Politischer Zoff-Thread oder so

  • Die sind ja auch die Guten, da darf es ruhig etwas pompöser sein. Zu uns gedrungenen Krauts würde das doch gar nicht passen.

  • McAllister vor 100.000 Anhängern auf dem Trammplatz, dazu Grünfaschisten hinter der Hecke und Utze mit nem Plakat Fanmobbing 2.0 - vielleicht einmal in der Zukunft!

  • Wenn es an etwa 330 Hildesheimern gelegen haben soll, dann lag es an dem Tor, das wir zu wenig erzielt haben auf Schalke, knapp ist knapp, aber 1:0 ist genauso gewonnen wie 5:0.


    Wenn es zu meiner Studentenzeit Gebühren gegeben hätte, wäre mir ein Studium nicht möglich gewesen. Wir sollten viel mehr staatliche Gelder in Bildung d. h. Zukunft stecken.


    Fanta, locke und Kai: :ja:


    Falls es ein arbeitsunabhängiges Grund-Einkommen für jeden gäbe, würde das viele Probleme lösen.

  • Das sehe ich ganz ähnlich. Investitionen in Bildung lohnen sich m.E. immer.


    Vor allem diese Qualifikation kann und muss in der Zukunft doch unser Standortvorteil auf dem Weltmarkt sein. Wobei ich Bildung sehr breit verstehe. Es kann nicht (nur) darum gehen, der Industrie billig die passenden Ingenieure auszubilden. Aus meiner Sicht genauso wichtig wären gute Pädagogen, Journalisten, Philosophen usw. Vielleicht sind die sogar noch wichtiger, um eine Demokratie und unsere Gesellschaft aufrecht zu erhalten bzw. weiterzuentwickeln.


    Außerdem sehe ich es ein wenig als Gefahr, dass Bildung mit Wissens-, Fähigkeiten- und Fertigkeitenvermittlung zunehmend mit gleichgesetzt wird. Für mich geht es in einem Studium vor allem darum, sich Problemlösungsfähigkeiten anzueignen. Sich eigenständig Informationen zu beschaffen, diese wissenschaftlich zu verarbeiten, zu RÜckschlüssen zu kommen und einen Abgleich mit Beobachtungen / der Realität vorzunehmen. Nur sind vermutlich solche Leute schlecht für unsere Eliten - denn sie essen kein Gammelfleisch und wählen keinen Schünemann. Für mich wäre es aber gerade wünschenswert, dass mehr Menschen in diesem Sinne "unbequem" sind.

  • Das Hildesheimbeispiel ist wirklich merkwürdig, zumal der Autor ja auf der nächsten Seite schreibt, dass es Wahlkreise gibt, die deutlich knapper an die SPD gegangen sind. Hameln/Rinteln hat er übrigens vergessen. Da waren es auch nur 277 Stimmen unterschied.


    Ich bin jedenfalls erstmal froh, dass die Überhangmandate nicht zu einer Verzerrung des Zweitstimmenergebnisses geführt haben. Ich weiß nicht wie vielen Erststimmenwählern der Grünen klar war, dass ihre Stimme leicht eine für Schünemann und Co hätte sein können.

  • Auf der zweiten Seite schreibt er von Wahlkreisen, die knapp an die CDU gegangen sind. Die wären der Aufmacher des Artikels gewesen, wenn das Gesamtergebnis andersrum ausgefallen wäre.

  • Das gestrige Wahlergebnis hat sehr schön gezeigt, dass es auf jede Stimme ankommt; die Sprüche, dass man sowieso nicht ändern kann, sind gestern widerlegt worden.
    Fragt sich nur, ob die Nichtwähler lernfähig sind.


    Ich glaube, dass es denen gar nicht um die Frage geht, ob ihr Wählen etwas an den Wahlergebnissen ändert, sondern eher darum, dass es egal sei, wer da regiert/an der Macht ist. So zumindest der Eindruck, den ich nach Gesprächen mit Nichtwählern hatte.
    Und ich halte das übrigens keineswegs für eine logische Folge "der Politik", bei der sich ausschließlich "die Politiker hinterfragen" müssen - wie man anderswo gerne mal lesen kann.

  • :D


    hanomag
    Erklär mir doch bitte noch mal die Story mit dem arbeitsfreien Grundeinkommen. Besonders die Vorteile, die Du da siehst. Ach ja, ein Finanzierungsvorschlag wäre auch nett, gerne mal ohne die obligatorischen Steuererhöhungen bzw. die Einführung der Vermögenssteuer. Die sind nämlich von den Umverteilungsphantasten schon 3x ausgegeben......

  • Nun ist meine Frage an die, die den Gebühren eher skeptisch gegenüber stehen, ob sie bei besserer Verteilung für die Studiengebühren wären.


    Grundsätzlich ist es ja ne gute Sache, dass es ein Budget gibt, das nur für die Studenten ausgegeben wird (werden soll), vor allem, wo für Universitäten heutzutage das Lehren nachrangig und Dritt-Mittel-Projekte im Vordergrund stehen und das Geld eher in diesen Bereich investiert wird.


    Das Problem, das die Studiengebühren haben, ist das bezahlen während des Studiums. Ein Student muss erst mal in Vorleistung gehen und das Geld für die Universitäten geben, ohne selber etwas zu haben. In der Regel kommen Studenten ja direkt von der Schule, Rücklagen konnten sie also nicht bilden. Entweder hat man dann Eltern, die entsprechend das Geld haben, um die Studiengebühren zu finanzieren, man muss einen extra Kredit aufnehmen (Studiengebühren sind NICHT im BaFög eingerechnet) oder arbeiten (ich persönlich arbeite knapp 20 Stunden/Woche um das zu finanzieren; zzgl des Vollzeit-Studiums). Somit werden Schüler abgeschreckt (in Niedersachsen) zu studieren. Auch schreckt es ab, eventuell etwas zu studieren, was hinterher eben nicht das große Geld einbringt. Und es fördert das "schnelle durchkommen" durchs Studium. Kein Blick nach rechts oder Links, weil jedes Semester länger Studieren 800 € + Lebenshaltungskosten für 6 Monate mehr kostet.


    Nun die Frage, ob es Ziel des Studiums ist, Menschen auszuschließen oder dazu zu bringen, möglichst schnell wieder von der Uni wegzukommen (Kürzesten/Angenehmsten Weg suchen). Und in Niedersachsen bräuchte man einen Betrag von deutlich unter 100 Mio (100 Mio ist der Betrag, den die Unis in Nds aktuell durch Studiengebühren generieren; bei besserer Kontrolle wird bei weitem nicht so viel benutzt), also maximal 0,3% des aktuellen Haushalts (eher weniger). Oder man sucht sind ein anderes System, beispielsweise einen monatlichen Betrag X sobald man einen Job in seinem studierten Bereich gefunden hat o.ä. Alles ist sinnvoller, als Studenten in Vorleistung gehen zu lassen.

  • Hi Sammy,


    das ist ein interessanter Vorschlag. Das man die Studiengebühren nicht per Bafög bestreiten kann, wusste ich z.B. nicht. Wie gesagt zu weit weg. Wobei ich bei einer nachträglichen Gebühr (wie Du sie vorschlägst) hat wieder hohe Verwaltungstechnische Kosten sehe, auch die Beurteilung "Job im studierten Bereich". Dann muss der eine zahlen weil er in seinem Fachbereich übernommen hat - der der germanistik studiert hat dann aber den Betrieb vom Vater übernimmt wieder nicht. Gut er hätte wohl keine Probleme mit den Studiengebühren (rein finanziell - sofern der Laden vom Dad läuft). Auch könnte man sagen, mit entsprechenden Gehalt zahle ich doch durch Steuern wieder genug zurück - nur hilft das heute (zugegeben verursacht durch Fehler in der Politik und in der Verwaltung) m.E. nicht weiter.


    Rein aus kaufmännischer Sicht halte ich da eine Förderung über Bafög oder Stipendium (incl. der Gebühren) für sinnvoll und im Nachgang kann man dann je nach Einkommenlage ggf. auch ein Nachlasssystem erstellen das ermöglicht das alle so gut es eben geht gerecht gehandelt werden. Sicher ist es nicht angenehm mit so einem Rucksack ins Berufleben zu starten.


    Nur zum Verständnis - meine Frau hat Studiert und ist für unsere Kinder zu Hause geblieben, davor war arbeiten nicht möglich da in München wohnen im sozialen Bereich ohne katholisches Bekenntnis nicht möglich - mit unseren Einkommen (also mein Gehalt zzgl. Kindergeld) bestreite wir die Bafög-Rückzahlung was auch ohne Studiengebühr ein fünfstelliger Betrag ist. Aber uns hat das ewige zum Arbeitsamt rennen (mit den Kindern auf dem Arm) nur noch genervt und dann haben wir die Mindetrate mit 105,- gewählt. Sprich ohne ihr Einkommen (da sie im sozialen Bereich studiert hat sind auch keine Zeiten zu erwarten wo ich zum Hausmann werde und die viele Kohle verwalte) haben wir die Belastung.


    Und wie erwähnt, war der Auslöser meiner Frage eben die Meister- oder Fachwirtausbildung eben auch bezahlt werden muss (ja hier sehe ich Dein Argument das die Leute dann schon verdienen konnten, aber ggf. sich dennoch kaum leisten) aber wie akademische Fachkräfte in allen Bereichen finde ich ebenso Meister für die Gesellschaft als elementar wichitg an, genauso wie alle anderen Job auch.


    Und ich möchte nicht wissen wie viele wirklich guten Akademiker und Meister der Gemeinschaft verlohren gehen, nur weil lebensfremde Politiker keine Konzepte erstellen können - oder eben ein "Dekan" meint es wäre wichtig Bildschirme mit N-TV auf dem Flur zu hängen obwohl fast jeder bereits über die News aus seinem Schmartfone informiert ist.


    Meine Meinung ist: hier müssen alle einen Betrag leisten, alle Unternehmen, Gemeinden, Städte, Länder, Bund und eben auch der Student. Gleichzeitig muss gewährleisten sein das es egal ist wo ich her komme und was meine Eltern in der Tasche haben.