Radfahren in Hannover

  • Unter "den Autofahrern" ist immer mal wieder einer, der eine rote Ampel oder ein Kind auf einem Zebrastreifen übersieht.


    Deshalb sollte man Kindern beibringen, erst dann auf den Zebrastreifen zu laufen, wenn die Autos angehalten haben.
    Wer sich als Radfahrer in solchen Situationen nicht grundsätzlich vergewissert, dass er von den Autofahrern gesehen wird, ist schlicht und ergreifend nicht dazu befähigt, sich (im Stadtverkehr) auf zwei Rädern fortzubewegen. Auf dem Fahrrad gleichzeitig vorausschauend und gelegentlich - falls nötig - zurückblickend zu fahren (zum Beispiel auch an Einmündungen auf den abbiegenden Autoverkehr) ist der eigenen Unversehrtheit durchaus zuträglich.

  • Deshalb sollte man Kindern beibringen, erst dann auf den Zebrastreifen zu laufen, wenn die Autos angehalten haben.


    Wegen so einem Schwachsinn ist Krieg. Besser gesagt: Weil wirklich viele so denken.


    Die beiden Autofahrer sind hier straffällig geworden. Ach halt. Nee, Kind überfahren ist ja nur 'ne Ordnungswidrigkeit in Deutschland, nicht? Und dann hat auch noch das Kind Schuld bzw. die Eltern.


    Null Toleranz für so einen Scheiß.

  • Wo habe ich das geschrieben, was Du mir hier in den Mund legen willst? Du spinnst wohl.

  • Aus Selbstschutz muß man tatsächlich auf sich aufpassen.


    Aber der Stärkere hat im Straßenverkehr besonders dafür zu sorgen, daß wegen ihm kein Schwächerer zu Schaden kommt.


    bjk hat verinnerlicht, daß die Städte von Autos okkupiert wurden. Das war jedoch nicht immer so. Vor fast hundert Jahren stand die Entwicklung auf der Kippe. Mütter waren kurz davor sich zu organisieren und gegen den Autoverkehr anzutreten. Weil dieser so viele Kinderleben auf dem Gewissen hatte. Straßen sind ja 7.000 Jahre alt, seit jeher waren darauf Menschen. Sie gingen, sie spielten, sie unterhielten sich. Ziemlich plötzlich kam so eine motorisierte Kutsche und fuhr diese Menschen zu Tode. Das Automobil kam in Erklärungsnöte. Aber die Autobauer waren schlau: Sie erfanden den Bürgersteig und das "Jay-Walking" und ließen Pfadfinder Flugblätter zwecks besonderer Verkehrserziehung verteilen (Inhalt in etwa: Runter von der Straße, Du Fußgänger-Depp). Sie ließen in den Städten Spielplätze anlegen, das sind diese umzäunten Streichelwiesen für kleine Kinder. In den Staaten kauften sie sogar Straßenbahnen auf, um sie stillzulegen. Freie Fahrt für das Automobil. http://www.copenhagenize.com/2…alking-and-motor-age.html https://de.wikipedia.org/wiki/…r_Stra%C3%9Fenbahnskandal


    Heute ist die Stadt immer noch weitgehend vom Auto okkupiert. Aber das muß nicht so bleiben. Das kann nicht so bleiben. Das wird nicht so bleiben. Hierzulande ist es noch Zukunftsmusik. Aber die Veränderung wird kommen. Wie sie genau vonstatten geht, weiß niemand. Ich schaue vor allem auf zwei Beispiele, NL und DK, die uns 45 bzw. 25 Jahre voraus sind. Und diese Zeit in der Stadtplanung aufzuholen, ist kaum möglich. Kopenhagen feierte neulich, es würden dort erstmals seit Jahrzehnten wieder mehr Fahrräder als Autos sein. Aus Amsterdam kam ein Glückwunsch-Tweet mit der süffisanten Bemerkung, an dem Meilenstein sei man 1995 auch mal gewesen. Ich schaue auch auf veröffentlichte Entwicklungen auf der ganzen Welt, die NL und DK nacheifern (wollen).


    Vorm Zebrastreifen drei Mal zu schauen, ist für den praktischen Alltag vernünftig. Selbstschutz ist vernünftig. Für Philosophie, Zukunftsgestaltung, allgemeine Grundsatzüberlegungen verdeutlicht es allerdings nur das derzeitige Dilemma. Victim blaming. Über das Opfer sagen, es habe selbst schuld oder es habe Sorge zu tragen, heile durch die Autos zu kommen.

  • Als ob ich meinen Kindern keinen Selbstschutz beibringen würde.


    Angesichts von Rentnern nahe dem Herzinfarkt und simsenden Autofahrern, die über Zebrastreifen und rote Ampeln fahren, von Selbstschutz zu reden, ist der reine Hohn. Es heißt letztendlich: Akzeptiere, dass Du rechtelos bist und Dein Leben wertlos ist, oder geh halt nicht mehr auf die Straße.


    bjk, Du willst mich angesichts solcher Situationen (noch dazu, ohne Details zu kennen) noch über Verkehrserziehung belehren und wenn ich das absurd finde, behauptest Du, ich spinne? Fick Dich.

  • Langsam ist es dann auch mal gut, Leute. Allein, dass hier von "Krieg" gesprochen wird und das Auto in der Argumentation als Waffe instrumentalisiert wird, finde ich außerordentlich befremdlich.

  • Hooo!


    Anzusprechen, dass man aufpassen MUSS, wenn einem seine Unversehrtheit lieb ist, bedeutet doch noch lange nicht, dass man das gut oder/und richtig findet.


    Es gibt auch keinen Grund, das anders zu verstehen.


    Kommt mal wieder runter.

  • Autos, die anderthalb Tonnen wiegen und in Städten bis zu 60 Sachen fahren, richten größeren Schaden an als Radfahrer, die ihr Körpergewicht plus 15 kg bei geringeren Geschwindigkeiten bewegen, weißt Du? :)

  • Abgesehen davon, dass man mit einem Fahrrad ein Kind richtig schön kaputtfahren oder bei Rotlichtverstoß einen amtlichen folgenschweren Unfall verursachen kann, wird dann das Kindübermangeln oder der Rotlichtverstoß tatsächlich gar nicht identisch bestraft wie mit einem Auto, weil man nur 30 anstatt 60 km/h fährt und nur 20 anstatt 1500 kg Stahl unter dem Arsch hat?

  • bjk, Du willst mich angesichts solcher Situationen (noch dazu, ohne Details zu kennen) noch über Verkehrserziehung belehren und wenn ich das absurd finde, behauptest Du, ich spinne? Fick Dich.


    Ich habe auf Deine Antwort zu meinem letzten Beitrag eine Möglichkeit aufgezeigt, wie man Kindern ein sicheres Überqueren eines Zebrastreifens ermöglichen kann, die Du als "Schwachsinn" bezeichnet hast, um im Anschluss irgendwelche "Situationen", auf die ich keinerlei Bezug genommen habe, anzusprechen.
    Den Rest hat Stephan schon geschrieben.

  • strunz
    Gab es Clown zum Abendbrot?


    Zur Geschwindigkeit und den Unfallauswirkungen (hatten wir schon): http://www.hamilton.govt.nz/ou…r%20and%20predestrian.jpg https://pbs.twimg.com/media/BgqatDyCMAAOm_p.png https://streets.mn/2016/06/23/…-by-age-and-speed-of-car/


    Zur Bestrafung: Der Stärkere soll aus meiner Sicht auf den Schwächeren aufpassen. Wer bei Radler und Fußgängerkind wer wär', kannste bestimmt alleine rauskriegen ;)

    Einmal editiert, zuletzt von Pokalheld ()

  • Vielleicht sollte man den Erwachsenen mal bei bringen, dass man vor jeder (in Worten: jeder) roten Ampel gefälligst zu warten hat....vor allen Dingen' wenn Kinder dabei stehen. Da könnte ich ausrasten und krieg so Puls um hundertachzig.
    Das gilt i.B. Auch für die superschlauen Radfahrer!!!

  • Na ja, wenn Kinder jemanden in der Öffentlichkeite rauchen oder trinken sehen, rennen die gleich zum nächsten Kiosk und holen sich Schluck und Kippen - womöglich noch bei Rot!

  • Zitat

    Richtig. Rote Ampel gelten für Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer...seltsam, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. Ich selbst bin in der Stadt fast nur als Radfahrer und Fußgänger unterwegs. Krasse Regelverstöße und gefährliches Verhalten begehen nicht "die Radfahrer" oder "die Autofahrer", sondern einzelne Idioten aus den jeweiligen Gruppen.


    Generell sind die Regelverstößen von Autofahrern aufgrund von Tempo, Gewicht, Ausweichverhalten natürlich gefährlicher als die von Fußgängern oder Radfahrern, da stimme ich dem Pokalheld zu. Wenn ein Autofahrer mein Kind einmal unglücklich oder rücksichtslos erwischen, ist es wahrscheinlich zu spät. Andererseits beobachte ich mehr Regelverstöße von Radfahrern als Autofahrern (wenn man mal das Tempo 55 fahren ausnimmt). Ganz ätzend finde ich Radfahrer, die als Falschfahrer auf der falschen Straßenseite, bei Dunkelheit ohne Licht oder bei Rot über die Ampel fahren. Bei Autofahrern beobachte ich das eher seltener.


    Insgesamt finde ich, dass die Stadt (noch?) sehr extrem auf den Autoverkehr zugeschnitten ist. Selbst in den neu installierten Fahrradstraßen z.B. in der Oststadt/List, die hier schon angesprochen wurden, ist sehr viel Parkraum für Autos vorgesehen, Fahrräder können fast nur an Straßenschildern und sonstigen komischen Ecken auf dem Gehweg abgestellt werden. Oft ist auch das Links abbiegen für Fahradfahrer extrem aufwändig und mit zwei oder drei Ampeln versehen, während Autos eine Linksabbiegespur und nur eine Ampel haben...das könnte natürlich einzelne Radfahrer zu einer eigenen Regelauslegung ermuntern. ;)


    Anekdote: Ich hielt am Wedekindplatz entlang der Wedekindstraße fahrend an einer roten Ampel an, damit Fußgänger und Radfahrer die Straße queren konnten. Der hinter mir fahrende Radler fuhr heftig auf mich auf, stürzte und meckerte dann noch, warum ich einfach so anhalte...bei roter Ampel!

  • Solange die Denke “Freie Fahrt für freie Bürger“ einfach nur von einem Verkehrsmittel aufs andere übertragen wird,wie hier demonstriert,wirds wohl kaum zu einer befriedigenden Lösung kommen. :D

  • So siehts aus. :daumen:



    Mehr braucht es eigentlich nicht.