noch schöner. Den status quo beibehalten zu wollen, hieße, den gegenwärtigen Stau auch behalten zu wollen. Ich weiß nicht, in welchem Sinne das sein soll (Parkhausbetreiber, Tankstellenketten und die sympathische Autoindustrie muß ich ausnehmen).


    Es hätte eben keinen Experimetiercharakter und es ist keine theoretische Utopie, den Autoverkehr zurückzudrängen und stattdessen auf die vier Alternativen umzusteigen. Das ist tatsächlich state of the art. Die Niederlande haben es vor 45 Jahren begonnen. Gegen Widerstände. Heute sind sie glücklich es getan zu haben, und sie machen weiter damit. Kopenhagen hat damit vor 25 Jahren begonnen. Gegen Widerstände. Heute sind sie glücklich es getan zu haben, und sie machen weiter damit. Überall auf der Welt werden die Niederlande und Kopenhagen als Vorbild angesehen, überall auf der Welt folgt man diesen Beispielen. Helsinki, Oslo und Paris machen mit. Detroit und New York machen mit. London macht mit. Barcelona macht mit. In Seoul haben sie eine Stadtautobahn ersatzlos abgebaut, Kritiker befürchteten Megastaus, aber die blieben aus. Da haben sie die Statistiken und Daten angezweifelt. Aber die zusätzlichen Staus gab es trotzdem nicht. Es gab mehr U-Bahn-Nutzer. Es gab Artikelserien zu Stadtverkehr und Radfahren sowohl in der Süddeutschen Zeitung als auch in der ZEIT. Copenhagenize berichtete von seinen Projekten.


    Schau Dich mal auf der Seite von Copenhagenize um. Da gibt es praktisch keine neuen Artikel mehr, weil Colville-Andersen jetzt Bücher schreibt und eine Fernsehdokuserie über Städte dreht. Aber es ist ein Riesenarchiv, kostenlos, ohne Registrierung. Copenhagenize ist eine Agentur, die Städte in der Verkehrsplanung berät. Preiskategorie Bronze für eine Kurzberatung. Preiskategorie Platin für das Komplettpaket vom allgemeinen hin zur Lösung für jede spezifische Kreuzung. Schau Dich mal in den Niederlanden um, die bieten Kurse für Bürgermeister und Straßenplaner z.T. kostenlos an. Einfach hinfahren, eine Runde mit den lokalen Leute aufm Fahrrad fahren und an einem halben Tag hören, was sie sich dabei gedacht haben, was sie damit erreicht haben.


    Selbstverständlich muß man den Leuten einer Stadt Aternativen zum Auto geben. Diese Alternativen müssen attraktiv gemacht werden. Das Auto nicht. Die Leute werden in Scharen freiwillig umsteigen. Vielleicht nicht alle. Es müssen ja auch nicht alle. 20% können ja weiterfahren, was soll's. Klick ruhig mal einen meiner Links an. Der Guardian hat da die Gründe der Kopenhagener genannt, warum sie so viel mit dem Fahrrad fahren. Antwort: Es ist schnell und einfach. Trotz horrender Extrasteuer auf Autos geben nur 6% der Befragten an, Geld sei ihr Motiv. Umwelt und Gewissen und Kram spielen keine Rolle. Schnell und einfach ist es. Darauf kommt es an. 700.000 Einwohner hat Kopenhagen. Zwei von drei Abgeordneten fahren mit dem Fahrrad ins Parlament - nicht nur auf Pressefotos. Wind hamse bestimmt auch genug. Die Niederlande ebenso. Rad fahren liegt den Holländern nicht in den Genen. Sie haben nur in den 70ern angefangen, verkehrspolitisch andere Entscheidungen zu treffen.


    Es ist Politik. Entscheidungen der Politik. Die Frage, wie wir in der Stadt leben wollen. Auf die eine Art. Oder auf die andere.


    Wie die Niederländer ihre Radwege bekamen


    Systematische Sicherheit: Die Prinzipien hinter der Vision Zero

    Bereits eine massive Überschreitung der Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn begründet bei einem Unfall eine Mithaftung des Fahrers. Eine Geschwindigkeit von 200 Kilometern pro Stunde schaffe ein erhebliches Gefahrenpotenzial, das den Spielraum zur Vermeidung eines Unfalls nahezu gegen Null tendieren lasse, so das OLG Koblenz in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil.

    Wer auf einer Autobahn unterwegs ist, sollte sich möglichst an die Richtgeschwindigkeit halten. Sofern keine Geschwindigkeitsbegrenzung durch Schilder angezeigt wird, liegt sie auf deutschen Autobahnen bei Tempo 130 km/h. Zwar wird schnelleres Fahren nicht geahndet, doch laufen Sie im schlimmsten Fall Gefahr, Ihren Versicherungsschutz zu verlieren.

    Ich sach ma' so: Da sollte man ganz schön aufpassen, ne. Solange es gut geht... aber andernfalls... Also vernünftig isses nich. Und wer Spaß sucht, der soll sich 'ne halbe Stunde auf der Rennstrecke mieten. Dafür isse da.

    Sehr richtig. Bloß ist das Auto ein Hindernis für den Verkehr. Muß ich gar nicht zu einer Quelle verlinken. Wer jemals einen Stau gesehen hat, der weiß Bescheid.


    Aber an Pfingsten gibt es Links und Quellen zum halben Preis:

    https://www.bikecitizens.net/d…kehrsmittel-im-vergleich/

    https://www.donkey.bike/wp-con…ehicles_space_problem.jpg

    https://twitter.com/fietsprofe…tatus/1192745175715594242

    http://www.copenhagenize.com/2…e-arrogance-of-space.html

    https://www.theguardian.com/ci…case-urban-cycling-graphs


    Im Zuge der autofreundlichen Stadtplanung hat man sich der Frage gewidmet, wie viele Autos man pro Stunde durch eine Straße bekommen kann. Das hat zu den heutigen Verkehrsverhältnissen geführt. Neues Jahrhundert, neues Glück: Jetzt sollte man sich die Frage stellen, wie viele Menschen man pro Stunde durch eine Straße bekommen kann. Neueste Forschungen haben ergeben, daß das wichtiger ist. Durch Reduzierung des Autoverkehrs wird die Mobilität verbessert. Natürlich braucht es Alternativen zur Karre. Zu Fuß gehen, Radfahren, Busse und Bahnen sind längst erfunden, erprobt und erfolgreich. Man nicht einmal mehr auf eine irgendwie geartete Spacetechnologie warten.


    Bauste viele Parkhäuser inne Stadt, kommen Leute per Auto. Bauste Schnellwege, Bremer Damm und achtspurige Cityringe, kommen Leute per Auto. Ermöglichste Durchfahrten mit dem Auto, nutzen Leute Durchfahrten per Auto. Bauste stattdessen die anderen vier Sachen aus, gehen die Leute zu Fuß, sie fahren mit dem Rad, sie nutzen Bus und Bahn und kombinieren alles zusammen. Man bekommt eine bessere Luft, weniger Lärm, weniger schwere Unfälle, (edit: bessere Gesundheit auch noch -> ein bißchen Bewegung an der frische Luft), es kostet weniger, die Lebensqualität der Stadt steigt, und die Einzelhandelsumsätze steigen auch noch.


    Voila!

    Tripple down

    Trickle down war von Anfang an eine Erfindung. Auf den Zug sind dann aber erstaunlich viele aufgesprungen, weil es ihnen in den Kram gepaßt hat. David Stockman heißt der Erfinder. Er hat sich das einfach ausgedacht, damit Reagans Steuersenkungen klug erschienen. Ausgedacht war die These schnell, zum wissenschaftlichen Widerlegen hat es mehrere Jahre gedauert. Aber das ist ja immer so. Behauptungen sind immer leichter als Beweise. Widerlegt ist Trickle down mitterweile tatsächlich. Bloß ist das Stichwort bekannter als dessen Widerlegung. Ich könnte mir vorstellen, in einer Talkshow wie Anne Will käme man damit noch durch. Schlimmstenfalls widerspricht einer, dann steht Aussage gegen Aussage, und der Zuschauer glaubt dem Sympathischeren.


    Ein weiterer Klassiker der neoliberalen Theorie ist der Arbeitsmarkt, bei dem Arbeitslosigkeit einfach nur Ausdruck zu hoher Löhne wäre. Was die Herrschaften dieser Theorie nicht wissen oder sagen: Die klassischen Marktvorstellungen mit dem Kreuz im Diagramm (wo sich Angebots- und Nachfolgekurve schneiden) funktionieren nur, solange Angebot und Nachfrage unabhängig voneinander sind. Da Lohnempfänger aber auch Kunden sind, klappt die Theorie nicht. Für einen Talkshowauftritt hat ein solches widerlegtes Scheinwissen dennoch schon oft gereicht.


    Ein echter Evergreen ist die Inflationsangst. Geldmenge erhöhen = Inflation erzeugen. Das schaffen die Japaner seit 30 Jahren nicht. Das schaffen die Europäer und die USA auch seit 10 Jahren nicht. Für Inflationsangst ist dennoch immer noch Platz in der Presse. Was hier wieder nicht gewußt oder gesagt wird: Eine Geldmengenerhöhung ist vielleicht notwendig für einen Inflationsimpuls, aber nicht hinreichend. Wenn das Geld nicht bei den Leuten ankommt, steigen die Preise nicht. Das ist wie in der Bundesliga. Der Markt kann ruhig durch Fernsehgelder geflutet werden. Die Preise steigen aber nur, weil diese Extraknete auch an die Klubs weitergegeben wird. Die DFL bleibt da nicht drauf hocken. Das klingt banal. Aber die Löhne steigen nun mal nicht mit der Geldmenge. Sie steigen in Deutschland seit 20 Jahren auch nicht mehr mit der Produktivität. Daher lohnt es sich dann doch, das Banale mal laut zu sagen.


    Ach, man könnte Bücher schreiben über Wirtschaft. Also von der inhaltlichen Menge her getze. Ich re-poste noch einen Blogeintrag von Norbert Häring und dann soll es gut sein. Häring schreibt fürs Handelsblatt. Da hat er mal einen Artikel über ein aktuelles Herbst- oder Frühlingsgutachten der Wirtschaftsweisen geschrieben. Beim Recherchieren hat er mehr Material gefunden als Platz im Artikel war. Da hat er den Rest in seinen privaten Blog geschrieben. Inhalt: Die argumentativen Wendehälse der Wirtschaftsweisen über 17 Jahre hinweg. Erst was fordern, die Umsetzung loben und dann bei Problemen wegducken. Nicht zum ersten Mal hier verlinkt. Aber ich habe es auch mehrfach gerne gelesen. https://norberthaering.de/news…aftsweise-merkantilismus/

    Die Selbstüberschätzung kommt bestimmt von den vielen Erfolgserlebnissen, die sie in den letzten fünf Jahren gesammelt haben.


    Oh, die meisten waren vor fünf Jahren noch nicht bei 96? Aber sie hatten bestimmt ganz viele Erfolgserlebnisse, unmittelbar bevor sie zu 96 gekommen sind. Ach nee, auch nicht. Die meisten waren ausgemustert gewesen und hatten keine Spielpraxis.


    Nee. Ich glaube, sie spielen einfach nicht so gut Fußball. Die Kaderplanung war zum Beispiel ein Witz, sonst hätten sie nach dem ersten Spieltag nicht neun neue Spieler dazuholen müssen. Neun! Von den neun sind zwei auch schon wieder weg. Aus der Doppelsechs Baka/Prib wurde Stendera/Aogo wurde Kaiser/Anton. Ostrzolek startete am ersten Spieltag und ist seitdem außen vor. Den Konkurrenzkampf hat Horn gewonnen, er war zu Saisonbeginn noch gar nicht an Bord. Aus dem Innenverteidigerpärchen Anton/Franke wurde Anton/Elez wurde Hübers/Elez. Haraguchi hat schon auf sechs oder sieben Positionen gespielt. Hier ist ja nichts langsam aufgebaut worden. Es wurde monatelang wie wild herumprobiert, weil es von Anfang an nicht funktioniert hat. Aus einem Umbruch wurde ein Umbruch, noch ein neuer Umbruch. Das hörte gar nicht mehr auf. Zur Abwechslung hatten wir diesmal nur einen Trainerwechsel und nicht drei. So gar nicht zur Abwechslung hatten wir wieder einen Managerwechsel, während die sportliche Leitung natürlich beim Präsidenten verbleibt.


    In dem 4-4-2 von neulich haben sie mal eine Konstellation gefunden, die ganz gut paßt. Hamse heute anders gemacht, sie haben sich an Sandhausens Formation orientiert. Hat heute trotzdem nicht gut gepaßt.


    Den Abstiegskampf werden wir wohl vermeiden können. Für alles andere fehlen die Voraussetzungen. Ich bin mit dem Turnaround der letzten Monate trotzdem zufrieden. Die Saison hätte noch schlimmer verlaufen können. Mit Blick auf die Altersstruktur, die Vertragslaufzeiten, die Kaderplanung und die Voraussetzungen dafür können wir uns alle darauf einstellen, daß dieser Umbruch auch schon wieder durch den nächsten abgelöst werden wird. EInen vernünftigen Mannschaftsaufbau werden wir weiterhin eher nicht erleben. Aber vielleicht mal 'ne ganz gute Phase.