• Delantero


    Ich habe mein Leben danach sogar noch mehr genossen als vorher (und tue es immer noch), weil ich jetzt weiß, wie schnell man in so eine Abwärtsspirale geraten kann, aber auch, weil ich mir seit dem bewusst bin, dass man mir wirksam helfen kann. Diese Hilfs- und Hoffnungslosigkeit von der du schreibst, die geht dann weg. Und genau das eröffnet einem wieder einen ganz anderen Blick auf das Leben.


    Deine Familie/Frau hat das ganz sicher verdient. Aber im Moment stehst noch du im Vordergrund. Je nachdem wie gut du die Einschleichphase von Esciralopram verträgst, kann es sein, dass deine Familie/Frau für eine absehbare Zeit nochmal mind so stark sein muss wie du selbst. Sie müssen dich dabei unterstützen durchzuhalten. Ich konnte das damals nicht alleine. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich nach einer Woche abgebrochen. Dann hat meine damalige Freundin mit meinem Arzt telefoniert und auf mich eingeredet noch ein paar Tage durchzuhalten. Mein Gott, was bin ich froh, damals auf sie gehört zu haben…


    Und du wirst das auch schaffen!

  • ich habe eine für mich bahnbrechende Erkenntnis gewonnen:ja:


    es ist gar nicht wichtig, ob ich "gesund" bin oder mich die Gesellschaft als okay, konform, etc. wahrnimmt....wichtig ist nur, dass es mir gut geht!


    mögt ihr jetzt drüber lachen, aber mich hat diese Einsicht wirklich befreit:)


    alles gute euch allen!

  • mit einer Einschränkung vielleicht...


    niemanden, auch sich selbst nicht, wehzutun...alle meine Macken, Ticks, Verhaltensorginalitäten tun niemanden weh, schaden nicht, nix...


    take it or leave it!



    Bitte...ein bisschen Toleranz, Empathie, Humor!


    Ich mache eurer Leben ein bisschen bunter...ergreift die Chance!


    :)


    Danke!

  • Mein nächster Versuch beim Psychotherapeuten....

    ....es war verwirrend.


    Der Psychotherapeut war nicht sicher was die Diagnose angeht.

    Er würde die Diagnose mittelgradige Depression "mitgehen", aber er war unsicher.

    Ich war ihm zu lebhaft für eine Depression.


    Es gibt aber verschiedene Formen der Depression, z.B. diese:

    Zitat

    Bei der agitierten Depression *– einer speziellen Form der depressiven Störung – haben die Betroffenen jedoch keinen verminderten Antrieb wie sonst bei Depressionen. Sie fühlen sich im Gegenteil rastlos und getrieben. Begleitet wird die innere Unruhe häufig von Angstzuständen, Schlaflosigkeit und großem Bewegungsdrang. Die Betroffenen kommen nicht zur Ruhe und müssen sich immerzu beschäftigen. Sie reden mehr als sonst, klagen aber kaum über ihre Beschwerden.

    Mit Aktionismus werden die Kernsymptome der Depression wie gedrückte Stimmung, Niedergeschlagenheit und Interesselosigkeit überspielt.

    Das passt bei mir (zumindest zeitweilig) wie der Arsch auf den Eimer.


    Er war auch nicht glücklich was meine Medikation zum Schlafen angeht.

    Er hält eher eine Verhaltenstherapie für notwendig, er bietet aber nur analytische an.


    Morgen habe ich einen kurzfristigen Termin bei meiner Psychiaterin gemacht, weil mir gerade der Kopf wegfliegt....

    Diese Mischung aus Dauerkopfschmerzen, Erschöpfung und innerer Unruhe ist unfassbar anstrengend.

    Zermürbend.


    Das vierte Antidepressiva hab ich auch nach Rücksprache abgesetzt, da es mich NOCH unruhiger machte.

    Bin hier zwei Tage wie der Löwe im Käfig rumgeschlichen....

    War dann bei dem Termin beim Psychotherapeuten halt auch noch entsprechend drauf.


    Puuuuuuuh.


    *bevor es wieder zu Unsicherheiten bei den Begrifflichkeiten kommt: agitierte Depression ist ein veralteter Begriff und taucht in der aktuellen ICD 10 nicht mehr auf. Das ist mir bekannt, aber die Definition trifft es einfach sehr sehr gut bei mir

  • Ich habe gestern ein zweites Video aufgenommen. Link zu YouTube.


    In den letzten Tagen ist in mir die Idee gereift, das alles zu intensivieren. Auch das Feedback was ich über die verschiedenen Kanäle bekommen habe, gerade auch über Instagram (Link zu Instagram), hat mich bestärkt, da mehr zu machen. Meine Therapeutin findet diesen Blick auf mich sehr spannend. Sie mag das, wie achtsam ich auf mich schaue. Grad auch im Hinblick darauf, dass sie in 2 Wochen und Mutterschutz geht, und ich dann erstmal ein halbes Jahr ohne sie klar kommen muss.


    Und deshalb wird dieses spontane Videoprojekt in den nächsten Wochen ein Podcast. Ich habe aus dem Stand heraus mehr als ein Dutzend Themen gefunden über die ich länger und öfter reden möchte. Ich will mich da aber jetzt nicht zu sehr unter Druck setzen und das ganz in Ruhe angehen, aber ich habe da richtig Lust zu.

  • Weltklasse.


    Wenn du mal einen Podcastpartner suchst, quasi als Sendungsgast. Ich wäre dabei. Also wenn mal eine Folge mit Gästen sein soll.

  • Termin heute bei "meiner" Psychiaterin.

    Sie ist einfach eine gute!


    Hat nochmal klar gesagt, dass die Diagnose mittelgradige Depressionen so steht und passt.

    Und das meine Symptome halt so sind wie sie sind, nicht immer geht eine Depression damit einher, dass "Mann" zusammen gesunken und antriebslos da hockt.

    "Mann", weil insbesondere Männer dazu neigen ihre Depression "auszuhalten" und zu "überspielen". Mann muss halt stark sein.

    Dabei ist Mann eigentlich schon lange komplett am Arsch und kann nicht mehr...


    Ich hab manchmal Sorge/ Angst, dass ich mal komplett zusammenbreche oder nicht mehr aufhören kann zu weinen, wenn ich mal anfangen sollte.


    Mit der Medikation (nur Melperon) mache ich weiter, Antidepressiva lassen wir erstmal bis zum nächsten Termin in zwei Wochen weiter weg und schauen dann weiter.


    Dass ich nächste Woche das vierte Erstgespräch bei einem Psychotherapeuten habe fand sie stark, manche würden das in der Depression gar nicht hinbekommen.

  • Ein Zitat von Hermann Hesse dazu, dass ich schon in den 90er Jahren zutreffend fand für mich:

    Zitat

    »Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen, was von selber aus mir heraus wollte. Warum war das so schwer?«

  • Kasse:

    Ich bin ja so ein Phrasendrescher (-liebbaber), dazu fällt mir sofort ein: "Schonmal einen nackten Mann in die Tasche gefasst", und "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sichs gänzlich ungeniert".


    Du machst dich öffentlich nackig, und stehst zu deinen "Fehlern" - also du stehst zu dir.


    Was ich nicht so richtig verstehe, ist, warum die breite virtuelle Öffentlichkeit, ist das ein Testfeld?


    Ist es der Wunsch nach Input, weil Reaktionen im richtigem Leben zu wenig/selten kommen?


    Noch ein kurzer Ausflug in die Phrasen: "Jeder hat sein Päckchen zu tragen", und "man sieht nur die im Lichte, die im Schatten sieht man nicht".


    Ich gehe davon aus, dass 80% "ihr Schicksal mit Würde tragen" , und ihr Leid als normal erachten - also "gute Mine zum schlechten Spiel" machen.


    Ich muss gestehen, großen Respekt vor Menschen zu haben, die in der Lage sind "ihre Sorgen nicht bei anderen abzuladen" - sondern "sich selbst nicht sooo wichtig nehmen, sondern immer für andere da sind". - ist das falscher Respekt, weil die still leiden?



    Nur Gedanken/Fragen - "ist halt immer alles" 50:50", "heut Gewinner, morgen der größte Depp".


    Also warum die große Bühne?

  • Kassen-Meyer wird da sicherlich auch noch selbst drauf antworten.

    Aber ich stell mal so ein paar Schlagwörter in den Raum:

    Heimliche Krankheit.

    Immer noch Tabu-Thema.

    Zu sich selbst stehen.


    Deinen Teil mit

    Zitat

    Ich gehe davon aus, dass 80% "ihr Schicksal mit Würde tragen" , und ihr Leid als normal erachten - also "gute Mine zum schlechten Spiel" machen.

    finde ich befremdlich.

    Nein, richtig schlimm.


    Depression kannst du nicht in Würde (er) tragen.

    Fürn Arsch.

  • Es geht ums Ertragen.

    Das geht nicht.

    Weil es unerträglich ist auf Dauer.


    Ich brauch da jedenfalls nichts mit in Würde.

    In Würde (na ja, mehr oder weniger :trinken:) hab ich jahrelang gelitten.