• in der Zeit, wo ich da noch was offen ist, darf ich nur in akuten Notfällen einen Arzt aufsuchen.


    Wie andere schon schrieben, kann ich mir kaum vorstellen, dass das "rechtens" ist. Abgesehen davon kann ja im Prinzip alles ein Notfall sein. Erst recht eine Depression.


    Im Zweifelsfall würde ich einfach die Krankenkasse wechseln. Bei der neuen Krankenkasse bist Du dann ja "unvorbelastet".



  • Wie andere schon schrieben, kann ich mir kaum vorstellen, dass das "rechtens" ist. Abgesehen davon kann ja im Prinzip alles ein Notfall sein. Erst recht eine Depression.


    Im Zweifelsfall würde ich einfach die Krankenkasse wechseln. Bei der neuen Krankenkasse bist Du dann ja "unvorbelastet".



    Hi Steven,


    hatte Beruflich (bin Sozialpäd.) schonmal den ein oder anderen unversicherten zurück in die gesetzliche KV geholfen. Das die Geld von dir fordern ist leider rechtens, da man in Deutschland krankenversichert sein muss. Nach einem neuen Gesetz aus 2008 od. 2009 darf man auch keine Versicherungslücke haben und muss dementsprechend Beiträge für Monate in denen man nicht versichert war nachzahlen. Dementsprechend ist die Nachforderung berechtigt. Ich hab leider auch noch keine Kasse erlebt, die da mit sich reden lies, unabhängig von teilweise aussichtslosen finanziellen Situationen der betroffenen. Dies gilt zumindest, sofern man als freiwillig verischerter in die Kv zurück will. Wenn man von einem Arbeitgeber oder dem Jobcenter (bei ALG 2 Bezug) angemeldet werden kann, sieht es möglicherweise besser aus.


    Eine Ratenzahlung um die 2000 Euro zu bezahlen, ist auch üblich, da die meisten die länger ohne KV waren, nicht so viel Kohle haben, um einen so hohen Betrag auf einen Schlag löhnen zu können.


    Allerdings bist du mit dem Tag an dem du wieder in die KV eintrittst ein vollwertiges Mitglied. Das bedeutet auch, dass du ganz normal zum Arzt bzw. Zahnarzt gehen darfst. Die offene Forderung spielt dafür keine Rolle. Wichtig ist, dass du die aktuell geforderten Monatsbeiträge bezahlst, die sollten für dich immer an erster Stelle stehen, dann erst die rückwirkende Forderung. So lange du die bezahlst, darfst du zum Arzt gehen. Sollte die KV etwas anderes behaupten, würde ich das nicht akzeptieren. Fahr am besten einfach mal zu denen.

  • Richtig, wieso sollte es auch anders sein?! Du bezahlst ja jetzt die monatlichen Beiträge, die zu deinem aktuellen Versicherungsschutz beitragen.


    Lieber Steven,
    es gibt auf dieser kleinen Welt so unendlich viele Arschlöcher, die glauben und denken, sich für etwas tolles und besseres zu halten. Zudem denken sie, dass sie besser wissen, wie du zu Leben hast. Und genau diese Arschlöcher müssen bekämpft werden. Als mein Leitspruch in den letzten Jahren, hat sich für mich herausgesellt:


    "Jeden Tag wächst die Zahl derer, die mich am Arsch lecken können."


    Vielleicht magst du dich daran orientieren. Mir hilft er manchmal, wenn ich wieder und wieder gegen sture Personen anrennen muss um mein Recht durchzusetzen.


    Abschließend möchte ich dir meine Signatur ans Herz legen:


    Lass dich nicht unterkriegen. Sei frech, wild und wunderbar.
    (Und wenn es erst nicht klappt, dann probier es nochmal. Und wenn es dann wieder nicht klappt, dann frag das Fanmag wieder. Wir sind dann da!)

  • Steini und LüttjeLage, ich drücke Euch ganz fest die Daumen.


    Steven, lass Dich nicht verar... Wenn Du Mitglied eier GKV bist, darfst Du auch die Leistungen in Anspruch nehmen. Das ist unabhängig von den von Dir zu leistenden Nachzahlungen. Lediglich wenn Du Deine aktuellen Beiträge nicht bezahlst, kann Die Versicherung Dich wieder "rauswerfen". Dann wärst Du ja quasi unversichert. Solange Du aber versichert bist, MUSS die Krankenkasse auch die Leistungen gewähren.

  • Ich habe den Fall über das Bundesversicherungsamt prüfen lassen, und die haben mir mitgeteilt, dass die Krankenkasse komplett richtig handelt. Das Schreiben, in dem mir die Krankenkasse mitgeteilt hat, dass ich erst wieder voll versichert bin, wenn alle offenen Forderungen beglichen sind, wurde seitens des BVA auch nicht beanstandet.


    Ich kanndas da bei denen nur so hin nehmen und hoffen, dass die BVA den Fall auch wirklich so durchgeprüft hat.

  • Ich würd trotzdem mal im Rechts-Thread nachfragen. Es tummeln sich so viele hilfsbereite und kompetente Rechtsverdreher hier. Im schlimmsten Fall sagen sie dir, dass das Verhalten deiner KV korrekt ist...

  • Ich kann mir das nicht vorstellen - oder besser: ich will mir das nicht vorstellen. :(
    Aber gut: Du bist ja auch nicht doof und die Krankenkasse bzw. BVA ebenfalls nicht.
    Ich nehme mal an: PKV?


    Die Möglichkeit dir die 2000,- € woanders zu leihen und dort abzustottern, um bei der Kasse wieder vollen Schutz zu haben, hast Du wahrscheinlich nicht?!


    Wie oben schon gerschrieben: Ich weiß nicht, wie die Notfall definieren und wahrscheinlich hast Du das auch schon bei denen erfragt, aber es kann doch nicht sein, dass Du unbehandelt bleiben musst?
    Fachleute vor!

  • Wir leben in einer so reichen Gesellschaft und dann stellen laecherliche 2.000 € einen Grund dar, weswegen man sich nicht behandeln lassen darf.
    Es ist einfach so unfassbar traurig.

  • ich bin von diesem faden sowas von tief beeindrukt, das es wohl nicht mehr lange dauert, bis ich auch mal den mut finde, hier etwas über mich zu schreiben. glaubt man nicht, das für den zlf jeder tag ponnyhof ist. auch, wenn es nach außen oft so scheint. danke für viele ehrliche worte.

  • der Fall von dir, Steven96, ist krass, trifft leider aber ne menge Menschen, die trotz der mittlerweile bestehenden "Versicherungspflicht" leider immer noch nicht versichert sind.
    Da die Gesetzesänderung ja nun schon einige Jahre her ist (zumindest für die in gesetzlichen Versicherungen angesiedelten seit 1. April 2007, für Privatversicherte gilt das ja erst seit 1.1.2009), gibt es leider immer noch diverse Menschen, die sich nicht wieder haben versichern lassen, da sie eben die rückständigen Beträge (bis zur Gesetzeseinführung) nicht nachentrichten können.


    Ich erinner mich an mein letztes Jahreswechselseminar bei der AOK (2008 zu 2009). Dort sagte der Referent, dass es nötig wäre, dass der Gesetzgeber eine neue Frist einsetzen müsste, um auch die in einen Versicherungsschutz zu holen, die sich diese vielen Monate eben nicht leisten können.
    Da man ja davon ausgehen kann, dass es sich in der GKV um freiwillig Versicherte handelt, der volle Monatsbeitrag regulär derzeit 561,16 € beträgt, seit der Einführung mittlerweile 56 Monate vergangen sind, ist der geschuldete Betrag schon reichlich üppig.
    Manche KVen lassen mit sich handeln (ermäßigter Beitrag, Teilerlass z.B.), aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie komplett verzichten, ist eher unwahrscheinlich.
    Diese Menschen werden unter den derzeitigen Bedingungen weiterhin ohne Versicherung bleiben, wenn sie nicht in ein reguläres Arbeitsverhältnis eintreten.


    Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass Neuerkrankungen bei mittlerweile wieder Versicherten abgedeckt sind und nur die alten Sachen, die entstanden sind, während man keinen Schutz hatte, nur übernommen werden, wenn die Beiträge komplett nachentrichtet wurden. Nun habe ich wieder dazu gelernt. Seltsam, wurde es mir doch damals im Rahmen meiner Tätigkeit im Personalbüro so erklärt.


    Nun ja, da wird sich der ein oder andere wohl nie wieder in einer KV einfinden.


    Ich denke aber auch, dass dein Fall durchaus ein akuter ist, den du auf jeden fall (ich hoffe, mit entsprechender Unterstützung) durchboxen musst. Den Tipp, dich an eine Beratungsstelle für psychische u. soziale Probleme zu wenden solltest du auf jeden Fall beherzigen, auch um dich unterstützende Stellen zu finden.


    @lüttjeLage, gut, dass du dich aufgemacht hast.
    In einer dunklen Wohnung ist schon sehr, sehr weit. Das Haus nicht verlassen können, ist mir nicht fremd, aber eine dunkle Wohnung ist dann doch eine Dimension, die mir bisher fremd ist. Da ich mich schon sehr übel gefühlt habe, kann ich vielleicht gerade so erahnen, wie du dich fühlst, aber ich kann es eben nur erahnen, dass es sehr schlimm sein muss.


    zu mir kann ich zum Glück einiges an Entwarnung melden.
    Ich habe mich sozusagen aus dem "Kreislaufdenken" befreit und melde hiermit, es ist keine Depression.
    Meine anfängliche Anpassungsstörung habe ich irgendwie überwunden und bin mittlerweile dabei, zu sondieren, was mit mir los ist.


    Das etwas los ist, das kann ich nicht verleugnen, es wird wohl eine Persönlichkeitsstörung sein, eventuell eine Neurosenstruktur, auf jedenfall etwas, das das Zeug hat, unter ungünstigen Umständen in eine Erkrankung wie eine Depression zu münden, was ich ja schon erlebt habe.
    Sondieren tu ich, da ich in dem Moment, wo ich mich auf den Weg mache, etwas dagegen zu tun, gern gewappnet sein möchte.
    Ich möchte sagen können, was mit mir los ist, damit diesmal eine richtige Diagnose erstellt und damit auch die richtige Therapie schneller gefunden wird.


    Ich will damit nicht sagen, dass die Diagnose "behandlungsbedürftige Depression" damals falsch war, sie war zu der Zeit richtig. Und gerade in meiner derzeitigen Situation konnte ich die Erfolge spüren, ich wäre sonst nicht da, wo ich aktuell bin, ich hätte mich nicht selbst so daraus holen können.
    Aber ich möchte nicht als geheilt entlassen, wie damals, in dem Irrglauben leben, alles ist schön. Ich möchte der Sache auf den Grund und an den Kragen gehen.
    und dafür benötige ich Worte, die ich nun langsam zusammenkriege.


    Ich wünsche allen, die sich in ihrer Situation sehen, sich schon auf den Weg gemacht haben, etwas zu ändern, ganz viel Erfolg und denen, die es spüren in sich, bisher aber noch nicht den Mut hatten, ganz viel Stärke.


    Und lasst euch von niemandem einreden, ihr seid nicht wert, ihr seid nicht gut, ihr seid zu faul...
    erst Recht nicht von euch selbst!


    denn, was ist schon normal?


    Wir alle!

  • Ich wünsche vor allem LüttjeLage und Steven aus vollem Herzen alles, alles Gute!
    Als jemand, der lediglich erahnen kann, wie schwer einem das Leben in einer so dunklen Phase fallen kann, drücke ich Euch die Daumen, dass Ihr Besserung erfahrt.
    Steven, die 2.000,- müssen doch leihweise aufzutreiben sein. Das wäre ein wichtiger Schritt für Dich, ein Erfolgserlebnis und ein Schritt weg von der Fremdbestimmung.

  • Wieder ein Profisportler aus Hannover betroffen :


    Scorpions-Verteidiger Reiss nimmt sich Auszeit


    Zitat

    Macht Sport krank oder ist die Hemmschwelle, sich zu outen, schlicht niedriger geworden?


    Und genau die Frage stelle ich mir auch oft. Ich schätze es ist beides! Sport hat heute einen viel höheren Stellenwert und der Druck scheint sehr gross zu sein.
    Es steckt so dermaßen viel Kohle im Sport und ist durch die Kommerzialisierung sicher anstrengend geworden.


    Ich finde es super, wenn der Mut zum Outing vohanden ist und offensiv damit umgegangen wird.


    Allen, die hier gerade "in einem Loch" stecken wünsche ich viel Kraft und gute Genesung.
    All das wäre wohl vor dem Tod von Robert und den folgenden Bekanntmachungen von anderen "Grössen" unserer Gesellschaft nicht in diesem Ausmaß geschehen.


    Weitermachen! (hier passt es ja wirklich mal richtig gut! Weitermachen - nicht aufgeben - das Leben ist schön)

  • Danke Pit und den Anderen...


    Ja, vielleicht wären diese 2000 EUR irgendwie aufzutreiben, aber ich bin auch nicht der Typ, der gern seine Freunde anpummt und damit dann belasten will...

  • Erkundige Dich doch mal bei einer anderen Krankenkasse und schildere denen auch Dein Problem.
    Evtl. bringt Dir ja ein Wechsel der Kasse was.
    Du kannst an die alte Kasse weiter zahlen ( also die 2000€ )
    und hast in der neuen die Leistungen die Du brauchst.


    Wenn Du einen Hausarzt hast , frage den mal.
    BZW. Schildere dem mal Dein Problem.
    Der kann Dir da bestimmt auch weiter helfen.