Beiträge von Kai

    Ja, Alter Ego, deine Perspektive ist nicht von der Hand zu weisen. Zum Glück habe ich keine Erfahrungswerte. Meine (verkürzte) Aussage ist, dass es einem egal ist, wer einem hilft, wenn man schmerzgekrümmt und hilflos auf dem Boden liegt. Hauptsache nicht noch mehr Schmerzen.


    Ansonsten haben wir in der Tat Konsens.

    Ich frage mich immer - nicht nur hier bei Muslija oder bei 96 - wie solche sensiblen Vertragsdetails an die Presse kommen.

    Klar: Indiskretionen gibt es überall, aber ich bin davon überzeugt, dass es sich bei solchen Angaben sehr häufig um Schätzungen oder Spekulationen handelt, deren Wahrheitsgehalt eher zweifelhaft sind.

    Ich schließe mich auch Schneppe an und habe spontan ein Like vergegben.


    Dennoch ist es auch hier wie fast überall so, dass alles nicht so eindeutig und klar ist. Natürlich sind wir hier alle gegen Nazis und Neonazis.


    Allerdings stelle man sich mal folgendes Szenario vor:

    Ich werde auf der Straße von einer Horde aggressiver Leute angegriffen und brutal zusammengeschlagen. Dann kommen 5 Neonazis dazu, helfen mir gegen diese Schläger, sodass diese dann die Flucht ergreifen. Hätte ich tatsächlich sagen sollen: "Hey, ihr seid Neonazis und von euch lasse ich mir nicht helfen!!" ?


    Ganz ehrlich: ich würde mir in so einer Situation auch von Neonazis helfen lassen. Und ich würde mich danach für die Hilfe bedanken. Zwar mit einem ganz komischen Gefühl, aber das Gefühl, gerettet worden zu sein, würde überwiegen. Ich wäre dankbar, dass ich nicht noch schlimmer zusammengeschlagen worden bin.


    Dennoch würde ich kein Nazi-Sympathisant werden oder deren Ideologie positiver gegenüberstehen. Nazi bleibt Nazi, auch wenn er in dieser speziellen Situation geholfen hat. Ich denke, dass das jeder mit sich ausmachen muss. Es ist schwierig, den moralischen Kompass zu finden, wenn man gerade vor Schmerzen gekrümmt am Boden liegt.


    Die Ukraine sieht sich in so einer Situation und nimmt daher die Hilfe des Asow-Regimentes gerne an. Wie sie jede Hilfe gerne annimmt. Ich halte das für legitim. Allerdings sollte uns, die den Krieg mit einer gewissen (räumlichen) Distanz verfolgen, nicht dazu bringen, aus blinder und übertriebener Solidarität dieses Asow-Regiment nicht als das bezeichnen, was es ist: nämlich Nazis. Verharmlosen, Reinwaschen, Relativieren halte ich in Bezug auf uns hier für völlig unangebracht.

    Ich dachte mir vor dem Spiel, dass diejenigen Spieler, die 96 verlassen (müssen), noch einmal zeigen wollten, welchen Verlust 96 erleidet. Und diejenigen Spieler, die ansonsten eher Bank- oder Ersatzkandidaten waren und heute spielen durften, zeigen würden, dass ihre Nichtberücksichtigung ein Fehler war.


    Ich habe mich - bis auf die Ausnahme Maina - mal wieder geirrt. Für ein Spiel, bei dem es um nichts mehr ging als um die Ehre, das bei besten Bedingungen vor unterstützenden Fans ausgetragen wurde, war das mal wieder eine pure Enttäuschung. Man kann offenbar seinen Erwartungen gar nicht genug herunterschrauben, um nicht doch enttäuscht zu werden.


    Der einzige Trost ist, dass diese Truppe so nie wieder auflaufen wird. Das muss sich keiner noch einmal antun. Weder Zuschauer, noch Mannschaft und Trainer. Zum Glück ist es ja so, dass die Zeit (fast) alle Wunden heilt und nach ein paar Wochen Pause so ein blutleerer ehrloser Auftritt vergessen ist. Ich hoffe nur, dass nicht irgendwann die Leistungen von Kaiser, Diemers, Stolze, Teuchert verklärt werden.


    Positiv ist auch, dass die neuen Spieler zur neuen Saison gar nicht gut sein müssen, um besser zu sein, als die Leute, die heute den Sasionabschluß vollbracht haben.

    Habe gerade von der DIBA die persönliche Nachricht bekommen, dass sie jetzt kein Verwahrentgelt mehr bis 500.000 EUR berechnen.


    Kann ich ja jetzt einen Teil des Zasters unterm Kopfkissen rauskramen. War echt unbequem beim Schlafen.

    In Ergänzung meines Beitrages von gestern, in dem es nicht primär um die Frage der Waffenlieferungen, sondern um den Umgang mit Andersdenkenden, Rechthaberei und Scheuklappenpolemik ging:


    "Mini Nukes" und "schnelle Schläge": Die Sprache des Krieges


    (Link zur Süddeutschen).


    Finde ich sehr lesenswert.


    Meine Sichtweise zu den Sachthemen (Waffenlieferungen, "Wie könnte der Krieg beendet werden?" und "Wie ist mit Putin umzugehen?" werde ich später einmal posten, wenn ich mehr Zeit und Ruhe habe.

    Ich habe mir in den letzten Tagen diverse Talkshows und Statements zum Thema Ukraine/Waffenlieferungen/offener Brief angeschaut. All denen war gemeine, dass keiner, der sich dort positioniert hat, die Menschenrechtsverletzungen, die Kriegsverbrechen, die Verantwortung für diesen Angriffskrieg geleugnet oder relativiert hätte. Auch waren sie sich alle einig, dass der Krieg so schnell wie möglich zu beenden wäre, Rußland nicht gewinnen darf und dass sich die Welt den Expansionsgelüsten Rußlands entgegenzustellen hat.


    Das ist an sich ein großer Konsens.


    Konsens besteht auch darüber, dass keiner verlangt oder erwartet, dass sich die Ukraine ergibt oder sich unterwirft.


    Es gibt jedoch einen erheblichen Dissenz bei der Frage, wie das zu erreichen wäre. Dieser Dissenz wird jedoch in einer mir völlig befremdlichen und abstoßenden Weise ausgetragen. Jeder tritt so auf, als wisse er genau, was Sache ist und was richtig ist. Und jeder verteidigt seinen Standpunkt quasi bis aufs Messer. Polemik wird zur Waffe gegen den Andersdenkenden - wohlgemerkt trotz des großen Konsenses. Es fehlt anscheinend völlig der Wille oder auch die Fähigkeit, mal zuzuhören und dabei zu bedenken, dass auch der Gegenüber die Verbrechen Putins sieht und verurteilt. Es hat für mich den Anschein, dass fast alle Scheuklappen aufhaben.


    Das alles vor dem Hintergrund, dass ganz viele Informationen gar nicht verifiziert werden können bzw. verifiziert sind. Da muss man gar nicht in die Ukraine bzw. in das Kriegsgebiet gehen, sondern das fängt schon bei der hiesigen Bundeswehr an. Beispiel: Wie lange braucht es wirklich, bis Soldaten einen Gepard bedienen können ? Warum sind 79 Panzerhaubitzen nicht einsatzfähig ? Haben diese vielleicht nur ein paar Lackabplatzer oder die Innenraumbeleuchtung ist defekt oder was Schlimmeres ? Warum wird das erst jetzt zum Thema und warum tut sich da nichts ? Warum hat die Bundeswehr 119 Panzerhaubitzen, wo sie doch offenbar auch mit 40 einsatzfähigen ihren Bündnisverpflichtungen nachkommen kann?. All das wissen wir nicht und ich denke, das wissen auch diese vielen Meinungsträger nicht. Wie gesagt: nur ein kleines Beispiel aber sicher ein Fingerzeig darauf, dass wir anzunehmender Weise ganz Vieles nicht wissen. Und trotzdem wird so getan, als könnte man das alles so abschließend und endgültig beurteilen.


    Ich sehe da eine große Spaltung zwischen Leuten, die jeder für sich über einen respektablen Hintergrund verfügen ( das sind eben nicht irgendwelche Schwurbler) und ich fürchte, dass sich diese Spaltung auch auf unsere Gesellschaft ausdehnt.


    Das ganze Thema ist so komplex und vielschichtig und gleichzeitig grausam und menschenverachtend, dass ich mir dringend wünsche, dass die Schärfe aus der Diskussion innerhalb Deutschlands heruntergefahren wird und sich mehr darauf besonnen wird, dass wir im Grund alle das Gleiche wollen.

    Am Rande: Dass nur 40 von 119 Panzerhaubitzen der BW einsatzbereit sein sollen, finde ich erbärmlich.


    Ich stelle mir schon die Frage nach der Verantwortung dafür. Und interessant wäre es auch für mich zu erfahren, seit wann ein derartiges Mißverhältnis besteht. Denn unsere jetzige Verteidigungsministerin würde ich wohl nicht in die Pflicht nehmen.


    Edit:

    Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass die Militärs jetzt jaulen, weil 7 ( in Worten: sieben) Haubitzen an die Ukraine gehen sollen und damit die Bündnisaufgaben nicht mehr gewährleistet wären. Ich betrachte es als einen eklatanten Verstoß gegen die Bündnisverpflichtungen, dass die Bundeswehr ihr Material in diesem großen Maße nicht einsatzfähig hält. Jetzt sollen sie sich aber erst mal an die Arbeit machen, aus den verbliebenen 79 Haubitzen sieben in Gang zu bringen. Damit das Gejaule aufhört.

    bis dahin hoffe ich auf 6-8 neue Spieler, die uns davon träumen lassen, mal wieder eine spaßige, unbeschwerte Saison zu erleben.

    Diese Hoffnung haben wir ja immer. Das ist auch gut so.


    Wenn man sich jedoch mal anschaut, wie die Zugänge für diese jetzt ablaufende Saison eingeschlagen haben, dann finde ich das sehr ernüchternd. Für mich überwiegen die Enttäuschungen deutlich.


    Hier mal der Überblick: Zugänge 2021/2022 (Link zu transfermarkt)


    Da sind insgesamt 16 Spieler aufgeführt. Davon sind 2 geliehen: Beier und Diemers und die beiden sind m.E. auch tatsächliche Verstärkungen. Aber eben nur geliehen.


    Von den verpflichteten Spielern sind nur Börner und mit Abstrichen Kerk und Krajnc eine Verstärkung. Ernst möchte ich noch nicht beurteilen. Richtig enttäuscht bin ich bis jetzt von Hinterseer, Stolze, Teuchert, Dehm, natürlich Trybull und auch in gewisserweise von Ondua. Ganz einfach, weil meine Erwartungen da viel höher waren. Die aufgerückten "Youngster" konnten auch noch nicht überzeugen.


    Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass nur sagenhafte 400.000 EUR für diesen "Umbruch" in die Hand genommen wurden. Natürlich ist wirtschaftliches Denken und "Sparen" wichtig und bisweilen Existenz notwendig. Für mich wirkt es aber so, dass Hannover 96 auf dem besten Weg ist, sich zu Tode zu sparen. Daher ist meine Hoffnung für die neue Saison doch sehr arg gedämpft. Mit dem Träumen fange ich sicherheitshalber gar nicht erst an.

    Auch unter Zweitligakritierien habe ich ihn stets als einen unterdurchschnittlichen Mitläufer in einer unterdurchschnittlichen Mannschaft wahrgenommen. Er verhält sich in Zweikämpfen oft ungeschickt, setzte keine Impulse im Spielaufbau, hat keinen Blick für Mitspieler und Raum. Seine Schüsse haben einen Streuwinkel wie eine Güllekanone und daher ist er völlig torungefährlich. Standards kann er offensichtlich auch nicht.


    Positiv ist, dass er eine respekteinflößende Wirkung auf die Gegner hat, seine Körpergröße ( Kopfballspiel) und sein relativ junges Alter.


    Und natürlich hofft man immer, dass er eigentlich viel besser ist, als er sich präsentiert. Das gilt aber nicht nur für ihn.


    Ja, einen besseren zu finden ist für 96 schwer, aber m.E. auch unter den gegebenen Voraussetzungen und in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen nicht unmöglich.