Beiträge von Pokalheld

    Ach so, aktuell. Aktuell gilt das einerseits das gleiche. Auch hier werden die Politiker notgedrungen Fachwissen von außen nachfragen. In außergewöhnlichen Situationen können sie ja schlecht auf einmal besser und alleine Bescheid wissen als in gewöhnlichen Situationen. Bloß gibt es andererseits noch nicht so viele Hinweise auf unangemessene Bevorzugungen.

    Da es Wirtschaftsexperten gibt, die die Regierung beraten ("Wirtschaftsweisen"), könnte man für den Bereich der Wirtschaft schon mal eine Vermutung haben.


    Da die Straßen und Städte so autofreundlich ausgestaltet sind (und woanders nicht mehr), während die Bahn allgemein Ziel vieler Witze ist (und woanders nicht), könnte man für den Bereich Mobiliät und Transport auch eine Vermutung haben.


    Ich glaube, das gilt für alle Ressorts.


    Das liegt wohl in der Natur der Sache. Politiker wissen vielleicht, wie Politik gemacht wird. Aber in den Sachfragen stehen sie nicht an der Spitze der Forschung und Erkenntnisgewinnung. Die Minister sowieso nicht. Ein Blick hinter die Kulissen, angefangen bei den Staatssekretären, wäre da sicher interessant.


    Wer sich nicht auf Expertenwissen stützt, spielt das Lied Das alles und noch viel mehr würd ich machn, wenn ich Könich von Deutschland wär nach. Das könnte ungewollte Überraschungen geben.


    Problematisch wird es imho nur dann, wenn die Empfehlungen nicht ausgewogen sind. Man stelle sich vor, die Wirtschaftsweisen seien nicht unabhängig oder deckten nicht die ganze Bandbreite ab. Systematisch und seit Jahrzehnten nicht. Das könnte zu einer suboptimalen Wirtschaftspolitik führen. Oder analog das gleiche in anderen Ressorts. Man stelle sich vor, man stütze sich auf Gefälligkeitsgutachten. Mit eingebautem Drehtüreffekt. Uh, moral hazard, wie der Franzose sagt.

    Vielleicht hängen unterschiedliche Maßnahmen in unterschiedlichen Ländern nicht nur von der Regierung ab, sondern auch vom Fortschreiten der Infektions-/Kranken-/Intensivstations-/Todeszahlen. Je schlimmer die Lage oder Aussicht, desto strikter die Maßnahmen. Hat es in Schweden später angefangen? Wären Kontaktsperren schon zu vertreten, wenn das Ansteckungsrisiko noch nicht so hoch ist wie anderswo?


    Die Maßnahmen sollen ja idealerweise an die Lage angemessen sein. Die Lage ist nicht überall gleichzeitig gleich. Dann müssen es die Maßnahmen auch nicht sein.


    Kurzversuch einer Überprüfung: Laut tagesschau.de sind 3.326 Menschen in Schweden aktuell infiziert. Laut Wikipedia hat das Land 10,3 Millionen Einwohner. Das macht dann 32 bekannte aktuelle Infektionen auf 100.000 Einwohner. Ich vermute auch mal, daß die Bevölkerungsdichte sehr unterschiedlich ist (hoch in den wenigen Großstädten, gering im Norden und in den Bergen).


    Zum Vergleich Deutschland mit denselben Quellen: 49.311 bekannte aktuelle Infektionen und 83 Millionen Einwohner. Das macht dann 59 bekannte aktuelle Infektionen auf 100.000 Einwohner. Die Bevölkerungsdichte ist dabei hierzulande höher. Aber auch nicht einheitlich. Im Osten gibt es weniger Bevdichte, vermutlich weniger Reisetätigkeit und weniger Fälle pro 100.000 Menschen. Die meisten Fälle gibt es in den Stadtstaaten und in Süddeutschland, mit den Nachbarn Österreich und Frankreich. Da lauert im Moment mehr Gefahr als bei Schwedens Nachbarn Norwegen und Ostsee (etwas salopp gesagt).


    Sollten die Vermutungen alle ins Leere gehen, dann kann man hinterher immer noch prüfen, welcher Weg der bessere gewesen ist. Fürs nächste Mal. So richtig viel Erfahrung hatte ja keiner mit dieser Situation, und eine Betriebsanleitung war auch nicht dabei.

    Hmjoah... ich habe im Moment nicht die Vermutung, daß die aktuellen Maßnahmen mißbraucht werden. Aber man könnte sie mit Sicherheit mißbrauchen.


    Mißbrauchen kann man allgemein sehr viel.


    Errungenschaften wie Menschenrechte und Bürgerrechte oder von mir aus Demokratie muß man fortlaufend verteidigen. Damit ist man nie fertig.

    Okay, die Infonacht ist auch ein Wortprogramm. Wenigstens das.


    Beim UKW-Empfang des Deutschlandfunks habe ich manchmal Stader Verhältnisse. Ist das nicht auch ein Sender, der ohne Hintergrundmusik beim Wetterbericht vorkommt? Wer braucht Huntergrundmusik beim Wetterbericht?

    WDR 5 hat vor einer Woche die Berichte von heute aus seinem Programm geschmissen. Ist damit auch die 41 Jahre alte Ansage weg? Der NDR benutzt 'ne neue. Die hat eine bessere Tonqualität, aber keinerlei Ausstrahlung. Ich bin traurig.


    Allgemein wird bei WDR 5 seit Jahren schon kräftig an der Kostenschraube gedreht und die urige Musik, vor zwölf Jahren (da hab ich den Sender entdeckt) eine Mischung aus hörbarem Jazz und Downtempo Ambient Elektroirgendwas, ist auch dem Mainstream gewichen. Die Musik ist jetzt auch nicht schlecht, viel Blues und Soul, aber irgendwie ist das nicht mehr mein WDR 5. Das war mal ein Wortprogramm. Jetzt wird die Lala immer präsenter. Das alte WDR 5 ist einfach weg. Wenn die so weitermachen, werden sie das alte WDR 2.


    WDR 2 seinerseits ist unhörbar geworden. Ist fast so schlecht wie NDR 2. MAMAAA, ICH WILL DAS NICHT!!!! Ja, pffh, wer will das schon?? Ich werde nicht für die Berichte von heute den Sender wechseln. Ist mein Schlummerprogramm.


    Warum kann ein Sender nicht so bleiben wie er war? Soll er doch mit seiner Zuhörerschaft älter werden. Soll NJOY doch nach 60 Jahren Schritt für Schritt ein Rentnersender werden und dann wieder zum ursprünglichen Kinderprogramm zurückwechseln.


    Hoffentlich taugt die ARD Infonacht was, die sich jetzt ganznächtig auf WDR 5 ausbreitet.