HAZ: Hockey-Frauen geben Beispiel

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    Hannover (fe). Wenn Jiri Stajner das am Sonntag im Dortmunder Westfalenstadion auch so hinbekommt wie gestern im Training, dann wäre Hannover 96 einen großen Schritt weiter. Der Tscheche, auf Grund seiner Unberechenbarkeit nicht selten mehr belächelt als gefürchtet, trickste zwei Gegenspieler aus, drosch den Ball ins Tor und sorgte damit für allgemeines Staunen. Aktionen wie diese wurden bei den „Roten“ zuletzt schmerzlich vermisst; Stajner hatte als Angriffsspitze zum Bundesligastart in Leverkusen (1:2) ordentlich gespielt, Torgefahr ging von ihm jedoch kaum aus. Weil es andere bei 96 zurzeit nicht besser können, dürfte der 28-Jährige seinen Platz im Angriff auch gegen die Borussia sicher haben.
    Für Ewald Lienen ist einer wie Stajner keine Verlegenheitsheitslösung. Der Trainer lobte gestern ausdrücklich die körperliche Verfassung des Stürmers. Das passt zum moralischen Aufbauprogramm, mit dem Lienen die 96-Mannschaft auf die schwere Aufgabe in Dortmund einzustimmen versucht. Nicht von ungefähr war dies mit einem gedanklichen Ausflug nach Athen verbunden: Man könne sich durchaus ein Beispiel an den deutschen Hockey-Frauen und deren Sensationssieg im olympischen Finale nehmen, befand der Fußballtrainer. „Die haben gegen eine technisch überlegene Mannschaft alles herausgeholt“, sagte Lienen, „das ist auch bei uns in Dortmund erforderlich.“
    Die Details seines Plans hat sein Kollege Bert van Marwijk sozusagen brühwarm serviert bekommen. Lienens Aussagen von gestern, wenig später auf der offiziellen 96-Internetseite nachzulesen, haben gleich darauf auf der Borussen-Homepage ihren Niederschlag gefunden. Geheimnisse wurden auf diese Weise allerdings nicht verraten. 96 setzt auf das von Lienen bevorzugte taktische Prinzip, das von Kompaktheit, Einsatzbereitschaft und Aggressivität geprägt ist. Diese Eigenschaften waren im Oktober 2003 schmerzlich vermisst worden; prompt bekamen die „Roten“ beim 2:6 so richtig einen auf die Nase. Folgt nun eine Überraschung? Gerade weil niemand ernsthaft damit rechnet, scheint einiges möglich. Siehe deutsche Hockey-Frauen in Athen. Stajner und Co. sind an der Reihe …