Beiträge von Pokalheld

    Jens Hätten sie mit 3 IV angefangen, hätte nach Falettes Fußverletzung kein anderer eingewechselt werden können. Wir haben auch keinen Sechser a la Bijol oder Andreasen oder Schulz, der weiter nach hinten rutschen könnte. Und auch keinen Außenverteidiger, der das unbedingt machen muß (Muroya hätte vielleicht den Sorg machen können als RIV, für ihn dann Dehm als Flügelverteidiger. Wäre eine ganz neue Variante gewesen. Und kann Dehm schon 45 Minuten?). Weydandt hätte noch in Frank Neubarth-Manier als Libero gebracht werden können.


    Lamti ist bereits der ominöse U23-Spieler, den man einfach mal reinwerfen sollte mußte.


    PS: Kai ;)

    Der Verteidiger machte einen Tippelschritt nach vorne, wurde in den Rücken gespielt, er muß sich drehen, der Ball verspringt ihm zu weit und logischerweise fängt er erst dann zu laufen an. Der Stürmer hingegen sprintet schon vorher los, weil er auf einen Fehler spekuliert/hofft. Somit hat er schon eine ganz andere Geschwindigkeit erreicht. Eben bei Olympia im 100m-Halbfinale waren die ersten vier Meter auch nicht die schnellsten (außer bei dem Chinesen, der aber auch wieder... äh... keine 1,96m groß war).

    Vielleicht ist das ein Nachteil, wenn man 1,96m groß ist. Der Ball wurde von Franke in seinen Rücken gespielt. Laut tm.de ist Lamti Rechtsfuß, er mußte ihn aber mit links nehmen (Gesicht zum eigenen Tor, wegschlagen auch schwierig), das war nicht technisch sauber gelungen. Dann bewegt sich der Ball natürlich weg von ihm. Der Gegner grätscht, er nicht (vielleicht, weil im Strafraum). Das wirkt dann alles langsam. Ob es auch wirklich langsam war, weiß ich nicht. Zum Schluß ist er auch noch nach dem Ballverlust nicht zwischen Gegner und Tor.


    Vom eigenen Mitspieler ist er in Verlegenheit gebracht worden. Frankes Paß hat bisher keiner erwähnt. Zum Glück war das Spiel vorher schon entschieden. So war es nur das i-Tüpfelchen.


    ab 2:52

    Ein User sprach letzte Woche von Spaß, zwei andere User schreiben seit Jahren nach Pleiten je drei Stunden lang vom sportlichen Weltuntergang.


    Das Fanmag nicht immer mit einer Zunge spricht.


    Ich zum Beispiel halte mich für sehr geduldig, wenn es um sportliche Belange geht. Dafür bin ich der Geschäftsführung seit längerem überdrüssig.

    sammy Nun, das fehlende Kreieren und Ausnutzen von Räumen habe ich auch kritisiert. Was die defensive Ausrichtung angeht: Als 96 nach Europa stürmte, stand es auch hinten drin und hat gleichzeitig vorne früh gestört. Das ist tatsächlich kein Widerspruch. Es gibt verschiedene Möglichkeiten defensiv zu spielen. Man kann das relativ passiv machen, indem man "nur" verhindert, daß die Angreifer in Tornähe den Ball kriegen. Man kann das auch aktiv machen mit frühem Stören. Rostock hat defensiv gespielt, weil die letzte Abwehrreihe nicht weit vorgerückt ist, weil sie wenig den Ball hatten und weil sie mit Ball seltener in der hannoverschen Hälfte waren als umgekehrt.


    Daß man mit 35% Ballbesitz genauso viele Torschüsse haben kann wie der Gegner haben wir auf dem Weg nach Europa Woche für Woche selbst gesehen. Wie gesagt, das ist kein Widerspruch. Rostock hatte in der zweiten Hälfte naturgemäß viel Raum für Angriffe, nämlich alles zwischen der Mittellinie, wo Franke und Lamti waren, und Zieler.


    Schlimmer noch als der Gleichstand von 12:12 Torschüssen sind die Ballkontakte der Angreifer in den jeweiligen Strafräumen. Wenn ich bei whoscored.com auf das Chalkboard klicke, Touches und ein Team auswähle, dann sehe ich mit Erschrecken: Hannover hatte 15 Ballkontakte im gegnerischen Strafraum. Rostock hatte 19 Ballkontakte im gegnerischen Strafraum. Hannover hat 5 seiner 12 Torschüsse außerhalb des Sechzehners abgegeben, Rostock nur 2 von 12. Obwohl 96 meistens den Ball hatte und der Ball meistens im mittleren oder vorderen Spielfelddrittel gewesen ist. "Scheinüberlegenheit" hat das der gute Hans Meyer in Nürnberg immer genannt.


    Bei Rostock kam halt eine Serie von Eckbällen zu der defensiven Ausrichtung hinzu (39./40.). Das waren durch Konter und Standards schlappe vier Schüsse in zwei Minuten. Wohingegen 12 Schüsse mit 62% Ballbesitz für Hannover schon nicht so viele sind. Dazu dann nur 7 Versuche aus dem Sechzehner, inklusive zweier harmlos zu hohen Kopfbälle von Franke nach Ecken. Auch diese Zahlen drücken aus, was die Augen als Eindruck vermittelten: 96 war im Spielaufbau überfordert und blieb harmlos, Rostock brauchte keinen klassischen Spielaufbau mit langen Staffetten und konnte dennoch gefährlicher werden.


    Gegen einen tief stehenden Gegner oder bei einem Rückstand muß aber auch Rostock dann wieder andere Lösungswege suchen. Gegen Karlsruhe drückten sie laut kicker.de lange vergeblich in der zweiten Hälfte beim Stande von 1:2.

    Was für ein Dämpfer nach dem Spiel von letzter Woche. In der ersten Hälfte gab es nette Szenen an den Außenbahnen, wo der Ball mal direkt gespielt wurde. Aber dann ohne den gefährlichen Ball in den Strafraum, ergo auch ohne Torabschlüsse. Rostock mit dem Versuch von Seitenwechseln, oft ins Aus oder gut geblockt. Dann kam die 39./40. Minute mit mehreren Schüssen, Paraden, Ecken und dem 0:1. Zweites Gegentor der Saison, zweites nach einer Ecke.


    In der Pause zwei Wechsel, die erstmal gar nichts brachten. Noch in der 46. fiel das 0:2. Nach einem Einwurf. Drittes Gegentor der Saison, drittes nach einem Standard. Ich sehe da ein gewisses Verbesserungspotential.


    Sehr viele offensive Wechsel sollten dann für 96 ein Powerplay entfachen. Weydandt als Turm neben Ducksch, Ochs als neuer Flanken- und Standardmann, Sulejmani als neue Schnittstelle zwischen Mittelfeld und Angriff. Stolze blieb Rechtsaußen, Ernst bekleidete den Mittelkreis zum Schluß alleine. Allein, es war keine Struktur im Spiel. Der Spielaufbau hat prinzipiell durch Zieler im Tor ein bißchen dazugewonnen. Franke und Lamti hingegen können immer nur den nächsten Nebenmann anspielen, gegenseitig, auf die Außenverteidiger oder auf Ernst. Den guten langen Ball können sie nicht. Alle Versuche der Roten endeten frühzeitig:

    - Sei es das Spiel über die Außen, wo Rostock meistens Überzahl herstellen konnte, um die Zweikämpfe zu gewinnen.

    - Sei es der lange Schlag von hinten, den Rostock wegköpfen konnte.

    - Sei es das Spiel durch die Mitte, wo Rostock immer Überzahl herstellen konnte, um die Zweikämpfe zu gewinnen.


    Es gab in der Folge zwar viel Ballbesitz für Hannover, aber wenig Abschlüsse, auch wenig Standards und wenig Fortune bei Abprallern und abgefälschten Bällen (etwa Muroya und Ducksch, 63. Minute). Das Kreieren und Ausnutzen von Räumen war schlecht, da fehlten schnelle und präzise Seitenwechsel. Die Hereingaben waren nicht gut. Die Fernschüsse blieben harmlos (Hult 57., Ochs 60., Weydandt mit links 70.). Ständig wurde ein Mitspieler gesucht, der von drei Gegnern umringt war, oder es wurde gleich selbst in drei Gegner hineingedribbelt.


    Rostock hat gut gekämpft, ist viel gelaufen, hat wahrlich überall auf dem Platz gestört, hat kaum Abwehrschnitzer drin gehabt und wurde durch ein Geschenk in der Schlußminute mit einem dritten Tor belohnt. Daß sie 96s Abwehrreihe kaum in Ruhe gelassen haben, hat dann auch Zielers Einbindung in den Spielaufbau verhindert. So mußten die ratlosen Innenverteidiger oft das machen, was sie nicht können.


    Muroya hat mir phasenweise sehr gut gefallen, aber seine Schwalbe hat mich geärgert. Ernst wich oft nach links vorne aus, erzwang fast ein Eigentor in der ersten Hälfte. Von Stolze habe ich wieder nicht so viel gesehen, ein Mal ist er mir bei einem frühen Ballgewinn aufgefallen. Aber klare Aktionen wie Dribbling/Flanke/Schuß waren wieder nicht dabei. Hult fand ich wieder gut. Kerk und Muslija haben das Spiel nicht lenken können. Ducksch und später Weydandt und Sulejmani konnten nicht gut eingesetzt werden. Lamti wird sich ärgern.


    Was für ein Dämpfer.


    Mit den Mentalitätsreden kann ich ja seit jeher wenig anfangen. Ich sehe den größten Unterschied zwischen dem Bremen- und dem heutigen Spiel in der Ausrichtung des Gegners. Die einen wollen Fußball spielen, weil sie den Anspruch haben aufzusteigen. Die anderen wollen das Spiel des Gegners ersticken und dann ein paar Nadelstiche setzen, weil sie den Anspruch haben irgendwie in der Liga zu bleiben. Das sind zwei grundsätzlich verschiedene Herangehensweisen, zwei verschiedene Aufgaben, die dann auch verschiedene Lösungswege brauchen.

    Muroya auf Ducksch war letzte Woche ein Traumtor. Heute sind sie zwei gelbe Karten wegen Schwalbe und Meckerns.


    Typisches Nullnull, wären da nicht die zwei Minuten der anderen da gewesen mit Schuß, Parade, Kopfball, Parade, Eckball, Parade, Eckball, Schuß, Block, Schuß und Tor. So ist es eher ein typisches 0:1.

    Auf jeden Fall wird jetzt endlich - wie in der letzten Saison lange gefordert - auf die Jugend gesetzt:


    Zieler (32), Falette (29), Franke (28), Hult (31), Muroya (27), Kaiser (32), Ernst (26), Kerk (27), Muslija (23), Stolze (26), Ducksch (27)


    Hansen (31), Lamti (20, Platzhalter für Börner (30)), Dehm (25), Ochs (24), Frantz (34), Weydandt (26), Twumasi (27), Sulejmani (25)


    Durchschnittsalter der Startelf laut tm.de: 28,4 Jahre.

    Die MANNSCHAFT

    Ducksch

    Muslija Kerk Stolze

    Kaiser Ernst

    Hult Falette Franke Muroya

    Zieler

    Die ERSATZBANK

    Hansen Lamti Dehm Ochs Frantz Weydandt Twumasi Sulejmani (freier Platz)


    Die FEHLENDEN

    Evina (verletzt) Börner (hat noch nicht unterschrieben, da in Quarantäne) Ennali (von Twumasi verdrängt) Maina (unbekannt)


    96 veröffentlicht die Ersatzbank nicht mehr. Laut kicker.de sind nur 19 Leute im Kader.

    Exakt das Gleiche gab's hier auch schon. Die Laterne wurde dann zwei Wochen später oder so versetzt.


    Kann doch keiner ahnen, daß da urplötzlich aus dem Nichts so ein komischer Radweg auftaucht. Hat der Laternen- und Pfostenabteilung einfach keiner Bescheid gesagt.