Beiträge von Pokalheld

    Ich fürchte, eine Verfilmung des Buches wäre keine TV-Empfehlung wert. Wenn ich mich halbwegs richtig erinnere, schlenderte er eine Weile durch die Stadt bevor er wieder eingefangen wurde. Diese kurze Zeit außerhalb des Käfigs fand er wohl ganz nett.


    50er Jahre-Geschichte halt. Wobei der Kassettenrekorder natürlich erst zehn Jahre später erfunden worden ist.

    Heeey, dieser tragbare Kassettenspieler ist das erste Abspielgerät meines Lebens gewesen. Mit selbstgesprochenem Hörbuch "Der glückliche Löwe".


    Mein Gott, ist das wirklich schon hundert Jahre her.

    Aus meiner Sicht haben wir im Tor einen merkwürdigen Trend:


    Zieler war zu seiner ersten Zeit richtig stark, von gewissen Schwächen bei Fernschüssen/Freistößen abgesehen. Ein Spitzentorwart, einer der besten Fünf im ganzen Land. Tschauner hatte keine tolle Vita, hatte bei Nürnberg und St. Pauli seine Stammplätze verloren. Als er Nummer eins wurde, war aber viel besser als befürchtet. Fußballerisch nicht so dolle, aber mit guten Reflexen. Und ohne große Ausreißer nach unten.


    Der Wechsel zu Esser war nicht zwingend notwendig. Schon Essers Verpflichtung war ja nicht notwendig, es hätte ja auch ein "kleiner" neuer Ersatzkeeper gereicht. Als Esser dann spielte, empfand ich es als Verbesserung. Fußballerisch schwächer als Zieler, aber besser als Tschauner. Bessere Strafraumbeherrschung als Tschauner.


    Als Zieler zurückkam (war schon wieder nicht zwingend notwendig), waren die Erwartungen hoch. In der Hinrunde hatte er einige Wackler, in der Rückrunde eigentlich nicht. Er hatte keine spektakulären Spitzenleistungen, er war in etwa auf Essers Niveau gelandet. Das mag vielleicht die Erwartungen enttäuscht haben, die Leistungen losgelöst von den Erwartungen waren aber okay.


    Nun kam Esser zurück (war übrigens nicht zwingend notwendig), und das schon wieder nicht in der alten Verfassung. Erst wurden Erwartungen längere Zeit übertroffen, jetzt werden sie eher enttäuscht. Insgesamt viel mehr Wechsel auf der Position in vier Jahren als notwendig. Und keiner hat das Team richtig vorangebracht. Den Keeper von 2011-16 haben wir immer noch nicht wieder.


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    Bei Haraguchi sehe ich es so: Er ist so gut und fit, daß er seinen Stammplatz sicher hat. Wenn der Trainer dann der Überzeugung ist, es solle ein 4-4-2 mit flacher Vier sein, dann gibt es Haraguchis Paraderolle nicht. Wobei das gar nicht mal so schlimm sein muß; die Formation muß schließlich nicht symmetrisch interpretiert werden. Haraguchi kann offensiv in die Mitte ziehen, solange er defensiv mithilft, den gegnerischen RV in Schach zu halten. Dann wird halt nur die rechte Angriffsseite mit zwei Leuten überladen. Als Beispiel. (Bloß halte ich ein solches 4-4-2 gegen die Staffelung des Gegners für falsch)


    Man darf auch nicht übersehen, daß Maina, Weydandt und Ducksch ebenso wenig groß aufgespielt haben. Ducksch hatte wenigstens einige Szenen, auch wenn er sie vergeben hat. Von Sulejmani und Twumasi habe ich auch nichts gesehen. Die Aufstellung Haraguchis auf links war somit nicht das einzige Problem der 96er. Sie wollten über rechts Druck machen, wurden aber dort unter Druck gesetzt, weil das halt Paderborns Schokoladenseite war und nicht die Schwachstelle. Unser Zweiermittelfeld war gegen deren Dreiermittelfeld in der Unterzahl. Unsere Innenverteidigung war zu zweit, hatte aber nur einen Mittelstürmer zu bewachen. Das war diesmal keine gespiegelte Aufstellung. Man muß den Gegner nicht spiegeln. Aber ich glaube, je stärker der Gegner ist, desto eher kann man so ein Gleichgewicht sicherstellen. In den ersten 55 Minuten habe ich so ein Gleichgewicht sehr vermißt.


    Ich halte unseren nächsten Gegner ebenfalls für eher stark. Daher würde ich mir anschauen, wie die sich normalerweise staffeln. Und daran ausrichten. Wenn Düsseldorf im 4-4-2 oder 4-2-3-1 aufläuft, dann würde ich mit doppelt besetzten Außen rechnen. Wenn etwas so überhaupt nicht dazu passen mag, dann wäre das diesmal ein 4-4-2 mit Raute oder ein 3-5-2, weil dort die Außen nur einfach besetzt sind. Es sei denn, man will ganz mutig sein und sagen, wir haben dafür ein Übergewicht im Zentrum, laßt uns das ausnutzen. Aber diesen Mut hätte ich vielleicht nur gegen schwächere Gegner.


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    Bei Frantz bin ich ein wenig ratlos. Entweder haben wir ihn drei Jahre zu spät geholt oder er muß auf der falschen Position spielen. Für einen Sechser hat er erstaunlich wenig Ballaktionen. 23 Ballkontakte in 55 Minuten gegen Paderborn (hochgerechnet = 38 pro 90 Minuten). Kaiser hatte 53. In Osnabrück hatte Frantz 31 Ballkontakte in 61 Minuten (46 pro 90 Min.). Kaiser hatte 70. Gegen Karlsruhe hatte Frantz 38 Ballkontakte in 90 Minuten. Kaiser hatte 45. Das Spiel gegen die anderen da habe ich jetzt nicht nachgekuckt, weil da ja alle 96er brillant waren.


    Die taktische Ausrichtung besagt also ganz bestimmt nicht: Gib Frantz nach dem Ballgewinn die Kugel, er verteilt sie dann weiter. Nee, das macht unsere Innenverteidigung selbst. Das Zweikampfmonster, der große Staubsauger und Abräumer ist Frantz allerdings auch nicht. Und so passen Spieler und Position auch hier nicht so ganz zusammen. Ich gehe erstmal weiter davon aus, daß Frantz weiter vorne eingesetzt werden müßte (falls er das läuferisch noch kann). Vielleicht sogar vorne links. Das weiß ich nicht. Gemacht hat er das schon. Früher irgendwann.


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    Falette hat vor allem deswegen sofort gespielt, weil er Linksfuß ist. Die Spieleröffnung ist so viel leichter, wenn man in der Innenverteidigung einen Rechts- und einen Linksfuß hat. In Zeiten des Pressings, der Deckungsschatten und der Art des Anlaufens macht das was aus.

    Fahrradfahrer und Abbiegeverkehr (SPON): Da gibt es zwei gute Ideen, aber wenn man beide kombiniert, kommt offenbar nur Murks bei raus. Zeigt leider, dass es nicht immer so einfach ist, wie man sich das im ersten Moment so denkt, wenn man den Verkehr für alle sicherer machen will.

    Aus Darmstadt schreibt jemand viele gute und ausführliche Artikel zum Straßendesign. Hier ist die "Studie" vom UDV untersucht worden: https://www.darmstadtfaehrtrad.org/?p=3628


    Hat bloß nicht so viel Reichweite wie der UDV, der Pressevertreter mehrerer Verlage einlädt und Pressemeldungen veröffentlicht, die viele als Tickermeldung übernehmen.


    Ärgerlich.


    Edit Zusatz:

    https://twitter.com/marcogroen…tatus/1314661616911355906

    Zitat

    Interessant, das beteiligte Ing.Büro meldete genau das Gegenteil & entarnte die Falschaufstellung. Mit kleine Anpassung gab es Sichtbeziehung, und der Lkw stand im der Aufstellung falsch, wurde Kurve nicht schaffen. Das sind Experten, nicht die vom UDV.

    Mit Link zum Ing.Büro

    Laut tm.de spielt Düsseldorf bisher entweder im 4-2-3-1 (auswärts) oder im 4-4-2 mit flacher Vier (zuhause). Was quasi das gleiche ist, bloß ist ein Mal der eine Stürmer leicht zurückgezogen.


    96 bräuchte also eigentlich nicht allzu sehr überrascht sein, falls Düsseldorf die Außen wieder doppelt besetzen sollte.


    Andererseits wissen wir nicht, ob 96 ein Scouting hat, die Hinweise sind widersprüchlich...

    Gegen Würzburg war das überwiegend ein Klassenunterschied zu unseren Gunsten. Gegen Karlsruhe haben sie gewonnen. Weiß gar nicht mehr, wie das Spiel war. Müßte ich erst wieder nachlesen. Ich tue mal so, als wär das gut gewesen. Gegen Osnabrück habe ich am Samstag gemerkt, daß das Spiel schon am Freitag war. War wohl nicht so gut, das Spiel. Gegen die andern da war das ein Klassenunterschied zu unseren Gunsten. Heute gegen einen ordentlichen Gegner zu lange erschreckend schwach.


    Erstaunlich wenig Spiele Spitz auf Knopf, oder? In einer Liga, die sonst so unfaßbar ausgeglichen ist? Dieses Jahr hop oder top?

    Die Startelf steht weitestgehend. Er muß die Mannschaft ein bißchen auf den Gegner ausrichten. Vor allem, wenn der Gegner nicht so schwach ist wie Würzburg im Pokal oder die anderen da am dritten Spieltag.

    Inwiefern war das heute denn auf den Gegner ausgerichtet? Ohne Häme, aber das wüsste ich gern. Für mich war das eher so "Never change a winning Team" plus Falette als Upgrade zu Franke.

    Ich schliesse mich der Fragestellung vollumfänglich an...

    Nun, die anderen da am dritten Spieltag hatten offenbar Personalnöte auf deren linker Seite. Diese Schwachstelle wurde mit Maina/Schindler bewußt unter Druck gesetzt.


    Heute wurde genauso aufgestellt wie gegen die anderen da. Eine Ausrichtung auf den Gegner hat heute (mindestens in den ersten 55 Minuten) gar nicht stattgefunden. Die hatten links gar keine Schwachstelle. Stattdessen wir mit einer Viererkette gegen einen Dreiersturm. Wir mit zwei Leuten im zentralen Mittelfeld gegen drei Leute. Fürchterlich!

    Zur Hälfte vercoacht. Zur anderen Hälfte den Gegner eingeladen. Wieso hatten sie vorm 0:1 nicht die Übersicht, oha, der Gegner preßt uns alle hier, lieber den Ball weit rausspielen?


    Die Schlußoffensive war nicht stark genug. Ein 1:1 wäre zwar möglich gewesen, aber die Niederlage hätte noch leichter höher ausfallen können.


    Ein bißchen enttäuschend. Wenigstens hat Paderborn ordentlich gespielt. Wenigstens nicht gegen einen ganz schwachen Gegner verloren.


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    Das Posting "Feierabend für Hübers" hat mich trauriger gemacht als es gemeint gewesen sein kann.

    Da ist so wenig Offensivspiel drin, ich weiß noch nicht einmal, was sie vorhaben. Linke Seite verwaist wie gegen die anderen da. Über rechts geht nichts, weil da halt keine Schwachstelle ist (anders als gegen die anderen da). Durch die Mitte geht nichts. Mit langen Bällen geht auch nichts. Standards haben sie nicht.


    Defensiv keine Antwort auf einen Dreiersturm. Kein Zugriff gegen das Dreier-Mittelfeld. Der Griff zum 4-4-2 mißlang. Und galliger ist der Gegner auch noch, setzt sich öfter mit'm Pöter durch.

    Soso. Collins war wohl einer der Besseren letztes Jahr. Also starker LV statt schwacher LV. Damit kritisiere ich die Wiederholung unserer Aufstellung.


    Esser erstaunlich zittrig bei Rückpässen.


    Paderborn mit mehr Zug zum Tor. Und mit einem verdienten 1:0. Da werden sie gepreßt und spielen trotzdem Kleinklein da hinten im Zentrum. Dann können sie nicht klären. Nach dem ersten Schuß können sie immer noch nicht klären. Den zweiten Schuß auch nicht verhindern. Erst Gegner ermutigt und dann wiederholt eingeladen.


    Selbst schuld!

    In der westlichen Welt wird die Inflation (oder allgemeiner: die Preisentwicklung) im wesentlichen durch die Lohnentwicklung beeinflußt.


    Bei der Idee, es müsse/könne/dürfe mehr oder weniger als den Inflationsausgleich geben, wird der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung verdreht. Diese ist Idee ist allerdings weit verbreitet.


    Idealerweise sagt man: Lohnveränderung = Produktivitätsveränderung + Zielinflation.

    Wenn man dann Zahlen einsetzt, kommt normalerweise sowas raus wie 3% p.a. = 1% p.a. + 2% p.a.


    Die Produktivität steigt in unseren Breitengraden normalerweise um 1% pro Jahr. In Krisenzeiten mit Kurzarbeit und so kann sie auch mal kurzzeitig fallen. Um nach der Krise wieder zu steigen.


    Bei 3,5% für drei Jahre frage ich mich vor allem, warum der Zeitraum so lang sein soll. Das sind bloß 1,15% pro Jahr. Warum sollte man aus heutiger Sicht mit -0,85% Produktivitätsentwicklung rechnen, die drei Jahre anhalten soll. Und das auch noch im öffentlichen Dienst (welche Branche könnte in Krisenzeiten noch besser die Nachfrageseite stützen?). In einem Land mit Außenhandelsüberschuß (Deutschland kann nicht zu teuer sein, sonst würde das Ausland woanders kaufen).


    Während sich die Zeitungen wahrscheinlich irgendwann wieder fragen werden, warum die Inflation bei Null liegt. Und warum die Zinsen ebenso. Ein Raubbau am ehrlichen Sparer, werden sie sagen. Sie, die ihre Schwierigkeiten mit dem Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung haben.


    Witzigerweise ist der Zusammenhang bei zu stark steigenden Löhnen bekannt, dann erinnert sich jeder an das Wort Lohn-Preis-Spirale. Bei zu wenig steigenden Löhnen wird der Zusammenhang vergessen.