Beiträge von Kai

    Ungeschickt ist auf jeden Fall die Verallgemeinerung auf den afrikanischen Fußball, wenn man ihm nur Eigenschaften zuschreibt, die eher grobschlächtiger Natur sind, das ist wirklich nicht gut. Gleichwohl müsste es auch möglich sein, problemlos auszusprechen, dass man denkt, dass Technik und Taktik des Fußballs seiner Mannschaft nicht stark ausgeprägt sind.

    Da gebe ich dir recht. Verallgemeinerungen sind fast immer problematisch. Viel spielt sich meiner Meinung nach auch in den Köpfen (sozusagen Kopfkino). Wenn man einer Mannschaft attestiert, dass sie sehr brasilianisch spielt, ist das eher ein Lob bzw. eine respektvolle Anerkennung. Sagt man einer anderen Mannschaft hingegen nach, dass sie sehr italienisch spielt, muss das nicht unbedingt ein Lob sein. Es hängt davon ab, was für ein Bild man selbst von einer brasilianischen bzw. italienischen Spielweise hat.

    Schwieriger finde ich die Auswirkungen der Kampagne gegen die Aussagen von Schweinsteiger. Ich befürchte, dass die Aussagen in Zukunft noch glattgelutscher, noch stilsicherer, noch mehr standardisierter werden. Keiner will sich doch in die Gefahr begeben, angreifbar zu werden oder eventuell von jemanden missverstanden zu werden. Später wird sich dann gerne darüber beschwert, dass es keine "Typen" mehr gibt.

    Was sich wohl das legendäre und preisgekrönte Duo Delling und Netzer bei dieser Angelegenheit denken mögen?

    Na ja. Aber der Trainer der Elfenbeinküste hat das ja entsprechend benannt.

    Der Trainer der Elfenbeinküste, dessen Mannschaft sich selbst "die Elefanten" nennt, kann sich selbstverständlich beleidigt fühlen. Immerhin gibt es einen Unterschied zwischen "beleidigt fühlen" und definierten Rassismus.

    Der Trainer der Elfenbeinküste entscheidet, ob er sich selbst beleidigt fühlt. Er definiert aber nicht allgemein den Begriff "Rassismus" oder entscheidet allgemeingültig, was rassistisch ist oder eben nicht.

    Ich persönlich finde, dass man Schweinsteiger Unrecht tut, wenn man ihm die besagte Aussage als "rassistisch" ankreidet. Welche Motivation bzw. Beweggrund steht dahinter? Kann es vielleicht sein, dass der Trainer der Elfenbeinküste aufgrund eines Übersetzungsfehlers bzw. einer nicht genau passenden Übersetzung zu seinem Urteil gekommen ist?

    Zitat

    Schweinsteiger hatte die Spielweise der Ivorer als ein "bisschen afrikanischer Fußball natürlich" beschrieben, "der manchmal so ein bisschen unorthodox ist, ein bisschen wild ist, ein bisschen vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt ist. Wir müssen uns einstellen, dass es unberechenbar wird manchmal."

    Genau das ist das, was Schweinsteiger wörtlich gesagt hat. Und nicht - auch im Grunde nicht - "die Wilden aus Afrika".

    Das, was Schweinsteiger gesagt hat, ist m.E. nicht rassistisch, die "Die Wilden aus Afrika" ggf. schon.

    Scheinsteiger spricht über die Art des Fußballspiels, die die Afrikaner bisher so ausgezeichnet hat - übrigens im positiven, anerkennenden Sinne. "Die Wilden aus Afrika" bezieht sich auf die Einwohner.

    Umdeuten kann man alles und schwups wird aus "unorthodoxer und wilder Fußball (Anmerkung "wild" ist ein durchaus anerkannter Begriff zur Beschreibung eines bestimmten Fußballstils) ->"die wilden Wilden aus Afrika"

    Dass einer bestimmten Region ( z.B. die sog. deutschen Tugenden" oder die brasilianische Virtuosität) aus langjähriger Beobachtung und Erfahrung Tugenden zugesprochen werden, bedeutet nicht automatisch, dass man ihnen damit gleichzeitig andere Attribute abspricht.

    Rassismus ist ein schwieriges Feld insofern, als jeder behaupten kann, das eine oder andere wäre rassistisch. Das zu widerlegen ist grundsätzlich schwer, weil am Ende die Behauptung stehen könnte "Aber ich als Betroffener fühle mich rassistisch beleidigt!" Widerlegen kann man das nicht. Aber wie so oft hilft hier auch ein gewisses Augenmaß bei der Beurteilung, die schnell zur Verurteilung wird.

    Wer hier die Rassismus-Keule schwingt, leistet denjenigen Vorschub, die meinen, dass man heutzutage ja nichts mehr sagen dürfe. Das ist nicht gut. Auch weil, wie Rirama es schon erwähnte, das Schwert über nicht sachgerechter Nutzung immer stumpfer wird.

    Sorry, Stephan535, daher gehe ich mit deiner Sichtweise ausnahmsweise mal nicht mit.

    Edit:

    Als afrikanischen Fußball...

    Die Bezeichnung "afrikanischer Fußball" ist genauso wenig rassistisch wie "brasilianischer Fußball"

    Kai Soll der Fehler sein, dass ich den Sofascore-Wert genommen habe anstelle der Springer-Summe?

    Woher soll der Leser wissen, dass du Springer-Angaben in diesem seriösen Forum nutzt?

    Das ist also Fehler Nummer 1: Keine Quellenangabe bei der Aussage "Transfersumme"

    Fehler Nummer 2 kannst du dir bestimmt denken.

    Bitte, gern geschehen.

    (Gerne auch der hiermit erfolgte Verweis auf Prickels vielbeachteten Beitrag im Diskussionsfaden)

    Kaum fällt irgendwo das Wort KI, Kai oder kein, ist natürlich klar: Niemand schreibt mehr selbst.

    Ich möchte klarstellen und einordnen, dass ich mit dem Text und der Aussage nichts zu tun habe. Schade, dass mein Name hier benutzt wird und enttäuschend, dass der Autor hier so unsauber und falsch formuliert hat.

    Eigentlich habe ich den Text nur bis zum Schluss gelesen, weil ich hoffte, als Quintessenz den Satz zu finden:

    "Ich melde mich hiermit ab und melde mich auch nie mehr an"

    Irrtum! Leider.

    Die nächste Welle ist unterwegs...

    Spoiler anzeigen

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    Clickbait :(

    Kai : Da bin ich mal nicht Deiner Meinung. Die jetzt interviewten Spieler haben m.E. klargemacht, dass Vogts keine Chance hatte. Ausnahmen der stets selbstgerechte Matthäus und das Ehepaar Illgner.

    Und halb Deutschland hat mit diesem Raab mitgeträllert.

    Natürlich waren da viele Köche, die den Brei ungenießbar gemacht haben. Aber Berti Vogts nun als das unschuldige Opfer darzustellen, geht mir einfach zu weit. Er trägt m.E. einen großen Anteil an Verantwortung für die Zustände rund um die WM und das wird leider nur in Halbsätzen in der Doku angesprochen. Ihm fehlte (übrigens nicht nur als Nationaltrainer) die nötige Souveränität, die Schuhgröße seines Vorgängers war sehr viel zu groß, er hatte zu keinem Zeitpunkt die nötige Autorität und wenn er versucht hat, sich diese zu verschaffen, griff er mit schlafwandlerischer Sicherheit daneben. Der Fehler war, überhaupt dieses Amt anzunehmen (also seine eigenen Grenzen offenbar nicht zu kennen) bzw. ihn überhaupt seitens des DFB einzusetzen. Bitte jetzt nicht mit der EM 96 kommen, denn nach der Logik wäre ja auch Leitl ein Top-Aufstiegstrainer, weil er es ja mit Fürth geschafft hat.

    Aber ich gebe dir tatsächlich insofern recht, als irgendwann (und zwar relativ früh) der Punkt erreicht war und Vogts keine Chance mehr hatte. Zum Erreichen dieses Punktes hat Vogts selbst ein großes Stück mit beigetragen.

    Und dass "halb Deutschland" auf der Raabschen Börti-Welle mitgesurft sind, ist eines dieser Punkte, die ich dem unterschiedlichen Zeitgeist zuschreibe. Da hat sich doch kaum einer was dabei gedacht und die meisten fanden es lustig und teilweise unterhaltend frivol. Heute werden auch die damals sehr populären Ostfriesen- Häßchen oder Blondinenwitze ganz anders bewertet. (Edit: Gleiches gilt auch für die in der Doku angesprochenen "Birne-Witze")

    Mir ist die 94er-Doku ein gutes Stück zu schwarz/weiß skizziert: Hier der arme unschuldige Berti und die tapferen Ost-Spieler und dort die böse BILD und die fiesen Matthäus, Beckenbauer und Illgners. Sie hätte auch heißen können "Der tapfere Berti gegen den Rest der Welt". Das wäre jedenfalld ein gutes Stück näher am Inhalt dieser Doku.

    Gerade bei dieser Doku fällt auf, wie sich das Leben (auch das gesellschaftliche) in den 32 Jahren verändert hat. Mit den 2026er-Maßstäben und Wertevorstellungen die Vorgänge aus 1994 zu bewerten, führt m.E. zu einer Schieflage. Das soll auf keinen Fall eine Entschuldigung sein, eher eine Erläuterung zum besseren Verständnis der teilweise aus heutiger Sicht völlig absurden und unfassbaren Zustände.

    ich habe mich ein wenig auf ihn eingeschossen, aber mit sané spielt man mit einem mann weniger.

    Na ja, er ist bemüht...aber es gibt so Spiele wo er bei fast jeder Aktion die Scheisse am Schuh hat. So leider auch heute.

    Zunehmend schlimmer als die vergebenen Chancen oder technischen Fehler empfinde ich das krampfhafte Schönreden von gelungenen Aktionen von Sané. Wenn das so weitergeht, wird bald noch positiv hervorgehoben, wenn er einen Grashalm umspielt, ohne den Ball zu verlieren.

    Und im entsprechneden WM-Faden darf man dies nicht mal mehr kund tun.

    Ist das so?

    Ja.

    Und da kommt es euch nicht in den Sinn, dass das oben evtl. eine ganz bewusste Überspitzung genau darauf bezogen sein könnte? Leute... ;)

    Ich habe so meine Schwierigkeiten damit, dass für die "bewußte Überspitzung" eine Formulierung, die ich so oder ähnlich eher von rechtskonservativen Menschen höre, benutzt wird. Da verstehe ich dann wenig bis gar keinen Spaß bzw. es fällt mir schwer, eine Ironie zu erkennen. Da ich dich nicht zu dieser besagten Gruppe zähle, war ich ob deiner Formulierung besonders irritiert.