Bundestagswahl 2021 (Umfrage "Sonntagsfrage" im ersten Beitrag)

  • Das ist nun einmal die Konsequenz, wenn die Kanzlerin von ihrem Ziehvater lernt, wie man nachhaltig [kompetente] Konkurrenz abbügelt, um die eigene Macht auszubauen & zu sichern.

    Gleich am Anfang ihrer Kanzlerschaft hat sie diesen...wie hieß er noch gleich...? Merz! abserviert.

  • Merz stellt sich hinter Laschet und warnt Söder der Union schwer zu schaden. Warum ruft ihn denn niemand?

  • Völlig richtig kai. Sachlich argumentativ kommt man da gar nicht mehr durch. Weder im nüchternen Stadium der Diskussion und schon gar nicht im Verlauf des weiteren Abends. Er ist ganz klar das sagte er auch protestwähler und nur die afd kann man dan wählen. Schwierige Situation, zumal er als corona ist ne Grippedenker eh schon schwer zu greifen ist. Ich werde es zwar nicht aufgeben, aber solche denke in der Familie zu haben , ist für mich schwer bis gar nicht zu ertragen

    Du bist nicht allein. Das Thema Schwager (sogar mit großen Teilen der dranhängenden Familie/Freunde) kenne ich auch nur zu gut. Die Spannungen sind nicht ohne und bald beginnt wieder die Saison der Familienfeiern. Das wird wieder anstrengend.

  • Sehe das eher anders, ein Laschet als Kandidat wäre für die Opposition viel schwieriger zu bekämpfen als ein Söder. Laschet steht für die "Merkel-Jahre", für diese Gemütlichkeit und pragmatische Herangehensweise mit der sich auch viele WählerInnen der Grünen indentifizieren können.

    Laschet steht erstmal ja nur für Laschet. Nach meiner Einschätzung wird der Wähler personenbezogen entscheiden, also fast wie immer, und daher nix mit "Merkel Jahre" und so. Ich wüsste gerne weshalb man Laschet positiv bewerten dürfte, und warum durch ihn die Ergebnisse der CDU womöglich durch die Decke gehen sollten. Söder oder Laschet sind sowas wie lauwarm, die Grünen werden dadurch profitieren, die FDP ebenfalls, nur 2-3 Nummern kleiner.

    Entscheidend dafür ist die Tatsache, wie zuletzt der Umgang mit der Krise in fast allen Bereichen während der Corona Pandemie war und ist.

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  • Merz stellt sich hinter Laschet und warnt Söder der Union schwer zu schaden. Warum ruft ihn denn niemand?

    Weil er sich eher Chancen ausrechnet, unter Laschet Wirtschaftsminister zu werden als unter Söder.

  • Der Wettstreit Söder oder Laschet ist für mich wirklich spannend.


    Laschet wird mir viel zu oft nur als Kopie von Merkel gesehen und natürlich steht er für eine ähnlich ruhige Sachpolitik, aber ich glaube er wird mit der Reduzierung darauf unterschätzt. Er hat in NRW gegen eine regierende SPD-Kandidatin gewonnen, was nicht selbstverständlich ist. Als Kanzler könnte er anfangs etwas farblos wirken, aber das war bei Merkel ähnlich und vermutlich stünden Sacharbeit und Integration im Focus. Es gäbe Schlimmeres.


    Söder hingegen hat sich über die Jahre erstaunlich entwickelt. Nicht mehr der Dampfplauderer früherer Jahre, aber immer noch sehr klar und ausgestattet mit einem unglaublich guten Instinkt. Dazu kommt jetzt die taktisch kluge Vorgehensweise hinsichtlich der Kandidatur. Sollte er das hinkriegen, hätte er allein dafür meinen Respekt. Ihm würde ich zutrauen, auch international Deutschland gut zu vertreten, wenn er diese Kombination aus Instinkt, Taktik und Rhetorik dort auch aufrecht erhalten kann. Ein interessanter Kontrast zur Merkel-Ära wäre er allemal.


    So oder so, ich könnte mit beiden leben und die Grünen werden mit ihrem Abschneiden ohnehin entscheidend sein, wie das künftige Regierungspramm aussieht und was der kommende Kanzler umsetzen muss. Wenn es nicht sowieso eine (grüne) Kanzlerin wird.

  • Sahra Wagenknecht in der FAZ über "Lifestyle-Linke" (hoffentlich geht der Link hier - sonst über Google suchen: "Die Selbstgerechten").


    Ich finde, dass sie da nicht Unrecht hat.

    Hier auch ein gutes Interview mit ihr.

    Zitat

    Ich hoffe, dass es irgendwann gelingt, diese Debatte weniger mit Emotionen als mit Argumenten zu führen.

    Das hoffe ich auch.

    Zitat

    Der Bürgerrechtsbewegung in den USA etwa ging es darum, dass die Hautfarbe keine Rolle mehr spielen sollte. In den identitätspolitischen Debatten ist sie dagegen das Unterscheidungsmerkmal, von dem abhängt, wer was sagen oder tun darf.

    ...

    Es ist doch eine Verharmlosung von echtem Rassismus, wenn man jemanden, der nicht alle Finessen der «woken» Sprachregulierung beherrscht, als Rassisten diffamiert.

    Auch schon gemerkt.


    Zum Schluss das beste Zitat:

    Zitat

    Öde würde ich vielleicht nicht mehr sagen, ich empfinde die heutigen Debatten eher als aggressiv und intolerant. Es wird ja immer gesagt, die Rechte sei illiberal, und das ist auch so. Aber das Schlimme ist, dass mittlerweile auch linke Debatten von einer extremen Intoleranz geprägt sind, und das tut uns allen nicht gut.

    Gerade auf Facebook wieder erlebt.

  • Lindner & Co. haben keine Klasse und nicht viel zu bieten, außer einer großen Fresse und einem Kubicki, den ich nicht sehen/hören kann.

    Hurra, wieder da.


    Ok, ein bißchen zu euphorisch geschrieben, geb ich zu. Ein paar Sätze gefallen mir aber durchaus:

    Zitat

    Trotzdem ist Widerspruch wichtig. Einmal grundsätzlich: Jedes demokratische System braucht mindestens eine Kraft, die Freiheitsrechte auch dann verteidigt, wenn es unbequem wird und Meinungsumfragen in eine andere Richtung weisen. Und einmal konkret, bezogen auf Deutschland im Wahljahr: Es ist gut, wenn bürgerliche Wähler mindestens einer nichtlinken Partei ihre Stimme geben können, die diese Rechte hochhält.

  • Danke für die Verlinkung, metti.


    Den Gastbeitrag finde ich eher schwach, obwohl ich der Kernaussage von Behnke zustimme. Gut gemeint ist eben nicht gut gemacht.

  • Söder hat sich geändert. Der ist jetzt oberster Bienenschützer Bayerns und hat außerdem die beste Pandemiepolitik in der Bundesrepublik betrieben. Darüberhinaus schreibt die Springerpresse viel Gutes über ihn. Ich halte ihn ferner für sehr volksnah.

  • Die ersten Wochen der Pandemie dachte man, er macht einen guten Job.


    Doch leider ist das absolut nichts anders.

    Eher sogar enttäuschend.


    Am Anfang dachte ich aber auch, Jens Spahn macht n guten Job...

  • Ich fand an dem Spiegel-Beitrag gut, dass er mich noch einmal an an den widerlichen Scheiß erinnert hat, den Söder schon auf dem Kerbholz hat. Und seine Christlich Soziale Union. :lookaround:

  • Groß und kräftig ist er auch, der Söder, das sollte zusätzlich Gewicht haben, und wenn man sich dagegen den quirligen kleinen Laschet anguckt, dann sehe ich nur voreilige Schnellbeschlüsse in Hülle und Fülle.

    Tja, jetzt bin ich woll bei den Synonymen gelandet, 'tschuldigung.

  • Söder tut alles, um an die Macht zu kommen, sogar seine Haltung aufgeben, sofern er je eine hatte.

    Er verhält sich also so, wie man es von ihm und den meisten anderen Politikern erwartet.

  • Ich schaue seit Sonntag angeekelt fasziniert auf dieses Schauspiel. Mich erstaunt es nicht, daß Söder sich zum Kanzler berufen fühlt. Innerhalb der Schwesternparteien ist es durchaus vorgesehen, daß der CSU-Vorsitzende seinen Hut in den Ring wirft.

    Aber das Procedere, das Söder gewählt hat, ist doch destruktiv und hinterlässt nur Scherben, egal wie die Entscheidung ausgeht.

    Und es geht dabei noch nicht einmal um zwei unterschiedliche Konzepte, die von Laschet und Söder zur Debatte stehen.

    Es geht nur um die persönliche Macht.

    Kai: Klar erwartet man von Politikern Kampf um die Macht. Das ist ein Teil des demokratischen Spiels. Aber das timing ist unter mehreren Aspekten so denkbar schlecht. Und mir stellt sich die Frage, warum die Frage nach der Kanzlerkandidatur nicht früher und mit einem anderen Procedere geklärt wurde. Ich erinnere an Frau Merkels Reise nach Wolfratshausen 2002.

    Aus dieser Nummer kommt doch keiner von beiden unbeschädigt raus.