Beiträge von Pokalheld

    Meine Gedankenfetzen:

    Einwürfe wurden auch in den letzten elf Wochen nicht ein Mal geübt. Schade. Ein bißchen Glück beim 1:0, aber gleich drei Mal bei Gegentoren geholfen, das war spielentscheidend. Vom Spielverlauf und den Torchancen her war es ausgeglichen. Gegen Teams von ganz oben wird bislang alles verloren. Zu verschmerzen, dann ist es dieses Jahr halt noch nicht soweit. Die Dorfkickertricks aus der unteren Schublade (vierten Co-Trainer gelbe Karte provozieren lassen u.ä.) mögen vielleicht einen gewissen Charme haben, wenn es das eigene Team macht. Aber andersherum und auch als neutraler Zuschauer sind solche Kaspereien ärgerlich unsportlich.

    Hört sich nach einem Garantie-/Gewährleistungsfall an. Händler kontaktieren und verhandeln. Vielleicht tauscht er sogar gegen ein neues Modell, das Du gleich mitnehmen kannst. Versuch's.

    Wenn jetzt reihenweise Kleinwagen vom Markt genommen werden und die E-Autos zwecks Marge erstmal überwiegend in großen Größen kommen, wird der Gebrauchtwagenmarkt in wenigen Jahren lustig aussehen.

    Willkommen zurück, Gerhard Zuber.


    Die Erfolgsgeschichte wird weitergeschrieben. Oder war es die Geschichte voller Mißverständnisse? Egal, Hauptsache eine schöne Geschichte.

    Mr. Mo Das wundert mich überhaupt nicht. Die Argumente gegen eine autofreie Innenstadt kann man zum einen eins zu eins nachlesen bei der Diskussion um die Einführung von Fußgängerzonen. Auch wenn ich da nur einen längeren Artikel aus dem Spiegel zu kenne. Und zum anderen erwähnte Jan Gehl (dänischer Architekt) mal in einem Interview, daß es ausgerechnet in den USA wunderbare Forschungsarbeiten zu Städten und Stadtverkehr gebe, diese Empfehlungen es aber über Jahrzehnte hinweg samt und sonders nicht in die Umsetzung geschafft haben, weil andere Interessen... ähm... andere Interessen hatten.


    Heutzutage kann man weltweit (also wirklich weltweit!) Anzeichen für einen Paradigmenwechsel erkennen. Rückkehr der Straßenbahnen, Rückkehr der Fahrräder, Umgestaltung von Autoräumen zu Fußgängerräumen. Aber für Ungeduldige ist so eine Stadtanpassung echt langsam. Schade, daß man Jahrzehnte verschlafen hat. Sehr schade.

    War neulich kurz in Zwolle. Lebendige Innenstadt, viele kleine Geschäfte in den Erdgeschossen kleiner Häuser, kaum Filialen. Da war alles Mögliche. Bäckerei, Gemüseladen, Kiosk, Haustierbedarf, Perücken, Imbißstuben, vier Zweiradläden für Fahrräder oder Mopeds und weiteres, was ich wieder vergessen habe. Alles fußläufig in zwei kleinen Straßen erreichbar. Es war nicht überlaufen, aber belebt. Viele Radfahrer, mehrere Fußgänger, wenig Autofahrer. War keine Fußgängerzone. (Auf den Hauptstraßen gab es den üblichen Autoverkehr mit Ampelstau, aber abseits der Hauptstraßen nicht.)


    War auch neulich in Enschede. Fußgängerzone. Ähnliches Bild. Ja, ich hab einen H&M gesehen und noch einen Konsumklotz von Primark oder so, aber viel mehr kleine Geschäfte und ein reges Treiben. Eine Innenstadt zum Wohlfühlen. Übrigens mit einem überregional beliebten Wochenmarkt samstags. Wochenmärkte sind andernorts ja auch eher ein Relikt vergangener Zeiten. Mit allem, was einen Wochenmarkt so schön macht: Obst, Gemüse, Brotwaren, Wurst, Käse, Fisch, Imbiß, Klamotten und Tinnef.


    Vielleicht sollte man den Fokus mehr auf Stadt- und Verkehrsplanung legen. Eine Innenstadt braucht eine Mischung aus Konsum, Wohnen, Kultur/Erholung, Plätzen und Verwaltung. Als Mittelpunkt eines Ortes wird die Innenstadt immer eine Attraktivität haben. Wenn man auf überdimensionierte Phallusbauten, Konsumzwang und Autoverkehr verzichtet, ist das schon die halbe Miete.


    Man weiß heute alles, was es für eine erfolgreiche Stadt braucht. Ist alles hinreichend erforscht und studiert. Man weiß, wie groß oder klein ein öffentlicher Platz idealerweise ist. Ein Platz zum Verweilen, für den Wochenmarkt, für eine Kundgebung, für ein Konzert. Ohne daß man sich von der Dimension eingeschüchtert oder verloren fühlt. Man weiß, wie Häuser und Straßen idealerweise dimensioniert sein sollten. Man weiß um die Mischnutzung. Man weiß um die Wichtigkeit von Begrünung und Solardächern. Man weiß um den third place (der erste Ort zum Wohnen, der zweite zum Arbeiten, der dritte für die Freizeit/Geselligkeit). Man weiß, daß um 1950 herum alle Stadtplaner zu technikbegeistert gewesen sind. Na und, 1950 ist vorbei. Man weiß, wie Ghettos und gated communities entstehen. Es braucht keiner so zu tun, als müsse man darauf warten bis das Rad erfunden wird. Menschen bauen seit 7.000 Jahren Städte. Es ist bereits alles ausprobiert worden. Mit allen Erfolgen und Mißerfolgen. Zur Kenntnis nehmen und Schlüsse ziehen wäre angesagt. Nicht im Fanmag, wir schnacken hier nur 'n bißchen, sondern in den Entscheidungsgremien.


    Im übrigen teile ich überhaupt nicht die These, der Konsument steuere mit seinem Verhalten maßgeblich die Geschicke. Der Konsument kann nur nachfragen, was angeboten wird. Der Konsument wurde vor 60 Jahren nicht gefragt, ob er fürs Kükenschreddern wäre. Ob er für Massentierhaltung wäre. Ob er für Plastikmüllberge wäre. Ob er für hochverarbeitete Lebensmittel wäre. Ob er für Nähkäfige in Südostasien wäre. Ob er für Kinderarbeit auf Kakaoplantagen wäre. Ob er für Monokultur im Regenwaldgebiet wäre. Ob er dafür wäre, daß eine Jeanshose 50.000 km gereist sein muß, um zwischendurch eine Umweltsauerei anzurichten, die nur noch in zwei Ländern der Welt erlaubt ist, und zum Schluß den Knopf in Bulgarien angenäht bekommt fürs Made in EU-Siegel. Überhaupt der Siegelwahnsinn. Alles kriegt ein eigenes Gütesiegel, gesetzlich, freiwillig und kommerziell. Wer will sich denn da reinfuchsen?


    Als wenn der Konsument hauptberuflich ein highly involved customer in allen Branchen wäre, ein bestens recherchierter Experte. Nein, ist er nicht. Er ist mit niedrigen Preisen vom Tante-Emma-Laden in diese damals neuartigen Supermärkte gelockt worden. 99 Pfennig werden immer attraktiver sein als 2 Mark. Fernsehwerbung und eine bunte Verpackung dazu, schon werden die Kunden erzogen. Nur Dussels gehen noch zu Eisen Karl, Fiffis hingegen gehen zur großen Kette. Da arbeiten zwar meist nur Angelernte, aber es ist billiger! Nur Dussels kochen noch selbst, Fiffis hingegen nehmen rotes Pulver aus der gelben Tüte für die Nudelsauce.


    Die Marktwirtschaft mit Gewinnorientierung und Monopolisierungstendenzen braucht immer gewisse Schranken.

    Spricht es allerdings nicht auch Bände, daß - wenn TV für Kinder als Problem angesehen wird - nur versucht wurde, wenigstens 30 Minuten in einem Spartensender zu verbessern anstatt nach wirksamen Lösungen zu suchen?

    Also... wäre das nicht zuvorderst Elternsache?

    Ja natürlich, es wäre schon.


    Aber wenn's doch dieses Problem gab und gibt, was dann? Kannst an die Eltern Appelle richten. Klar. Wirst nicht jeden damit erreichen. Auch klar.


    Ergo kommen Gedanken darüber auf, wie man das damals neu entstandene Problem hätte angehen können. Zumal Fernsehkonsum nicht nur für die Lütten problematisch ist.

    PS: Danke Kai, für den Beginn dieses Themas. Spricht es allerdings nicht auch Bände, daß - wenn TV für Kinder als Problem angesehen wird - nur versucht wurde, wenigstens 30 Minuten in einem Spartensender zu verbessern anstatt nach wirksamen Lösungen zu suchen? Das das Kommerzfernsehen wurden nicht abgeschafft oder reguliert. Das hätte ja der Freiheit und dem Taler im Wege gestanden.


    Das gleiche Kommerzfernsehen, daß die "werberelevante Zielgruppe" erfunden hat, um sich erfolgreicher darzustellen als es war. Es gibt nämlich keine werberelevante Zielgruppe. RTL-Chef Thoma hat's später mal erzählt. Und dennoch halten bis heute erstaunlich viele Leute daran fest. https://www.manager-magazin.de…men/artikel/a-681006.html


    Ich meine irgendwo mal gelesen zu haben, daß Thoma die Geschichte aus den USA hat, dort wurde das Märchen schon in den 50ern erzählt.

    Der Bayrische Rundfunk formuliert heute mit dickerem Federstrich als Wikipedia die damaligen Beweggründe:


    Amerikanische Slums in einer TV-Sendung seien nichts für bayerische Kinder! - fand der Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks. Als am 8. Januar 1973 die Sesamstraße aus den USA erstmals im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde, war der BR nicht mit von der Partie. Vorschulkinder zwischen Hof und Bodensee mussten auf die synchronisierte Erbauung also zunächst verzichten. Auf "in der Sendung auftretende Neger", wie es hieß, aber auch auf das ausgehungerte Krümelmonster, auf Kermit, den Reporter-Frosch - und natürlich auf das wunderbar spannungsreiche Kult-Paar der Serie - Ernie und Bert, der eine quer-, der andere längsgestreift, quasselnd ohne Unterlass. Einem Gerücht zufolge sollte das Betrachten der wild herumhampelnden Puppen bei den kleinen Zuschauern sogar Epilepsie auslösen.


    [...]


    Seit 2003 dürfen Ernie und Bert übrigens auch in Bayern toben - im überregionalen Kinderkanal. [...]

    Uff. Daß das 30 Jahre lang so gehandhabt wurde, hatte ich allerdings nicht gewußt.