Straßenverkehr-Mecker-Thread

  • Für 100 Stunden Arbeit, die ich dann mehr leisten kann, zahle ich der Gemeinschaft über 10.000 Euro Steuern pro Jahr (ja, ist eine Milchmädchenrechnung, geht aber auch nur ums Prinzip).


    Man sollte Leistungsträger sowieso von allen lästigen Pflichten und Regeln entbinden, damit sie für alle anderen Kretins vernünftig anschaffen gehen können. Keine halben Sachen! Hoch leben die selbstlosen Leistungsträger!

  • In meiner Ente wusste ich das und es war klar, dass wenn wegen einer Kurve auf der Landstraße 70 war, ich es mal lieber mit 60 probiert habe, weil die Karre halt unterdurchschnittliche Kurvenlage hatte, gelinde gesagt.


    Nun stellst du deine Autofahrer-Expertise aber langsam bedenklich in Frage. Galt doch gerade die Ente trotz der teils nur auf drei Rädern genommenen Kurven durch ihren extrem tiefen Schwerpunkt jahrzehntelang als inoffiziell "kurvensicherstes Auto" der Welt, weil sie quasi nicht umkippen konnte. Die hätte jeden Elchtest bestanden. ;)


    80 % zu schnelles bzw. an Witterungen und Straßenverhältnisse unangepasstes Fahren und 15 % Fahren unter Alkoholeinfluss oder extremen Schlafdefizit. In 5 % waren technische Defekte die Ursache.


    Das ist doch aber eine ganz andere Ebene der Diskussion. Du sprichst von "zu schnellem Fahren", die Gegenseite hingegen argumentiert, dass 200+ in einer dafür geeigneten Umgebung/Situation nicht "zu schnell" sind. Leute, die ihren Fahrstil nicht an Straßenverhältnisse, Witterung oder schon jetzt bestehende Tempolimits anpassen, werden das auch in Zukunft nicht tun. Aber das ist in meinen Augen nur sehr begrenzt Teil der Diskussion.

    Einmal editiert, zuletzt von sasa ()

  • Zitat


    Nun stellst du deine Autofahrer-Expertise aber langsam bedenklich in Frage. Galt doch gerade die Ente trotz der teils nur auf drei Rädern genommenen Kurven durch ihren extrem tiefen Schwerpunkt jahrzehntelang als inoffiziell "kurvensicherstes Auto" der Welt, weil sie quasi nicht umkippen konnte. Die hätte jeden Elchtest bestanden. ;)


    Kippen tut sie nicht, es trägt sie aber aufrecht schnell aus der Kurve. Außerdem ist die auch so weich, dass die Kabine "fast waagerecht" in einer schnell gefahrenen Kurve liegt. Das ist auch nicht so angenehm ;)

  • Man sollte Leistungsträger sowieso von allen lästigen Pflichten und Regeln entbinden, damit sie für alle anderen Kretins vernünftig anschaffen gehen können.


    Die Idee, Leistungsträger nicht überzuregulieren, ist schon so absurd, dass man das ironisch meinen kann. Kannst Du als Meme an Extra3 schicken.

  • "Halbe Stunde sparen von H nach B"


    Das macht grob einen 120er Schnitt (sehr schwer zu schaffen) überschlagen 15€ mehr Spritkosten pro Fahrt. Plus höherer Verschleiß des Autos.



    Ich weiß ja nicht, ob sich das lohnt und ob das wirtschaftlich ist.

    Einmal editiert, zuletzt von andro96 ()

  • Meine VT: Die Elektroautolobby wünscht sich 130 herbei, weil die Schlurren trotz 200 PS praktikabel nur 170 auf die Bahn bringen.

  • Die Idee, Leistungsträger nicht überzuregulieren, ist schon so absurd, dass man das ironisch meinen kann. Kannst Du als Meme an Extra3 schicken.


    Jetzt mal so ohne Schnickschnack: Ich bin ja für ein Tempolimit zu haben, muss aber auch nicht weinen, wenn es keins gibt. Mich fasziniert bei diesem Thema vor allem die Fantasie der Limitgegner, wenn es um Gründe fürs egogetriebene Heizen geht. „Freiheit“ finde ich ja bekanntlich unpassend - einige Dinge, die du ins Feld führst, gefallen mir besser, weil ehrlich.


    Das Milchmädchending mit den Steuern aber war peinlich.

  • Es muss eine Lösung her.


    Immer mehr Autos mit freien Menschen drin kann sie nicht sein. Davon bin ich überzeugt.


    Eine mögliche wäre diese:


    Rettung durch "rollende Smartphones"


    "Ford wäre allerdings ein miserabler Automanager, hätte er nicht Lösungen parat. Darin spielen Autos natürlich weiterhin die Hauptrolle - schlaue Autos. Geht es nach Ford, ist jeder Wagen Teil eines riesigen Netzwerks. Sie kommunizieren miteinander und steuern automatisch freie Wege und Parkplätze an. Diese Fahrzeuge drängeln weder, noch missachten sie Sicherheitsabstände oder Reißverschlussverfahren. Kurz: Sie fahren so, dass der Verkehr fließt. Und meistern somit eine Herausforderung, der der Mensch nicht gewachsen zu sein scheint."


    Verkehrskonzepte der Zukunft
    Apokalypse Stau


    Chaos auf den Straßen, endlose Staus: Vier Milliarden Fahrzeuge werden wohl im Jahr 2050 auf der Erde rollen. Jüngst hat selbst ein prominenter Automanager vor dem "globalen Verkehrsinfarkt" gewarnt. Der könnte sogar das Ende des kapitalistischen Systems bedeuten, sagt ein Experte.(ein Urenkel von Henry Ford) Spiegel 2012


    Aber das wird noch ein langer Weg.
    Spätestens wenn der Infarkt da ist, muss eine Lösung her.


    Keine Ahnung, wie lange der Verbrennungsmotor noch eine so starke Lobby hat.


    Ich sehe da mit das Hauptproblem.

  • Das Milchmädchending mit den Steuern aber war peinlich.


    Ich finde es ja eher naheliegend, dass Zeitersparnis in den meisten Fällen ökoomisch sinnvoll ist. Bei Anwälten ist das vielleicht nicht ganz so greifbar, aber nimm den Vertreter, der einen Kunden mehr am Tag schafft. Oder oder oder. Wenn man nur privat zu den Schwiegereltern fährt, hat man vielleicht einen Grund, lieber etwas langsamer zu fahren, aber wer beruflich (mit Umsatzverantwortung) unterwegs ist, freut sich über den Zeitgewinn. "Notfalls" übrigens auch über den Freizeitgewinn, im Auto zu sitzen ist nämlich ziemlich verlorene Zeit.



    Das macht grob einen 120er Schnitt (sehr schwer zu schaffen) überschlagen 15€ mehr Spritkosten pro Fahrt. Plus höherer Verschleiß des Autos.


    Ich weiß ja nicht, wie Du das so rechnest, aber nach Berlin (Dreieck Funkturm) sind es etwa 270 Autobahnkilometer. Wenn man das in 2,5h bewältigt, hat man einen Schnitt von 108 (das ist so in etwa das, was Navis anzeigen), bei 2h von 135. Das klappt eigentlich auch zu normalen Zeiten immer, und zwar ohne Harakiri und ohne Drängeln. Üblicherweise ist auf der dritten Spur Verkehrsfluss so zwischen 160 und 180, mit ein paar Unterbrechungen nach oben und unten. Zu Randzeiten ist die Strecke auch in anderthalb Stunden zu schaffen (das ist bei mir allerdings eine Weile her). Bei der 2h-Variante hat man sicherlich keine 15€ zusätzliche Spritkosten, eher die Hälfte - auch 15€ rechnen sich aber natürlich für jeden. Mehrverschleiß ist wohl eher ein theoretischer Faktor; in der Theorie sind höhere Geschwindigkeiten materialbelastender, in der Praxis war selbst die Karre, mit der ich zigtausend Kilometer Vollgas gefahren bin (mit damals auch noch durchaus offensiverem Fahrstil) nur wegen einer Wasserpumpe bei 130.000km außerplanmäßig in der Werkstatt, ansonsten habe ich in meiner ganzen Autofahrerkarriere mit modernen Autos (also mit Ausnahme meiner Enten) noch keine Werkstatt wegen Verschleißes von innen gesehen.

  • Auch wenn ich vermute, dass es der Lösung des Problems nicht zuträglich ist, kann ich bestätigen, die Strecke Hannover-Berlin auch mit einem Auto, dass Spitze nur 140 geschafft hat, schon in unter zweieinhalb Stunden gefahren zu sein. Da lag ich ebenfalls problemlos bei 120 Durchschnitt, ohne langsame Stücke durch Stücke mit sehr hoher Geschwindigkeit ausgeglichen haben zu müssen. Das war allerdings auch auf nahezu leerer Strecke und in der Zeit, als es von Braunschweig bis Berlin kein Tempolimit gab.

  • Zitat von theMenace

    Ich finde es ja eher naheliegend, dass Zeitersparnis in den meisten Fällen ökoomisch sinnvoll ist.


    Ich würde sogar soweit gehen, dass es ökonomisch alternativlos ist!
    Überleg auch mal, ob Du in Zukunft keine ganzen Sätze m. schr., sond. n. Abk., d. sp. Du mind. 2 Std. a. T..


    Grundsätzlich sollten wir alle viel ökonomischer denken. Dieser ganze Blödsinn mit Anschnallen, Schulterblick, etc. kostet nur unnötig Zeit. Wenn man das weglässt und die Ersparnis über 12 Jahre summiert, kann man wohl mit Recht davon ausgehen, ganz locker 1 Klienten mehr abhandeln zu können.
    Oder wir machen den Motor nicht mehr aus, dann muss man ihn vor der Fahrt nicht immer zeitaufwendig starten.


    Und wieso sollten Sicherheit oder Ökologie der Ökonomie den Rang ablaufen? Was ein widersinniger Gedanke.

  • Von der Messe H bis Messe B sind's tatsächlich 2,5 Stunden normales fahren. Das in 2 Stunden zu schaffen, regelmäßig über das Jahr in 200 ? Fahrten halte ich für nicht möglich. Insbesondere zu "normalen" Zeiten, sprich Berufsverkehr.


    Aber gut. Prickel bringts auf den Punkt.


    PS


    Warum bloß haben die auf der Strecke Tempolimits eingeführt, warum bloß?

    Einmal editiert, zuletzt von andro96 ()

  • Weil es sinnvoll und angebracht ist. Aber darum geht es doch auch gar nicht. Nicht in der theoretischen Diskussion, wie schnell man nach Berlin fahren kann und nicht in der generellen Diskussion. Ich habe jedenfalls von theMenace keine Forderung nach Abschaffung aller Tempolimits gelesen. Wir drehen uns doch im Kreis, solange die eine Seite behauptet, dass 200 km/h immer ein zu hohes Risiko darstellen und die andere Seite behauptet, dass 200 km/h in vielen Situationen total gut beherrschbar sind. Und ich nehme auch an, dass wir diese Risikoanalyse weder durchführen noch konsensual klären können.

  • Und wieso sollten Sicherheit oder Ökologie der Ökonomie den Rang ablaufen? Was ein widersinniger Gedanke.


    Wir drehen uns im Kreis. Man muss offensichtlich verschiedene Güter gegeneinander abwägen, denn sicherer und energiesparsamer ist auch der ICE, wenn er nur 30 fährt. Oder gleich - danke Rodemeyer - alle ruhig in der Stube bleiben. Weder Ökologie noch Ökonomie, weder Sicherheit noch Freiheit sind Totschlagargumente. Aber sie sind Argumente. Die Auffassung, man könne nicht gesunden Verstandes sein, wenn man die einen oder anderen Argumente stärker gewichte, ist jedenfalls ideologisch verbrämt. Und so wird diese Debatte geführt, auch von Dir.

  • Hm. Da bin ich nicht ganz bei Dir.
    Ich habe damit argumentiert, dass Geschwindigkeiten jenseits der 200 in meinen Augen so hoch sind, dass auch geübte Fahrer auf unvorhersehbare Situationen nicht angemessen reagieren können, was beim Straßenverkehr naturgemäß das Risiko birgt, nicht nur sich selber, sondern auch andere Menschen postnatal abzutreiben.


    Du kamst ja mit der Ökonomie um die Ecke.

  • Aber ist es denn nicht so, dass man verschiedene Einflussfaktoren gegeneinander abwägen muss? Tut doch auch jeder, der 130 fordert. Sonst müsste er weniger fordern, weil weniger aus der reinen Perspektive der Sicherheit hier deutlich mehr wäre. Jedoch meint jeder, der 130 fordert, dass 130 einen angemessenen Kompromiss aus z.B. Ökonomie, Ökologie und Sicherheit darstellt. Derjenige sagt doch auch "Du wirst schon noch rechtzeitig ankommen, die Zeitersparnis ist gar nicht so groß." und fällt damit ein Urteil über den Teilaspekt der Ökonomie. Selbiges darf doch auch jemand, der für ein zeitweises (!) Fahren von 200 ist, tun, ohne dass man ihm pauschal den gesunden Menschenverstand absprechen muss.