Beiträge von Kai

    Na ja, dass der Verbleib von Teuchert entscheidend für einen Erstligaaufstieg wäre bzw. sein Abgang entscheidend für einen verpaßten Aufstieg, bezweifele ich sehr.


    Teuchert hat derzeit einen geschätzten Marktwert von 2 Mio lt. Transfermarkt.de. Hat bislang 11 Tore erzielt (6 Elfmeter) und 4 Vorlagen. Er ist ein sicherer Elfmeterschütze und hat vor seiner Verletzung einige Moves drauf, die ich keinem anderen unserer Stürmer so zutraue.


    Aber Teuchert hatte auch schon vor seiner Verletzung konditionelle Probleme und mußte immer wieder gegen Ende der Spiele ausgewechselt werden. Seine guten Scorer-Werte überdeckten eins ums andere Mal seine unauffällig, dezenten Auftritte. Ihm fehlt die Robustheit eines Voglsammers und Ausstrahlung eines Nielsen.


    Unter dem Strich ist er ein solider Stürmer mit einigen Stärken und einigen Schwächen. Für mich ist er jedoch kein Unterschiedsspieler, also einer, bei dessen Fehlen die Mannschaft spürbar schlechter wird. Und somit auch kein Faktor über Aufstieg oder Nichtaufstieg.


    Er ist Berufsfußballer und daher ist es völlig legitim, wenn er nach Ablauf seines Vertrages ein Angebot annimmt, dass ihm insgesamt besser gefällt. Wer will es ihm verdenken? Und was die Nachfolge bei 96 angeht: Ich kann mir vorstellen, dass die Abteilung Angriff mit zwei Jungen (Tresoldi und Gindorf) und zwei erfahrenen Spielern (Voglsammer und Nielsen) gut funktionieren kann. Mitentscheidend über den Erfolg der Angreifer - losgelöst vom Namen - ist die Art und Weise, wie sie in Szene gesetzt werden. In dem Bereich ist m.E. noch ein gutes Stück Luft nach oben bei 96 zu beobachten.


    Hannover 96 hat in den letzten Jahren schon viele Spieler verloren, die m.E, eine größere Lücke gerissen haben als diejenige, die entsteht, sollte Teuchert gehen. Ich denke da zum Beispiel an Köhn, Ducksch, Hübers oder Maina.

    Es ist auch hier eine Frage der Ansprüche und der Frage, inwieweit man bereit ist, Realitäten zu akzeptieren.


    Es liegt unabhängig vom Standort in den Genen des (Leistungs)sports, dass man nach oben schaut und möglichst viel erreichen möchte.


    Leitl ist in der Tat ok. Die Spiele sind ok. Das Tabellenergebnis ist ok. Aber eben auch nicht viel mehr als ok.


    Unsere Abwehr ist trotz Zieler und Halstenberg oberes Mittelmaß.

    Unser Mittelfeld ist nicht bekannt für besondere Highlights

    Unsere Offensive ist wie die Abwehr oberes Mittelmaß.


    Die Mannschaft verfügt nicht über besondere, herausstechende Fähigkeiten. Zweikampfverhalten, Umschaltverhalten, Gefährlichkeit bei Ecken und Freistößen, Paßsicherheit sind nicht schlecht, eben ok. Gegner betrachten uns als unangenehm zu bespielen, haben aber keinen besonderen Respekt vor irgendeiner speziellen Eigenschaft, wie früher die sog. "7-Sekunden-Regel".


    Damit kann man zufrieden sein. Muss es aber nicht, denn in so manchen Spielen hat man aufblitzen sehen, dass die Mannschaft durchaus in der Lage ist, mehr als nur ok zu spielen.


    Und Leitl ist ein Trainer, der sein Handwerk versteht, ist unaufgeregt und seriös. Aber ihm fehlt m.E. eine gute Portion Charisma. Er ist kein Menschenfänger, bei ihm merkt man nicht, dass ein Feuer in ihm brennt, das er bei seinen Spielern entzünden könnte. Emotional eher auf Sparflamme, zumindest ist das mein Eindruck aus der Zuschauerperspektive. Das bitte ich nicht als Kritik zu verstehen, sondern als Beobachtung und Einschätzung. So ist er bzw. so kommt er rüber. Das kann man gut finden und damit zufrieden sein, man kann sich aber auch ein bißchen mehr Feuer und Leidenschaft wünschen, ohne ihn zu "bashen".


    Die Trainerfrage stellt sich m.E. derzeit überhaupt nicht. Natürlich kann das wirklich etwas bringen, wie z.B. bei St. Pauli, den Unaussprechlichen oder dem VfB Stuttgart, kann aber auch scheitern wie beim HSV, Köln oder WOB.

    Das hat aber nichts mit Passivität zu tun, sondern mit fehlenden fußballerischen Lösungen. Gerade im letzten Drittel wird das oft viel zu ungenau und teilweise auch mutlos, weil dann doch wieder der Rückpass gewählt wird anstatt den Risikopass zu nehmen.

    Danke, Kampfzwerg !

    Genau zu diesem Ergebnis komme ich nämlich auch nach fast jedem Spiel der 96er. Die Genauigkeit bei vertikalen Pässen wird (nicht nur) heute der Schlüssel zum Erfolg sein und natürlich der Mut, diese Pässe überhaupt zu probieren.

    Ukraine will erstmals russischen Tu-22-Bomber abgeschossen haben (link zu Spiegel.de)


    Natürlich sind da Zweifel vorhanden, denn


    Zitat

    Bereits im vergangenen Sommer will die Ukraine nach eigenen Angaben bei einem Drohnenangriff auf einen russischen Luftwaffenstützpunkt in der Oblast Nowgorod eine Tu-22 zerstört haben.


    Das zum Thema "erstmals".


    Des Weiteren ist für mich dieser Satz wichtig, der für naturgemäß viele Dinge gilt, die man in diesem Zusammenhang lesen kann:


    Zitat

    Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.

    Ich war und bin ja ein bekennender "Aufstiegsträumer". Jedoch bin ich angesichts der zuletzt gezeigten Leistungen innerlich zurückgerudert und zur Überzeugung gekommen, dass ein Aufstieg, der mit etwas Fortune durchaus möglich war, nicht gut für Hannover 96 wäre. Rein fußballerisch ist der Unterschied zu den wirklichen Aufstiegskandidaten der Zweiten Liga und den Abstiegskandidaten der Ersten Liga einfach zu groß.


    Da waren auch gestern Situationen dabei, wo ich mich einfach nur an den Kopf gefaßt habe. Beispielhaft zwei identische Aktionen von Neumann: Da spielt er sich im Angriffsspiel gut durch, steht rechts außen und will dann den Ball in die M itte vors Tor bringen. Beide Male kommen Flachschüsse direkt zum Gegner dabei heraus. Selbst wenn er Verteidiger ist, andere Stärken hat und im Grunde nur "zufällig" in der Situation war: Das ist einfach zu wenig. Auch Muroya und Dehm konnten die Offensivspieler nicht in Szene setzen. Dazu ewig diese Probleme bei der Ballannahme; technisch schwach und umständlich.


    Dann immer diese langen Bälle, die entweder nicht erreichbar sind oder direkt beim Gegner landen. Dazu Kopfballstafetten im Mittelfeld. Ball- und Spielkontrolle nur in Ansätzen sichtbar.


    Vor diesem Hintergrund mag ich mich auch nicht mehr über Leitls Wechseltaktik aufregen oder darüber, wer spielt und wer nicht. Ja, es gab in dieser Saison einige Auftritte, die wirklich toll waren und mich zum Träumen verführt haben. Realistischerweise muss ich zugestehen, dass das wohl nur Ausreißer nach oben waren. Insofern stellt sich für mich die Frage, ob die in den letzten Spielen gezeigten Leistungen z.B. von Nielsen, Mbi, Muroya, Schaub, Teuchert oder Tresoldi aufgrund von Formschwäche und/oder Verletzungsnachwirkungen zu Stande kamen oder ob das ihr "normales" Leistungsniveau ist.

    einige Radfahrer


    Ja, weil es eben auch nur Menschen sind - mit all ihren Stärken und Schwächen. Es gibt eben bei allen - also Fahrradfahrer, Autofahrer, Hundehalter etc. -sonne und solche. Das ist eine Binse und ich erwähne es nur deshalb, weil ich oft den Eindruck habe, dass unnötig polarisiert wird, der eine sich erhabener als der andere fühlt und zur Unterstreichung gerne den moralischen Zeigefinger hebt. Genau das stört mich, und zwar mehr als das eine oder andere Fehlverhalten eines Radfahrers, Hundehalters oder Autofahrers,

    mueller-m : Daumen hoch! :daumen:


    Mich wundert, wie wenig hier über die Spiele und den Sport geschrieben wird - gerade im Vergleich zur Anzahl zum Thema "Trikot und drumherum".


    Eine innere Stimme sagt mir gerade, dass ich mich lieber nicht wundern sollte.

    mit welcher Selbstverständlichkeit die Äußerungen auch noch getätigt wurden, erschreckt mich wirklich sehr.

    Mich auch. Vor allem auch, dass es ganz normale Mitbürger jeglichen Alters waren, also Menschen, denen ich täglich im Supermarkt oder Tankstelle oder in ähnlichen Alltagssituationen begegne bzw. begegnen kann.


    Ähnliches Muster jetzt bei dem Terroranschlag auf die Konzerthalle bei Moskau. Putin und Co erklären, dass die Ukraine dahinter stecken würden, die interviewten Menschen in Rußland glauben das ("das waren die Nazi-Ukrainer") und der IS bettelt schon darum, dass man deren Bekenntnis glaubt. Die Verblendung der russischen Menschen in und außerhalb Rußlands ist für mich fast unglaublich - gerade in Zeiten des Internets, das zumindest den außerhalb Rußlands wohnenden Menschen zur Verfügung steht. Die Staatspropaganda hat ganze Arbeit geleistet und ein ganzes Volk verführt.


    Kösters Schlußsatz ist m.E. bitter und zutreffend zugleich: Putin braucht keine manipulierten Wahlen, um an der Macht zu bleiben.

    Ernst gemeinte Frage:

    Was genau tut weh?



    Das ist ein Gefühl und kann ich schwer beschreiben. Hier wird eine Tradition nicht mehr weitergeführt. Das 3-Streifentrikot gehört zur Nationalmannschaft, wie der Boxermotor zum Käfer.


    Und natürlich kann es einem egal sein. Ist es mir aber nicht.

    Habeck hätte sich vom DFB „mehr Standortpatriotismus gewünscht“


    Zitat

    „Ich kann mir das deutsche Trikot ohne die drei Streifen kaum vorstellen. Adidas und Schwarz-Rot-Gold gehörten für mich immer zusammen. Ein Stück deutscher Identität. Da hätte ich mir ein Stück mehr Standortpatriotismus gewünscht“, sagte Habeck.


    Sehe ich zu 100 % wie Robert Habeck. (Wobei sich das Wort "Patriotismus" aus dem Mund eines Grünen Politikers für mich ungewöhnlich anhört - keine Kritik!).


    Allerdings muss ich auch zugeben, dass die Verdoppelung der Einnahmen für den DFB ein dickes Brett ist und der DFB selbstverständlich auch wirtschaftlich handeln muss. Oder anders: Es wäre schwer vermittelbar, wenn der DFB auf 350 Millionen verzichtet, nur um traditionell mit Drei Streifen aufzulaufen. Tut trotzdem ein wenig weh.

    Ich hatte mich nur darüber gewundert, dass du den Kretschmer-Artikel verlinkst, dann gar nicht darauf eingehst und stattdessen etwas ganz anderes kritisierst. Aber wenn du nichts zu Kretschmer sagen möchtest, ist das natürlich voll okay.

    Ich wollte in der Tat mich über Kretschmer informieren. Aber das Kiesewetter-Interview hat mich dann doch eingenommen. Wäre es nur um Kretschmer gegangen, hätte ich den Artikel gar nicht erst verlinkt. Dass es mir um Kiesewetter - und vor allem um seine Attacken gegen Scholz und eben nicht um die Frage nach der Papst-Aussage als solche ging - habe ich doch im Text deutlich gemacht. Glaubte ich jedenfalls.


    Dennoch interessiert ich nach wie vor deine Meinung zu Kiesewetter und Kretschmer.

    Wollte gerade mal die Reaktionen der Politiker auf die Papst-Äußerung nachlesen. Da habe ich sehr schnell das hier gefunden:


    „Mut zu Verhandlungen“ – Kretschmer stimmt Papst zu


    Bevor ich jedoch den Text lesen konnte, sprang mir ein Video mit einem Interview mit Roderich Kiesewetter (CDU) entgegen. Das habe ich dann angeklickt. Das gesamte Interview ist eine komplette Breitseite gegen Olaf Scholz und stellte die Frage, wie abhängig der Bundeskanzler von Rußland ist mündete mit der Behauptungen, dass Scholz die Ukraine preisgibt. Seinen Parteifreund Kretschmer nennt er "einen Dorn im Fleisch der Unterstützer der Ukraine".


    Ja, Wahlkampf muss sein und Angriffe auf den politischen Gegner sind in einem gewissen Rahmen auch normal und legitim. Aber den Ukrainekrieg für den deutschen Wahlkampf und gegen seinen politischen Gegner zu instrumentalisieren halte ich für hochgradig verwerflich und abstoßend. Kiesewetter hat sich damit für mich komplett disqualifiziert. Ich habe zwar auch vorher selten seine Ansichten geteilt, aber dennoch zur Kenntnis genommen und respektiert. Meinen Respekt hat er verloren (was ihn wahrscheinlich nicht die Bohne interessiert....)

    niedersachse1896 : Nein, nicht speziell.


    Es geht mir eher themenübergreifend darum, dass wir alle sehr schnell und sehr viele "Informationen" zu irgendeiner Sache bekommen und dadurch der Eindruck entsteht, dass der Eindruck suggeriert wird, dass wir scheinbar wissen, was los ist und daraufhin auch (vor)schnell urteilen. Seit Corona werden die "Informationen" zunehmend mit Statements von "Experten" unterlegt. Welches Geistes Kind diese "Experten" sind, weiß man zunächst auch nicht. Ich erinnere an Prof. Bhakdi oder Prof. Ganser. Aber auch bei anderen Themenfeldern (Klimaschutz, Militär, Wirtschaft) gibt es "Experten", die diametrale Ansichten haben, die sie oft als Fakten verkaufen.