Politischer Zoff-Thread oder so

  • Der Laden kann zu.

    Was übrigens eigentlich sehr schade ist. Nach meiner Meinung brauchen wir eine starke liberale Stimme im Land.
    Muss ja nicht gleich die Kanzlerschaft bei rumspringen :D


    Andererseits ist die F.D.P. diesem Anspruch ja nun auch schon seit Jahrzehnten nicht mehr gerecht geworden.

  • Diese Meinung teile ich. Es ist mir aber nicht vorstellbar, wie ein Liberaler in dieser Partei bleiben will. Entsprechende Stimmen gab es ja schon (Baum, Strack-Zimmermann), und eine Google-Suche zeigt Zeitungsberichte über Parteiaustritte.

  • Das fängt mit der Vokabel "Gleichsetzung" an. Ich habe noch niemanden überhaupt gehört, der gemeint hätte, die Linkspartei sei das gleiche wie die AfD. Manche reden von "Äquidistanz", was einen gleichen Abstand bedeuten würde. Ein gleicher Abstand heißt aber nicht "gleich", und das muss auch kein Begriff sein, den man zentimetergenau versteht. Wer die Linkspartei "schlimm genug" findet, um nicht mit ihr zusammenzuarbeiten, sagt nicht, dass sie "genauso schlimm" ist, wie die AfD.

    Ich bezog mich (verkürzend, stimmt) auf den Vorwurf, dass beide Extreme nicht wählbar seien, weil sie die Demokratie, wie wir sie mehrheitlich bevorzugen, ablehnen, bzw. abschaffen wollen. Das wäre bei Äquidistanz dann dasselbe zugrunde liegende Problem, also der geplante Umbau des Systems.

    So wird die AfD gemeinhin an ihren radikalen Repräsentanten wie insbesondere Höcke gemessen. Den moderateren Mitgliedern wirft man vor, sie würden die Radikalen dulden und/oder insgeheim beklatschen. Die Linkspartei misst Du hier an ihren moderaten Mitgliedern, und über die anderen soll man hinwegsehen? Das ist nicht der gleiche Maßstab. Legt man den gleichen Maßstab an wie für die AfD, kann immer noch ein anderes Ergebnis rauskommen.

    Ich messe die Linkspartei in meinem Posting nicht am gemeinen Mitglied, sondern an der praktischen Arbeit der Führungsspitze, und das habe ich doch auch so formuliert, oder? Ramelows Politik habe ich angesprochen, nicht die Ansichten einzelner Mitglieder aus einem Ortsverband.


    Es ist generell völlig in Ordnung, die Linke abzulehnen und ihr keine Regierungsgewalt zu gönnen!

    Allerdings sehe ich(!) keine Bestrebungen der Partei, sich in Richtung Stalinismus (ok, Polemik, aber Ihr wisst, was ich meine) zu bewegen, während die AfD sich Stück für Stück in Richtung faschistische Partei entwickelt und dem Flügel immer mehr Macht einräumt.


    //edit:

    theMenace:

    Siehst Du in Ramelow tatsächlich eine vergleichbare Person auf linker Seite zu Höcke?

  • (...)


    Dazu kommt aber eine Mehrheit (!) der alten Fraktion (für die neue hat er es noch nicht erforscht), die in der DDR bereits anderweitige Funktionärsämter hatten, vielfach FDJ-Posten.


    (...)

    Zitat

    Während ihrer Tätigkeit für die Akademie der Wissenschaften engagierte sie (Angela Merkel) sich in ihrer FDJ-Gruppe. Nach eigenen Angaben war Merkel dort als Kulturreferentin tätig. Zeitzeugen, die der Merkel-Biograf Gerd Langguth befragt hat, sprachen davon, sie sei für „Agitation und Propaganda“ zuständig gewesen.[26][27

    Quelle


    :rofl::rofl::rofl::rofl:


    PS: Es dürfte bald schwierig sein, noch aktive Politiker zu finden, die in der DDR etwas Anderes innehatten als "FDJ-Funktionärsposten". Man nennt das wohl die "Gnade der späten Geburt". :D


    Die Frage ist: setzt man sich dann auch inhaltlich mit der Partei auseinander? Tut man das, würde man feststellen, dass sie zutiefst demokratisch ist - und sich damit grundlegend von der AfD unterscheidet. Und darüber hinaus rate ich zu einem guten Geschichtsbuch: daraus kann man entnehmen, dass es in der Vergangenheit vor dem Faschismus immer Parteien des demokratische Sozialismus links der SPD gegeben hat - Gleiches ergibt auch ein aktueller Blick in das EU-Parlament.

    2 Mal editiert, zuletzt von stscherer ()

  • ob Lindner AKK tiefen Respekt zollen wird, weil sie zurückgetreten ist? Das bringt er nicht, oder?

    so weit ist er tatsächlich nicht gegangen. Ist alles nur innere Angelegenheit der CDU, hat er sich getraut zu sagen.

  • Hab gerade gelesen: Bei der letzten Volkskammerwahl 1990 wurden nach entsprechendem Aufspüren des dafür zuständigen Prüfungsausschuss in der CDU 35 Stasi-Mitarbeiter ermittelt, in der FDP, gleichauf mit PDS 11, bei den Grünen 2.

  • Aber das sind doch geläuterte Opportunisten und keine Gefahr für die Demokratie ... während man davon ausgehen kann, dass die bei der PDS Überzeugungstäter sind ;)

  • Aber das sind doch geläuterte Opportunisten und keine Gefahr für die Demokratie ... während man davon ausgehen kann, dass die bei der PDS Überzeugungstäter sind ;)

    Und ich dachte, es läge an dem allgemeinen Vergeben und Vergessen, die dem "C" ja immanent sein soll, wie man schon nach dem 1000jährigen Reich sehen konnte. :rofl:


    Es ist schon beeindruckend, wenn die beiden Parteien, die die DDR-Blockflöten im Ganzen inhaliert haben, sich 30 Jahre später über ehemalige Mitglieder der FDJ aufregen. Naja, wenn man nur die Partei des geringsten Übels für Maximalindividualisten ist, dann kommt wahrscheinlich so eine Argumentationslinie heraus. Ein bisschen tut sie mir ja leid, die AKK, aber wenn irgendjemand die perfekte Visualisierung der Luftpumpen-Partei CDU war, dann ist sie es. Wäre sie nur im Saarland geblieben, da passte sie hin (und das meine ich nicht abwertend!).

    Einmal editiert, zuletzt von stscherer ()

  • Ich bin übrigens immer noch so naiv, dass ich glaube, Merz würde der CDU (und der SPD) gut tun. Durch ein deutlich konservativeres Bild der CDU wäre die SPD quasi gezwungen, sich thematisch wieder deutlicher von der CDU abzugrenzen. Beide Lager könnten Stammwähler zurückgewinnen. Eventuell hätten wir dann wieder eine ausgewogenere Parteienlandschaft, in der eine Partei wie die AfD auch weniger Futter finden würde.

  • Ich bin übrigens immer noch so naiv, dass ich glaube, Merz würde der CDU (und der SPD) gut tun. Durch ein deutlich konservativeres Bild der CDU wäre die SPD quasi gezwungen, sich thematisch wieder deutlicher von der CDU abzugrenzen. Beide Lager könnten Stammwähler zurückgewinnen. Eventuell hätten wir dann wieder eine ausgewogenere Parteienlandschaft, in der eine Partei wie die AfD auch weniger Futter finden würde.

    Sehe ich genauso.

    Schluss mit Wischiwaschi-Pseudo-Mitte-alle-unter-1-Hut und hin zu klaren Profilen.

  • Es hat nie eine inhaltliche politische Mitte gegeben. Man hat sie nur herbeigeredet, um keine Inhalte mehr transportieren zu müssen.

  • Ich denke, dies umschreibt den neuen Heilsbringer der rechtsoffenen Kreise in der CDU ebenso treffend wie Herrn Lindner und seine angeblich "Liberalen":

    Zitat

    Auch Merz dürfte wissen, dass es letztlich ganz egal ist, ob er als Kanzler geeignet wäre oder nicht. Er verkörpert schlicht das falsche Profil. Merz wäre ein Wiedergänger von FDP-Chef Lindner: ein neoliberaler Macho, aus dem Westen, der die Steuern senken will – und irgendwie konservativ tut. Mit diesem Programm kommen die Liberalen derzeit auf fünf bis neun Prozent im Bund. Dieses Schicksal wollen die meisten CDU-Mitglieder ganz bestimmt nicht teilen.

    TAZ.de

  • Ich denke, dass Merz nicht nur konservativ tut, er ist es auch.

    Die entscheidende Frage für mich ist, inwieweit er über den rein monetären Ansatz (bei dem er glaubwürdig sein wird für seine Klientel, behaupte ich) hinaus konservative Werte transportieren kann. Da reicht's nicht, der aalglatte Banker zu sein, da muss auch Bierzelttauglichkeit und genug christliche Tradition glaubwürdig gelebt und vermittelt werden.


    Es wäre ein Fehler, CDU-Wähler auf neoliberales Denken zu limitieren.

  • Ich frage für die CSU: Was macht eigentlich Herr zu Guttenberg :ichmussweg:


    Hat Merz nicht schon seinen Blackstone Job gekündigt; wohlweislich ?