Politischer Zoff-Thread oder so

  • Ein interessanter Artikel darüber, wie Verantwortung in unserer neoliberalen Gesellschaft individualisiert wird.


    Was wir in den vergangenen dreißig Jahren und mehr erleben, lässt sich unter dem Titel „Verantwortungsverschiebung“ verbuchen. Es geht ja nicht nur darum, dass sich der Staat seit Jahrzehnten aus seiner Zuständigkeit für die Daseinsvorsorge stiehlt und es dem Markt und den Privaten überlässt, dass die Menschen mit Wasser, Wohnungen, Energie und Fürsorge aller Art versorgt werden. Die neoliberalen Denkfiguren haben sich auch der Einzelnen bemächtigt, die sich in Eigenverantwortung „empowern“.


    https://www.freitag.de/autoren…thel/schuld-bist-du-nicht

  • Gibt es eigentlich irgendein Beispiel, in dem der Neoliberalismus als System wirklich erfolgreich war? Das Musterprojekt Chile kann es nicht sein. Selbst unter Pinochet musste de Staat immer wieder eingreifen, um Banken und Konzerne vor dem Bankrott zu bewahren.

    Hier ist ein Monopolismus entstanden, von dem nur sehr wenige Menschen profitieren und in dem der Markt gar nicht mehr die Chance erhält, die Dinge zu regeln. Außerdem klaffen das Lohnniveau der Normalverdiener mit den Lebenshaltungskosten absurd weit auseinander. Ein normaler Lohn sind hier so 600 Euro und die Dinge des täglichen Bedarfs sind in der Regel teurer als in Deutschland. An meine Rente mag ich gar nicht denken.

  • Der jugendliche Neuanfang der CDU hat einen Namen: Friedrich Merz! Sein dritter Anlauf auf den Posten könnte Erfolg haben, denn diesmal stimmen 400.00 jung gebliebene CDU Mitglieder mit ab, Altersschnitt übrigens über flotte 60 Jahre.


    Das wird besser als Kino…

  • In diesem Faden (oder dem der BT-Wahl) ist eben wesentlich mehr Wunschdenken als in jedem 96-Spieltagsthread am Start.


    prickelpit96: Wen würdest Du denn der CDU empfehlen ? Ernsthafte Frage.

  • Das ist insofern keine einfache Frage, als dass ich mir persönlich wünsche, die CDU bekäme wieder ein glaubwürdig konservatives Profil. Dazu bedarf es natürlich eines passenden Vorsitzenden oder einer passenden Vorsitzenden, mit dem/der es nach vorne geht. Das ist nicht Merz. Merz ist von vorgestern und dazu völlig realitätsfremd, was seine Mitmenschen anbelangt.


    Die offiziellen Alternativen sind ja Röttgen und Braun. Tja....., alles nicht so dolle. Ist und bleibt das Ergebnis, wenn man keine ebenbürtigen Leute neben sich duldet (Danke, Merkel).

    Ergo: Keine Ahnung, aber bitte jemanden, der eine Zukunft in der konservativen Welt hat.

  • Vielleicht wäre es schonmal mit wem jüngeren getan oder ganz abstrakt gedacht einer Frau unter 60.


    Man will die Partei modernisieren und schickt einen 66 jährigen ins Rennen. Sowas mag im

    Sauerland jung sein, aber doch ist es kein Neuanfang.

  • Eine Frau unter 60 ist jetzt nicht so der Selbstläufer, denn so lange ist es nicht her, dass die CDU von einer Frau geführt wurde, die auch heute noch nicht 60 ist. Jens Spahn ist ein Mann, aber von 60 noch weit entfernt... und steht wohl außerhalb jeglicher Diskussion, wie er sogar selbst gemerkt hat.

    Wer immer es von den dreien werden sollte dürfte ein Kandidat des Übergangs sein, der nicht notwendig bei der nächsten Wahl Kanzlerkandidat sein muss. Keiner von ihnen dürfte dem fanmag gefallen, und das ist auch nicht erforderlich. Er muss die CDU konsolidieren.

  • Keiner von ihnen dürfte dem fanmag gefallen, und das ist auch nicht erforderlich. Er muss die CDU konsolidieren.

    Genau das meinte ich. :bier:

    Tatsächlich sehe ich den Nebeneffekt, dass eine klarere Profilierung der Union auch die Chance einer Schärfung des Profils der Sozialdemokratie nach sich ziehen könnte. Könnte!

  • Vielleicht wäre es schonmal mit wem jüngeren getan oder ganz abstrakt gedacht einer Frau unter 60.


    Man will die Partei modernisieren und schickt einen 66 jährigen ins Rennen. Sowas mag im

    Sauerland jung sein, aber doch ist es kein Neuanfang.

    Die sogenannte Modernisierung fordert außerhalb der Parteizentrale und den Schreibstuben m.E. keiner, welche Wähler will man damit überhaupt abholen? Wenn es fähige Leute gäbe, dann würde man sicherlich drüber sprechen, aber man täte gut daran identitätspolitische Debatten bei der Wahl zu vermeiden, insbesondere wenn man sich anschaut was es den Grünen gebracht hat.

    Die tatsächlich gewünschte Erneuerung der CDU Mitglieder ist eine Abkehr von der Merkel Ära, das vertritt Merz anscheinend am glaubwürdigsten. Ein Helge Braun, der nicht weiß wieviele Geschlechter wird es ziemlich schwierig an der Basis haben. Röttgen ist der Zählkandidat.

  • Eigentlich kommt ja nur Kuban in Frage.

    Jung und 96-Bezug, kennt sich also mit Umbrüchen aus.



    Langfristig sehe ich vor allem McAllister als ernsthafte Alternative.