Die aktuelle Finanzsituation der Bundesliga

  • w&v= Werben&Verkaufen (Marketing-/Werbemagazin)


    Flimmern und Rauschen


    Wie Sauer Bier bieten die Fußballrechtevermarkter Infront und Team den Free-TV-Sendern ihre Ware Bundesliga und Champions League an. Die Fernsehmanager pokern, um die Preise zu drücken. Gelingt das, bekommen die Rechtehändler Probleme: Sie bleiben auf Millionenverlusten sitzen. Infront soll eine Ausstiegsoption ausgehandelt haben: Findet der Vermarkter keine Abnehmer, kann er die Bundesliga-Rechte zurückgeben.


    Oscar Frei wählt in diesen Tagen diplomatische Formulierungen, wenn es um den Verhandlungsstand in Sachen
    Bundesliga-TV-Rechte geht. Im Interview mit w&v erklärt der Chef des Sportrechtevermarkters Infront mit Sitz im schweizerischen Zug: "Selbstverständlich halten wir uns trotz der schwierigen Situation an alle vertraglichen Verpflichtungen, die wir eingegangen sind." Er sei überzeugt, "dass wir zu einem Kompromiss kommen, der für alle tragfähig ist". Das klingt nach Verhandlungen in alle Richtungen.
    Nach der Absage der ProSiebenSat.l Media AG, für 80 Millionen Euro die Free-TV-Übertragungsrechte für die Bundesliga-Saison 2003/ 2004 zu kaufen, steckt der Infront-Manager in der Klemme. Denn bisher haben alle Free-TVSender abgewinkt. Kein werbefinanzierter TVSender will und kann in Zeiten der Werbekrise und des strikten Kostenmanagements noch einen strategischen Preis für die Erste und Zweite Bundesliga zahlen. Alle Hoffnungen der Vereine auf das Füllhorn von ARD und ZDF oder auf den Münchner Filmhändler Herbert Kloiber waren - bisher - vergeblich.
    Eine gigantische Pokerpartie nimmt ihren Lauf. Bleibt es bei der harten Haltung der Sender -und dafür spricht einiges - müssen Infront und sein prominenter Executive Director Günter Netzer einen Preisnachlass gewähren. Das würde ein tiefes Loch in die Kasse der Schweizer reißen. Denn das Unternehmen ist an die Verträge mit der Bundesliga gebunden. Und in denen sind die Entgelte für die Liga bereits vertraglich festgeschrieben: Rund 300 Millionen Euro pro Saison zahlt der Vermarkter für die gesamte TV-Vermarktung bis 2006. So sieht DFLGeschäftsführer Michael Pfad die Bundesliga Vereine auch auf der sicheren Seite: "Wir sind in der günstigen Situation, dass die Zahlungen an die Vereine per Vertrag bis 2004 gesichert sind."


    Geht die Bundesliga ins Pay-TV?


    Infront soll für den Notfall eine Ausstiegsoption ausgehandelt haben - deren Existenz Oscar Frei im Gespräch nicht ausdrücklich dementiert. Falls es zu keiner Einigung kommt, könnten die Eidgenossen auch aus dem Vertrag zum Kauf der Bundesliga-Rechte mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) aussteigen. Dann würden alle Rechte wieder an Kirchs Gläubigerbanken zurückfallen, die wiederum einen neuen Käufer suchen müssten.
    Ein Verzicht der Infront-Manager brächte die DFL in eine missliche Situation: Für den Saisonstart am 2. August hätte der Bundesliga-Fußball erstmals keine Free-TV Plattform, sondern wäre nur für die Abonnenten des Pay-TV-Senders Premiere empfangbar. Viel schlimmer noch für die DFL - so gäbe es nicht die dringend benötigten Einnahmen aus den Fernsehverwertungsrechten. Das wiederum brächte fast alle Bundesliga Vereine ins Trudeln.
    Oscar Frei weist jedoch Ausstiegsüberlegungen weit von sich. Auch in Analystenkreisen gilt diese Variante als unwahrscheinlich. Medienanalyst Erik Heinrich, WGZ-Bank: "Falls Infront diese Option ziehen sollte, wäre das ein kapitaler Fehlstart für den Rechtevermarkter. Damit stellt sich für das junge Unternehmen eigentlich schon die Existenzfrage." Viel wahrscheinlicher sei es, dass die Schweizer in den ersten Jahren Verluste in Kauf nehmen. Frei hofft auf eine mittelfristige Wende: "Der hohe Preis, der zuletzt für die Fußballrechte in Frankreich bezahlt wurde, macht uns zuversichtlich." Spätestens im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 könnte es-angefacht durch eine neue deutsche Fußball Euphorie - zu einer veritablen Wende kommen.
    Zudem entsteht in den nächsten Jahren neuer Rechtebedarf durch den Mobilfunk. Die großen Telekommunikationsunternehmen Vodafone und T-Mobile wollen im Herbst mit dem umstrittenen UMTS-Angebot an den Start gehen. Bewegte Bilder von Deutschlands höchster Fußball-Spielklasse sollen von Anfang an zum Angebot gehören. Verhandlungen über BundesligaBewegtbildrechte für UMTS sollen mit Infront bereits laufen.
    Doch das hilft Frei im Poker um die nächste Saison nicht weiter. Vieles spricht dafür, dass es
    erst nach dem Ende dieser Spielzeit am 24. Mai zu einer Entscheidung kommt. Ein (möglicherweise) stabilerer Werbemarkt in einem solideren politischen Umfeld könnte im Juni die Entscheidungsfreude auf allen Seiten verbessern. Bis dahin dürften auch die Gesellschafterverhältnisse bei ProSiebenSat.l geregelt sein. Konzernchef Urs Rohner (oder ein möglicher Nachfolger) wäre dann in der Lage, in Sachen Bundesliga strategische und längerfristige Entscheidungen zu treffen.


    Kaum Gebote für Champions League


    In einer ähnlich schwierigen Lage wie Infront steckt auch die Rechteagentur Team, die weltweit und exklusiv die Rechte an der UEFA Champions League vermarktet. Nach der Absage des bisherigen Inhabers RTL bewerben sich für die Free-TV-Rechte offiziell lediglich kleinere Sender. Das Deutsche Sport Fernsehen (DSF) und Tele 5 haben für die Edel-Liga Angebote eingereicht, die finanziell schwach sind. Dem Vernehmen nach soll jetzt noch der Abo-Sender' Premiere bei den Free-TV Rechten mitbieten. Während Premiere alle Spiele zeigt, würden dann nur noch einzelne Partien an RTL weiterverkauft werden.
    RTL-Geschäftsführer Gerhard Zeiler, der für die Champions League bisher 50 bis 60 Millionen Euro pro Saison zahlt, schlug in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung dicke Pflöcke für weitere Verhandlungen ein: "Wir haben in den vergangenen Jahren ein Preisniveau erreicht, das mindestens um die Hälfte, wenn nicht noch deutlicher sinken muss", so Zeiler. "Wir können mit dem Fußball nicht auf Dauer Verlust machen."
    Auch Helmut Thoma teilt Zeilers Meinung: "Fußball ist in allen europäischen Ländern viel zu teuer geworden. Die Verluste sind zweistellig, in dieser Form ist das nicht mehr zu tragen", so der frühere RTL-Geschäftsführer beim 7. Ispo-SportSponsoring-Kongress.
    So spricht einiges dafür, dass der Druck auf die TV-Einnahmen der Bundesliga auch nach der Kirch-Krise nicht nachlässt - obwohl die Verantwortlichen gebetsmühlenartig die "Werthaltigkeit" des Produkts Bundesliga beschwören. Die Vereine müssen rigide Sparmaßnahmen ergreifen. "Bereits heute sind unter den Erstliga-Klubs einige echte Restrukturierungsfälle nicht nur der 1. FC Kaiserslautern", warnt Unternehmensberater Björn Bloching.
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    Einmal editiert, zuletzt von MurphysDr ()

  • Vielen Managern sei der Ernst der Lage noch nicht bewusst.


    Gleichzeitig müssen neue Erlösquellen her: "Weiterhin vor allem auf die TV Gelder zu setzen, führt in die Sackgasse", meint Heinz Abel, Chef des Karlsruher Forschungsinstituts IFM Medienanalysen. Das ist leichter gesagt als getan. Beispiel Sponsoring: Auch hier drücken die Kunden auf die Konditionen. So hat sich die Verlagsgruppe Milchstrasse als Sponsor des Hamburger SV verabschiedet. Volker Dressel, Leiter Sponsoring und Cross Promotion, begründet den Ausstieg mit der matten Bildschirmpräsenz und zu hohen Kosten. Insgesamt entsprächen die gezahlten Preise fürs Sponsoring in der Bundesliga "nicht mehr der Realität", so Dressel.
    So kritisch äußern sich aber nur die Aussteiger. Eigentlich hätte Young Spirit - bei Werder Bremen auf dem Trikot - allen Grund zur Klage. In der ersten Hälfte der Saison war das Label laut IFM nur knapp fünf Stunden im Fernsehen sichtbar, während über die Bremer Kicker insgesamt 57 Stunden berichtet wurde. Für die Marke des Schuhherstellers Reno aus Osnabrück bedeutet das eine Präsenz von nur acht Prozent. Viel zu wenig, meint Abel. Das Unternehmen gibt sich mild: "An diesem Thema arbeiten wir bereits mit Werder. In Zukunft werden wir es besser machen" sagt Anja Frers von Reno.
    Bei Hertha BSC hat Hauptsponsor Arcor seinen Kontrakt gerade um drei Jahre verlängert. Das Telco-Unternehmen erhöhte die Vertragssumme um eine halbe Million Euro auf 6,5 Millionen Euro pro Saison. Großes Vertrauen setzt auch das friesische Brauhaus Jever in seinen Verein Borussia Mönchengladbach. Obwohl der legendäre Klub derzeit tief im beinharten Abstiegskampf steht, hat die Brauerei ihren Sponsorvertrag vorzeitig bis 2006 verlängert und zahlt drei Millionen Euro pro Saison. Die Vereinbarung gilt auch für einen möglichen Abstieg in die 2. Liga. Grund für die Zufriedenheit: Man habe als Mindestmaß die TV-Präsenz des vorausgegangenen Borussia-Sponsors Max Data erreichen wollen, so Jevers Marketingchef Andreas Berndt: "Das haben wir geschafft."


    Sponsoren wollen Reichweite


    Noch besser könnten sich die Leistungswerte entwickeln, wenn einige Klubs die Zahl ihrer Werbepartner reduzierten, meint Hartmut Zastrow, Chef der Kölner Marktforschungsfirma Sport + Markt. In einigen Stadien sind für die TV-Kameras bis zu 30 Marken sichtbar, die sich gegenseitig neutralisieren. "Das ist entschieden zu viel", so der Marktexperte. Vier bis sechs Werbungstreibende pro Stadion hält er für ideal. Unter dem Strich würden die Vereine durch eine drastische Reduzierung der Partner sogar mehr Einnahmen erzielen. Bei größerer Exklusivität ließen sich Trikots und Banden zu einem deutlich höheren Preis vermarkten.
    Völlig gleichgültig ist allen Geldgebern, welcher Free-TV-Sender das Spektakel überträgt: "Für uns ist es nur wichtig, dass Fußball einer breiten Öffentlichkeit zugänglich ist", bringt Anja Frers die Interessen aller Sponsoren aufden Punkt.
    Stefan Braunschweig, Daniel Häuser, Michael Hase


    "WIR WISSEN, WORAUF WIR UNS EINGELASSEN HABEN"
    OSCAR FREI Der Infront-Chef muss bis 2006 rund 300 Millionen Euro pro Saison für Bundesliga-Rechte einspielen.


    Sie haben von den Medien in den vergangenen Wochen viel Kritik einstecken müssen. von einigen wurde eine finanzielle Schieflage prophezeit. Sehen Sie Ihre Situation auch so angespannt?
    Frei: Es gab und gibt keine finanzielle Schieflage, sonst hätten wir dieses Geschäft nicht übernehmen können und dürfen. Wir wissen, worauf wir uns eingelassen haben, und wir wissen, was die Risiken sind. Wir glauben, das Rechtegeschäft wird langfristig gesehen für uns profitabel sein. Selbstverständlich halten wir uns trotz der schwierigen Situation an alle vertraglichen Verpflichtungen, die wir eingegangen sind. Es wird keinen Fehlstart unseres Unternehmens geben. Der hohe Preis, der zuletzt für die Fußball-Rechte in Frankreich gezahlt wurde, macht uns zuversichtlich.


    Die proSiebenSat.1 Media AG möchte die Rechte gleich für drei Jahre bei Ihnen kaufen. Ist eine solche Iangfristige Lösung auch in Ihrem Sinne?
    Frei: So eine Lösung streben wir zusammen mit der DFL an. Wir möchten unsere Option für die Bundesliga-Rechte auch für zwei weitere Bundesliga-Saisons wahrnehmen. Und vieles, was wir jetzt tun, tun wir bereits im Hinblick auf die Jahre danach. Wir wollen gemeinsam eine Lösung finden, die bis zum Jahr 2006 auch Sinn macht. Wir wollen die Rechteproblematik möglichst bald abschließen, unter Einhaltung der Verpflichtungen.
    Die Bundesliga hat immer noch großes Potenzial und einen Marktwert, der langfristig gesteigert werden kann. Und ein Teil unserer Aufgabe ist es Zuversicht zu vermitteln: Wenn alle mitmachen, wird die Bundesliga für alle eine gute Sache.


    Mit wie vielen Sendern verhandeln Sie?
    Frei: Es gibt drei oder vier potenzielle Partner, mit denen wir verhandeln. Der Marktwert ist nicht das, was einige sich jetzt wünschen. Unsere Zielsetzung muss sein, den Marktwert dieses Events zu steigern.


    Wie soll das gehen? Die Sender stecken in der Krise. Es gibt kaum Spielraum für Verhandlungen.
    Frei: Wir wissen, dass die Ausgangslage alles andere als ideal ist. Das Werbetief bei den Sendern reflektiert natürlich auf uns zurück. Was wären das aber für unqualifizierte Manager, die die ganze Situation nur aufgrund der jetzigen Situation einschätzen würden. Man muss es als Chance betrachten. Und diese Chance nicht wahrzunehmen, wäre ein großer Fehler. In der Vergangenheit wurde bei Sportrechten manchmal etwas überzogen. Aber beim Fußball sind wir der Überzeugung, dass wir zu einem Kompromiss kommen, der für alle tragfähig ist.


    Zuletzt kam Ihre Gesellschafterstruktur ins Gerede. Ihr Großinvestor Sheik Kamel wurde in die Nähe terroristischer Vereinigungen gerückt. Müssen Sie reagieren?
    Frei: Nein, sowohl die Gesellschafter als auch das Management von Infront versichern, dass die Behauptungen ohne Grundlage sind. Wir sehen keinen Grund darin, die Rolle von Overlook Management als Investor unserer Gruppe zu überdenken.


    Interview: Daniel Häuser

  • Die Vereine müssen sehr schnell handeln


    Björn Bloching, Partner bei Roland Berger, empfiehlt klammen Bundesliga-Klubs klassische Sanierungsprogramme mit harten Schnitten.


    Die wirtschaftliche Situation der meisten Bundesliga-Klubs ist derzeit schwierig. In Summe haben die Klubs Verbindlichkeiten von mindestens 400 Millionen Euro angehäuft. Wahrscheinlich dürfte der Gesamtschuldenstand aber sogar bei 600 Millionen Euro liegen.
    Dies entspricht durchschnittlich 80 Prozent eines Jahresumsatzes. Bereits heute sind unter den Erstliga-Klubs einige echte Restrukturierungsfälle - nicht nur der l. FC Kaiserslautern. Vielen Managern der Bundesliga ist der Ernst der Lage aber offenbar nicht vollends bewusst - ansonsten würden sie .härtere Maßnahmen ergreifen.
    Diese Situation wird sich in der nächsten Zeit kaum verbessern. Sollten sich die Fernsehgelder - und dies ist kein ganz unwahrscheinliches Szenario - um weitere 50 oder gar 100 Millionen pro Jahr reduzieren, werden die finanziellen Herausforderungen für die Vereine noch größer.


    Ursachen der Misere


    Die Ursachen für die Misere sind vielfältig. Viel zu hohe Transfersummen und Spielergehälter sowie häufig aufgeblähte Kader ließen die Personalkosten explodieren (Grafik kommt noch). In vielen Klubs herrscht keine Vorstellung von der eigenen Strategie. Es mangelt zumeist an einer klaren, von den Wettbewerbern differenzierenden, zielgruppenorientierten Positionierung. Außerdem fehlt die konsequente Umsetzung der Positionierung in allen Facetten des Geschäftssystems ("die Marke leben"). Selbst die Klubs, die bereits erste Maßnahmen eingeleitet haben, wissen oftmals nicht, wie eine Marke aufgebaut, geführt und in der Organisation verankert wird. Häufig fehlen Ressourcen, zum Beispiel Marketing-Communications, um Markenmanagement wirksam zu betreiben.
    Auch wenn einige Vereine auf der ersten Ebene personell ausgezeichnet besetzt sind, sieht es bei den allermeisten ab der zweiten. Ebene ziemlich düster aus. Zudem öffnet finanzielle Intransparenz dem Missbrauch Tür und Tor. Controllingsysteme sind Mangelware in der Liga. Einige Vereine haben sich zu weit von ihrem Kerngeschäft entfernt. Der Wildwuchs im Merchandising oder Investitionen in fußballfremde Geschäfte führen zu Millionenverlusten.
    Die meisten Probleme sind hausgemacht. Deshalb müssen viele der 36 Bundesliga-Klubs schleunigst ihre Hausaufgaben angehen. Bei Restrukturierungsfällen geht es zunächst ums Überleben: das heißt, kurzfristig die Kosten senken sowie Erlöse und Liquidität steigern.
    Die Vereine steigen bei den Personalkosten bereits seit Mitte 2002 auf die Kostenbremse: So sanken die Transferausgaben seit der Rekordsaison 2001/2002 in nur einem Jahr von 260 Millionen Euro um rund ein Drittel auf knapp 175 Millionen Euro.
    Dennoch ist der Kader noch konsequenter auf verzichtbare Spieler zu durchforsten. Auch bestehende Verträge sollten möglichst gezielt nachverhandelt werden.
    Auch im Bereich der Sachkosten sind oftmals kurzfristig deutliche Einsparungen möglich. So lassen sich laufende Verträge mit Dienstleistern kritisch überprüfen. Auch bei Reisekosten gibt es vielfach noch Einsparmöglichkeiten. Weitere Maßnahmen: konsequente Liquiditätsschöpfung durch Eintreiben ausstehender Forderungen und Ausschöpfen der Zahlungsziele gegenüber Gläubigern. Insbesondere bei Transfergeschäften ist ein optimiertes Liquiditätsmanagement erforderlich.
    Bei den Erlösen sind nur wenige Hebel kurzfristig wirksam. Spielerverkäufe können nicht nur Liquidität schaffen, sondern bei Veräußerung über den Bilanzwert auch das Ergebnis verbessern. Sonderaktionen bei Tickets oder Merchandising-Artikeln können zusätzliche kleinere Beiträge zur Erlössteigerung leisten. Wirksamer ist ein Absatzsteigerungsprogramm ("Sales Up!"), etwa zur Akquisition neuer, kleinerer Sponsoren und Hospitality-Kunden.
    Vereine, deren Existenz nicht akut gefährdet ist, sollten Restrukturierungsmaßnahmen in abgeschwächter Form durchführen und parallel dazu ihre strategische Weiterentwicklung anstoßen. Wirtschaftlich gesunde Klubs können sich ganz auf die strategische Weiterentwicklung konzentrieren. Wichtigster Punkt: konsequenter Markenaufbau und Fokussierung der Ressourcen auf die Stärkung der Kernkompetenz - die Organisation, Durchführung und Vermarktung von Fußball-/Sportveranstaltungen. Anstatt in neue Geschäftsfelder zu investieren, sollten die eigenen Kernkompetenzen durch Neubesetzungen, Training und Qualitätsmanagement gestärkt und so die Qualität und Wettbewerbsposition der mit den Kernkompetenzen zusammenhängenden Geschäfte verbessert werden.
    Wichtigste Aufgabe ist hier der Aufbau einer klar positionierten Marke. Hierzu gehören u.a. eine gezielte Analyse inklusive Marktforschung, die Definition eines Markenkerns und einer differenzierenden Positionierung, die Umsetzung der Marke in den Marketingmix und die Verankerung in der Organisation, zum Beispiel durch die Schaffung eines Brand-Managements.

  • Irgendwie ist das alles nicht neues....DIe BOom-Zeit der TV-Gelder ist vorbei...es wird wieder mit weniger Wasser gekocht!

  • Herbert Hainer, Vorstandsvorsitzender der adidas-Salomon AG (M), Franz Beckenbauer (l) und Bayern-Manager Uli Hoeneß im Herbst 2001.

    München (dpa) - Titelanwärter kassieren Millionen, Kellerkinder müssen sich in Zurückhaltung üben, und Stars bietet sich ein netter Nebenverdienst: Neun Unternehmen lassen es sich in dieser Saison über 20 Millionen Euro kosten, damit sie die 18 Fußball-Bundesligisten sowie deren Spieler mit Trikots und mehr ausrüsten dürfen.


    Die Einnahme von Spitzenverdiener Bayern München wird dabei jährlich auf über sechs Millionen Euro geschätzt, Eintracht Frankfurt muss sich angeblich mit etwa 200 000 Euro zufrieden geben.


    Der FC Bayern geht mit adidas sogar einen Schritt weiter: Die Herzogenauracher sind Teilhaber beim deutschen Meister. Für 150 Millionen Mark verkaufte der FC Bayern im September 2001 zehn Prozent seiner AG-Anteile an den Sportartikelhersteller. Diese Partnerschaft verhinderte auch den Einstieg eines anderen Sportartikelherstellers beim Rekordmeister, »denn die Exklusivität unserer Partner ist uns hoch und heilig«, sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge.


    In dieser Spielzeit rüstet Nike mit vier Teams vor adidas (3) und Jako (3) die meisten aus. Früher lief der Großteil in Trikots, Hosen und Schuhen mit den drei Streifen auf, jetzt bietet die Bundesliga ein bunteres Bild. Puma (2), Kappa (2), Uhlsport, Saller, goool.de und Lotto komplettieren das Feld. Ziel ist es, die Marke bekannt zu machen und viel zu verkaufen. Zwischen 30 bis 50 Prozent der Einnahmen aus dem Trikot-Verkauf fließen an den Hersteller zurück. Etwa 1,2 Millionen Trikots werden jährlich verkauft, schätzungsweise mehr als 650 000 Mal das des FC Bayern. Dagegen kann Hannover 96 froh sein, wenn es in den fünfstelligen Bereich kommt.


    Die großen Ausrüster konzentrieren sich auf Spitzenteams. »Es gab einen klaren Wechsel in der Strategie: Weg von der Masse, hin zur Klasse«, sagte Hartmut Zastrow von der Kölner Agentur »Sport und Markt«. Im Gegenzug drängen kleinere und ausländische Firmen in den Markt. Spitzenteams haben genügend Angebote, dagegen müssen »die anderen eben das nehmen, was übrig bleibt«. Neben den finanziellen Zuwendungen durch die Ausrüster gibt es für die Teams Warenpakete im Wert von einigen 100 000 Euro.


    Borussia Dortmund verzichtet auf einen fremden Ausrüster und trägt die Trikots von Tochtergesellschaft goool.de, die im Zuge des Börsengangs im Oktober 2001 gegründet worden war. Gerüchte, der ehemalige Ausrüster Nike, der 1993 beim BVB sein erstes Engagement in der Bundesliga startete, sei an einer Zusammenarbeit mit der Borussia interessiert, dementierte BVB-Präsident Gerd Niebaum mit Verweis auf den bis 2004 laufenden Vertrag mit der Tochter. »Diesen Vertrag wollen wir erfüllen«, sagte er. Nach BVB-Angaben hat goool.de im Geschäftsjahr 2001/02 bei einem Umsatz von 4,9 Millionen Euro einen Gewinn von 110 600 Euro erwirtschaftet.


    Auch mit Stars wird geworben. So hat adidas die Münchner Oliver Kahn und Michael Ballack unter Vertrag, Puma baut auf Kevin Kuranyi (VfB Stuttgart) und Nike auf Benjamin Lauth (TSV 1860 München). »Leute wie Kahn oder Ballack kurbeln den Trikot-Verkauf stark an«, sagte Zastrow. Es sei auch wichtig, sich Dienste der Top-Stars zu sichern, damit sie nicht für eine konkurrierende Marke werben könnten.


    Die Stars mit den Einzelverträgen freuen sich nicht nur über zusätzliche Einnahmen. »Natürlich bin ich auch ein bisschen stolz«, gibt Kuranyi zu. Allerdings müssen solche Spieler besonders auf die Garderobe achten, sagte »Löwe« Lauth: »Bei der Kleiderwahl ist das entscheidend, wenn ich offizielle Termine habe.«

  • toller bericht mit tollem fehler. da vertraute doch jem. in seinen recherchen nicht etwa auf irgendwo irgendwann mal veröffentlichte 2.500 trikots, die 96 lediglich verkauft haben sollte?


    btw: wie lautet die überschrift? der erste satz ist wohl eher eine fehlplatzierte bildunterschrift.


  • So Strunz Überschrift ist beim Kopieren verrutscht!
    Trotzdem sehe ich diesen Bericht sehr negativ, vor allen glaube ich bei der Vielzahl der Ausrüster, das sie sich noch um die Clubs streiten werden, die sie ausrüsten! Schätze ebenfalls das die falschen Zahlen genommen wurden (5 000, anstatt 25000), wie sie hier ja auch schon im Forum aufgetaucht sind

  • http://test.sport1.de/coremedi…_20umverteilen_20mel.html


    DFL denkt an "Feuerwehrfonds" für finanzschwache Klubs


    Frankfurt/Main - Mit radikalen Neuerungen will die Deutsche Fußball Liga (DFL) offenbar die Bundesliga-Klubs künftig vor dem finanziellen Kollaps bewahren.


    Nach einem Bericht in der neuen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "Capital" sollen die 18 Erstligisten demnach nur noch einen festgelegten Teil ihres Budgets für Spielergehälter investieren.


    "Feuerwehrfonds" soll errichtet werden


    Klubs, die die Obergrenzen überschreiten, sollen nach Aussage von Bayer Leverkusens Geschäftsführer Finanzen, Wolfgang Holzhäuser, Millionen in einen sogenannten Feuerwehrfonds der DFL zahlen.


    Bei Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß stoßen die Vorschläge allerdings auf wenig Gegenliebe.


    "Ich habe keine Lust, mit unserem hart verdienten Geld andere Vereine über Wasser zu halten. Wenn die sorglos wirtschaften, weil sie Hilfstöpfe anzapfen dürfen, wäre das der größte Fehler. Wenn wir alles umverteilen, sind wir wieder beim Kommunismus", erzürnte sich Hoeneß.


    Frühwarnsystem soll Risiken vermeiden


    Zudem sollen die Klubs nach Vorstellung des DFL-Arbeitskreises Finanzen für ihre wirtschaftlichen Rahmendaten einen Drei-Jahres-Plan erstellen. Ein Frühwarnsystem soll Risiken in den Bilanzen rechtzeitig aufdecken.


    "Nicht einmal die DFL hat zeitnah einen Überblick über die aktuellen Zahlen", sagte Holzhäuser. Die Mitglieder des DFL-Arbeitskreises diskutieren angeblich auch über eine Neuverteilung der TV-Einnahmen.


    Schwache Klubs könnten von Neuverteilung profitieren


    Im Sommer 2004 läuft das bisherige System aus. Die Anteile der finanziell schwächeren Klubs könnten dann deutlich höher ausfallen.


    Wirtschaftlich schwächere Klubs erhalten derzeit knapp zehn Millionen Euro aus den Fernsehtöpfen, Spitzenteams wie Branchenführer Bayern rund 15 Millionen Euro.


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    Die Frage ist, sind wir einer von den kleinen schwachen Klubs?

  • Wer denkt sich eigentlich so einen Scheiß aus? :wut:


    Wenn ein Verein pleite geht, passiert das halt! Dafür rückt ein anderer Verein nach und fertig...

  • Zitat

    Schuldenrekord in Bundesliga


    Die Bundesliga startet nach einem Be-
    richt des Wirtschaftsmagazins "DMEuro"
    mit einem Schuldenrekord von 682 Mio.
    Euro in die neue Saison. Am meisten
    Schulden hat demnach der FC Schalke 04.


    Quelle: ARD Videotext

  • Oh, mit zehn Millionen hätte ich jetzt nicht gerechnet. Ich dachte eher an zwei bis drei Millionen, die die schwächeren Klubs kriegen.

  • Schalkes Schulden sind ja auch durch die Arena entstanden und dürften IMO bei 150 Millionen Euro liegen. Assauer meinte nämlich mal, dass die Arena in 20 Jahren, wovon 5 auch zweite Liga sein können, abgezahlt sei.

  • Dass Schalke die meisten Schulden haben würde, war mir irgendwie klar. So einfach lässt sich halt keine Arena in dem Ausmaß finanzieren.

  • Stimmt, 60 auf jeden Fall. Bei Bayern hab ich das Gefühl, dass die seit Jahren darauf gespart haben und deutlich weniger Schulden dafür machen müssen.

  • Mehr als eine Mrd. Euro Umsatz
    Bundesliga auf Platz drei


    Erstmals haben die 18 Vereine der Fußball- Bundesliga in der Saison 2001/2002 die Milliarden-Euro-Grenze beim Umsatz durchbrochen. Laut der Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft "Deloitte & Touche" kamen die Klubs in der deutschen Eliteliga auf 1,04 Mrd Euro.

    Wie "Deloitte & Touche" am Donnerstag mitteilte, lag die Bundesliga in der Rangliste der umsatzstärksten Ligen in Europa hinter der englischen Premier League (1,7 Milliarden) und der italienischen Serie A (1,127 Milliarden) an dritter Stelle.

  • Gute Perspektiven für die Bundesliga


    Die 18 Vereine der Fußball-Bundesliga bleiben trotz sinkender TV-Einnahmen auf wirtschaftlichem Wachstumskurs. Zwar werden die Zuwachsraten der vergangenen Jahre nach einer Untersuchung der Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft "Deloitte & Touche" nicht mehr erreicht, dennoch wird der deutschen Eliteliga eine gute Perspektive attestiert. "Die Bundesliga ist gut aufgestellt", sagte Stefan Ludwig, Sportexperte von "Deloitte & Touche".


    Platz drei für die Bundesliga
    Nach Angaben der Wirtschaftsprüfer haben die deutschen Erstliga-Klubs in der Saison 2001/2002 mit einem Umsatz von 1,043 Milliarden Euro erstmals die Milliarden-Euro-Grenze überschritten. 2000/2001 betrug der Umsatz noch 880 Millionen Euro. In der Rangliste der umsatzstärksten Ligen in Europa liegt die Bundesliga hinter der englischen Premier League (1,7 Milliarden) und der italienischen Serie A (1,27 Milliarden) an dritter Stelle.


    Premiere League ist der Vorreiter
    Die Zahlen basieren auf den Bilanzen, die die Vereine am Ende jeden Geschäfts-Jahres veröffentlichen. Deshalb liegen auch noch keine Daten für die abgelaufene Saison 2002/2003 vor. "Deloitte & Touche" analysiert seit zwölf Jahren die wirtschaftliche Situation in den europäische Fußball-Ligen. Die Bundesliga wird seit 1995/96 untersucht. In dieser Zeit haben die Erstliga-Klubs im Durchschnitt jährliche Umsatzsteigerungen von durchschnittlich 19 Prozent erzielt. Nur die englische Premier League hatte mit 22 Prozent eine bessere Rate.


    Bemerkenswertes Ergebnis
    Die Bundesliga hat sich in der Spielzeit 2001/2002 im Vergleich zu den europäischen Konkurrenzligen als rentabel gezeigt. In der Saison 2001/2002 erwirtschafteten die 18 Vereine ein Betriebsergebnis von 100 Millionen Euro (2000/2001: 87 Millionen Euro). "In Anbetracht des geringeren Umsatzes ist dies ein bemerkenswertes Ergebnis", stellen die Wirtschaftsprüfer in ihrem Bericht fest.


    Die Ligen in der Schuldenfalle
    Allerdings haben alle europäischen Ligen mit Schulden zu kämpfen. So hatte die Deutsche Fußball-Liga (DFL) den Schuldenstand der Bundesligisten (Stand: 30. Juni 2002) auf 442,7 Millionen Euro beziffert. "Die Umsätze der großen Ligen haben sich seit 1995/96 verdreifacht, die Gehälter sind allerdings um das Vierfache gestiegen", nannte Ludwig als Grund für das Wachsen des Schuldenbergs. Für die Bundesliga spricht, dass der Anteil der Gehaltszahlungen am Umsatz seit Jahren auf einem Stand von 50 Prozent geblieben ist, während sich der Anteil in anderen Ländern von 52 auf 67 Prozent vergrößert hat.


    Gute Aussichten
    Insgesamt sieht Ludwig eine gute Zukunft für die Bundesliga. Derzeit bringe sie neben der englischen Premier League die besten Voraussetzungen mit. Die Vereine hätten sich auf die veränderten Bedingungen durch die verringerten TV-Einnahmen nach der Kirch-Pleite eingestellt. Bei den Transfers zeigen sich die Vereine zurückhaltend, viele Klubs haben ihre Kader reduziert. Die TV-Einbußen können durch Mehreinnahmen aus dem Ticketverkauf, dem Sponsoring, der Stadionvermarktung und Hospitality ausgeglichen werden.

  • U.a. steht ein Artikel auf Grundlage des o.g. DPA-Berichtes in der heutigen HAZ, passenderweise natürlich im Wirtschaftsteil.

  • Die Frage, die sich aus diesem Artikel stellt, ist doch die, dass man sich fragen muss, warum die jetzt davon berichten, obwohl die Zahlen erst zum Jahresende veröffentlicht werden. Das ist doch irgendwie Schwachsinn. Sommerlochstopfung! :wut: